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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Was wird aus dem Real-Markt?
Zwischenüberschrift:
Mitarbeiter und Mieter machen sich Sorgen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Mitte November wurde bekannt gegeben, dass der Real-Markt an der Carl-Fischer-Straße Ende April 2020 seine Türen schließen und den Geschäftsbetrieb einstellen wird. Doch was wird aus den Mitarbeitern des Geschäftes und den anderen Mietern in dem Gebäude?

Ich verstehe das nicht: Wir haben doch genug Kunden″, sagte eine Mitarbeiterin des Real-Marktes kurz nach Bekanntgabe der Schließung im November gegenüber unserer Redaktion. Ihren Namen wollte sie nicht nennen, doch über die Entscheidung der Zentrale, den Markt zu schließen, war sie erschüttert: Was machen denn die Kollegen, die nur noch zwei Jahre zu arbeiten haben? Und die jungen, die in der Ausbildung stecken? Hier herrscht viel Angst.″

98 Real-Mitarbeiter sind von der Schließung des Marktes an der Carl-Fischer-Straße betroffen. Betroffen sind aber auch die Menschen, die in den Geschäften arbeiten, die ebenfalls in dem Gebäude vor Ort sind unter anderem eine Bäckerei, ein Schuhladen, Kiosk und Zeitschriftenladen. Denn wenn Real raus ist, wird es ohne durch den vom Supermarkt angelockten Kundenstrom schwierig bis unmöglich für die kleineren Läden, sich zu halten.

Das Unternehmen hat angekündigt, zusammen mit dem örtlichen Betriebsrat schnellstmöglich″ über einen Sozialplan und einen Interessenausgleich zu verhandeln. Wie weit diese Verhandlungen sind, wird jedoch weder von der Firmenzentrale beantwortet noch von der Marktleitung. Auch der interne Betriebsrat der Filiale will sich gegenüber unserer Redaktion nicht äußern.

Laut unserem Kenntnisstand haben die Verhandlungen über den Sozialplan noch gar nicht begonnen″, sagt jedoch Maiko Schulz, Gewerkschaftssekretär von Verdi. Mehr kann ich aber nicht mitteilen, denn keiner erhält Informationen, und sowohl die Mitarbeiter als auch wir tappen im Dunkeln.″

Neuer Ankermieter?

Im Markt selbst brodelt jedoch die Gerüchteküche, wer neuer Ankermieter also Großmieter in dem Gebäude werden könnte: Sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden, die im Cafébereich des Bäckers sitzen, erwähnen diverse Ketten, die im kommenden Jahr hier erst renovieren und dann einziehen wollen.

Doch viele der dort Genannten lassen sich nicht bestätigen: Der Spielwarengroßmarkt Smyths Toys, der Ende des Jahres sein Geschäft in Wallenhorst schließt, plant nicht, in die Carl-Fischer-Straße zu ziehen. Die Edeka-Gruppe hat ebenfalls kein Interesse″ an dem Osnabrücker Markt, wie ein Mitarbeiter des Konzerns auf Nachfrage sagt. Kaufland will zu dem Thema Real aktuell keine Stellung nehmen″. Rewe und der aus dem Saarland stammende Handelskonzern Globus äußern sich nicht auf unsere Anfrage.

Etwas mehr Licht wird in die Angelegenheit wohl erst kommen, wenn klar ist, wer denn nun die komplette Supermarktkette Real kauft. Schon seit dem Frühjahr 2019 plant der Handelskonzerns Metro, seine defizitäre Tochter zu verkaufen. Nach Angaben des Magazins Chip″ gibt es dafür einen Plan: Von den 277 Filialen sollen rund 180 von den Handelsketten Kaufland, Edeka, Rewe oder dem eher in Süddeutschland aktiven Handelskonzern Globus übernommen werden. Etwa 50 weitere will Metro weiter betreiben, der Rest wird geschlossen.

Während lange Zeit der Investor Redos der mit der Lebensmittelkette Edeka zusammenarbeitet als Favorit galt, scheint sich seit Anfang Dezember nun ein Verkauf an den Investor X+ Bricks abzuzeichnen. Dieser arbeitet eng mit Kaufland zusammen. Medienberichten zufolge will Metro bis Ende Januar zu einem Vertragsabschluss kommen. Eine Transaktion müsste noch von den Behörden genehmigt werden.

Doch selbst bei einem Verkauf der Supermarktkette bleibt offen, ob der Osnabrücker Real-Markt zu denen gehört, die geschlossen werden, oder zu denen, die unter neuem Namen weiterbetrieben werden. Die Real-Pressestelle macht dazu jedenfalls keine weiteren Angaben.

Erschwerend für die Weiterführung an der Carl-Fischer-Straße ist jedoch, dass von Kaufland, Edeka und Rewe bereits Filialen in Osnabrück vertreten sind. Der Rewe-Markt an der dem Real-Markt nahe gelegenen Rosenburg im Stadtteil Schinkel wurde erst im Herbst 2018 durch einen Penny-Markt ersetzt, weil dieser dem Einkaufsverhalten des Einzugsgebietes besser entspreche.

Andere Jobs

Anders als die Real-Mitarbeiter oder die Angestellten der kleinen Einzelhändler müssen sich die Mitarbeiter der Geschäfte, die in dem Gebäude Filialen betreiben, keine Sorge um ihren Arbeitsplatz machen: So werden die Mitarbeiter der Osnabrücker Bäckerei Coors beispielsweise auf andere Geschäft verteilt. Entlassen wird bei uns keiner″, sagt eine Mitarbeiterin der Zentrale. Das gilt auch für die Angestellten von Deichmann: Unsere Mitarbeiter werden in anderen Deichmann-Filialen in der näheren Umgebung arbeiten, sodass alle ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen können″, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.

Auch seitens der Zentrale der Klier Hair Group heißt es, dass die Mitarbeiter der Friseurläden im Falle einer Schließung grundsätzlich schon im Vorfeld vergleichbare Tätigkeitsangebote in anderen nahe gelegenen Filialen unseres Unternehmens erhalten″. Die nächste Filiale des Unternehmens befindet sich in der Innenstadt.

Bildtext:
Bis Ende April ist der Real-Markt an der Carl-Fischer-Straße noch geöffnet. Über eine etwaige Nachfolge wird eifrig spekuliert.
Foto:
Corinna Berghahn
Autor:
Corinna Berghahn


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