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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die Marsettis hören nach 32 Jahren auf
Zwischenüberschrift:
Eisdiele in der Osnabrücker Hasestraße schließt am Mittwoch
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Am Mittwoch, 18. Dezember, werden sie zum letzten Mal die knusprigen Waffelhörnchen mit selbst gemachten Eiskugeln füllen: Nach 32 Jahren verabschieden sich Manuela und Roberto Marsetti von ihrer Kundschaft im Eiscafé Rialto in der Hasestraße.

Ein wenig traurig schaut Manuela Marsetti in das ihr vertraute Café. Wenn man sie fragt, ob sie die bunte Neonschrift in ihrer Eisdiele mit in den Ruhestand nimmt, dann gibt sie eine unbestimmte Antwort: Ich weiß nicht. Wenn ich die Leuchtreklame sehe, werde ich an eine schöne Zeit erinnert. Die Arbeit war zwar hart, aber sie hat Spaß gemacht. Ich werde sie wohl vermissen.″Harte Arbeit

Italienisches Eis Rialto″ steht in leuchtender Schrift hinter der Theke der Eisdiele in der Hasestraße. Allerdings: Nicht mehr lang. Nach 32 Jahren haben Manuela und Roberto Marsetti sich entschlossen, das Eiscafé Rialto zu schließen. Wir sind jetzt beide über 60 Jahre alt. Und für meinen Mann Roberto, der bis heute das Eis selbst hergestellt hat, wird die Arbeit doch zu schwer″, sagt Manuela, gerade weil sie viel Wert auf Qualität gelegt haben. Den Saft für das Zitroneneis haben wir selbst aus frischen Früchten ausgepresst, und die Blaubeeren fürs Eis haben wir frisch in Ankum gekauft″, erzählt Manuela. Alles sei natürlich gewesen. Weder Konservierungsstoffe noch künstliche Farbstoffe habe man in ihrem Eis finden können.

Trendige Sorten wie Buttermilch-Mango″ oder Eis mit Keksbröseln seien bei ihnen nicht ins Hörnchen gekommen. Unsere Kundschaft wusste die traditionellen Eissorten zu schätzen″, sagt Manuela. Dann zeigt sie eine Karte, die sie von einer ihrer Stammkundinnen bekommen hat: Durch die vielen Besuche sind unsere Kinder geradezu mit ihrer Eisdiele aufgewachsen″, steht da. Und Bedauern wird geäußert, dass jetzt Schluss sei. Portugal und Italien

Manuela Aguas da Costa hieß die gebürtige Portugiesin, als sie damals vor 50 Jahren ihre Eltern in Halle/ Westfalen besuchte, die als Gastarbeiter″ nach Deutschland gegangen waren. Manuela, die bei ihrer Tante in dem kleinen Ort Odemira zurückgeblieben war, wollte eigentlich nur mal schauen, wie ihre Eltern in Deutschland lebten. Doch dann blieb sie, arbeitete als Näherin bei Dornbusch (später Seidensticker) und lernte in einer Pizzeria Roberto Marsetti kennen. Der Gelatiere, der italienische Eismacher, hatte es ihr angetan. Sie heirateten, Tochter Sara kam zur Welt. Als sie erfuhren, dass in Osnabrück eine Eisdiele zu vermieten sei, fassten sie 1988 den Entschluss, in der Hasestraße das Eiscafé Rialto zu eröffnen.

Jetzt, 32 Jahre später, ist dieses Kapitel abgeschlossen. Wir werden die Ruhe genießen und mehr Zeit für das Enkelkind haben″, erklären die beiden. Ihr Rückzug aus der Gastronomie bedeutet allerdings nicht, dass man demnächst in der Hasestraße keine Eis mehr schlecken kann. Ein Nachmieter, der das Eiscafé im nächsten Jahr wieder eröffnet, ist bereits gefunden.

Bildtext:
Verkaufen bald ihr letztes Eis: Manuela und Roberto Marsetti schließen das Eiscafé Rialto in der Hasestraße.
Foto:
Tom Bullmann
Autor:
Tom Bullmann


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