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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Was das neue Jahr im ÖPNV bringt
 
Smartphone als Fahrschein auf dem Lande
 
Verkehrsgemeinschaft Osnabrück erhöht die Fahrpreise
Zwischenüberschrift:
Handytickets für den Bus gibt′s bald auch in der Region Osnabrück – allerdings mit Einschränkungen
 
So teuer ist Busfahren in Stadt und Landkreis ab 1. Januar 2020
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Für Busfahrgäste in Stadt und Landkreis Osnabrück gibt es mit Blick auf den Jahreswechsel eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) erhöht zum 1. Januar 2020 die Fahrpreise. Allerdings ist nur ein bestimmter Teil des Ticketsortiments betroffen, und selbst die für die Genehmigung des Tariftableaus zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover hält die Anpassungen insgesamt für moderat″.

Nun die gute Nachricht: Auch im Landkreis Osnabrück wird es schon bald erste Handytickets geben. Das heißt, Buskunden können sich einzelne Fahrscheine künftig vorab auf ihr Smartphone laden, anstatt sie zeitraubend beim Fahrer zu lösen. So vorteilhaft wie in der Stadt ist das neue Angebot aber leider nicht.

Osnabrück Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) führt das Handyticket im Landkreis ein. Buskunden können damit schon bald auch außerhalb von Osnabrück und Belm ihr Smartphone als Fahrausweis nutzen. Das neue Angebot soll Anfang 2020 kommen, wirkt jedoch gemessen am städtischen Vorbild etwas halbherzig.

Das Handyticket soll auf dem Land in den ersten Wochen des neuen Jahres kommen, spätestens aber im Februar. Allerdings ist die Auswahl an Handytickets auf regionaler Ebene auf drei Tarifangebote begrenzt. Auch einen Preisvorteil gegenüber Papierfahrkarten, wie er von jeher den Fahrgästen im Osnabrücker Stadtbusnetz (Preisstufe 0) gewährt wird, gibt es im Landkreis Osnabrück nicht. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte die VOS am Montag auf Anfrage.

Anfang des Jahres

Konkret werden Handytickets in den Preisstufen 1 bis 9 vorläufig nur für die Tarife Einzelticket, Tagesticket und Familien-Tagesticket angeboten. Diese sind damit künftig sowohl analog, sprich in gedruckter Form, als auch digital in der Smartphone-App VOS Pilot″ verfügbar.

Die VOS verkauft beide Varianten dann zu denselben Preisen. Wie aus den Fahrpreis-Tabellen für 2020 hervorgeht, die unserer Redaktion ebenfalls vorliegen, kosten Einzeltickets im Landkreis Osnabrück ab dem 1. Januar 2020 zwischen 2, 70 und 5, 40 Euro, Tagestickets zwischen 4, 90 und 9, 70 Euro. Für ein Familien-Tagesticket müssen Fahrgäste zwischen 7, 40 und 14, 60 Euro zahlen.

Zum Vergleich: In Osnabrück und Belm, wo das Handyticket bereits seit November 2017 etabliert ist, bieten es die zuständigen Stadtwerke durchweg günstiger an als entsprechende Fahrscheine aus Papier. Außerdem ist die Handyticket-Auswahl bei dem kommunalen Verkehrsunternehmen fast dreimal so groß. Es gibt acht verschiedene Tarife streng genommen sogar neun, wenn man das 8-Fahrten-Ticket dazuzählt. Dieses ist in der Preisstufe 0 künftig ebenfalls digital verfügbar. Allerdings nur im Rahmen der Bestpreis-Abrechnung, die im zweiten Quartal 2020 kommen soll. Ein separater Verkauf als herkömmliches Handyticket ist bei diesem speziellen Fahrschein den Angaben zufolge aus technischen Gründen weiterhin nicht möglich.

Geld und Zeit sparen

Die Stadtwerke Osnabrück haben das Handyticket vor über zwei Jahren eingeführt, um den Fahrscheinverkauf zu vereinfachen und Betriebsabläufe zu verbessern. Kunden können seitdem ihre Billets bequem vorab aufs Smartphone laden und dabei bares Geld sparen. Zugleich entlasten Handytickets die Busfahrer, denn sie müssen dadurch weniger Fahrscheine an Bord ausstellen. Das hilft, den Fahrplan einzuhalten.

Unsere Strategie geht auf″, resümiert Werner Linnenbrink, Chef der Abteilung Mobilitätsangebot. Im Osnabrücker Stadtbusnetz nutze mittlerweile mehr als jeder zehnte Fahrgast das Handyticket. Bestseller sei das Monatsticket. Es mache ungefähr ein Drittel des Umsatzes in diesem Bereich aus sogar fast die Hälfte, wenn man das Schüler-Monatsticket hinzurechne. Tagestickets hätten einen Anteil von etwa einem Viertel, Wochentickets sowie das Einzelticket von jeweils rund einem Achtel. Vergleichsweise selten würden Handytickets auf der Kurzstrecke genutzt.

Nullrunde digital

Um den Absatz im digitalen Segment weiter zu fördern, werde hier auch ganz bewusst auf Preiserhöhungen zum Jahreswechsel verzichtet.

Außerdem soll es demnächst mit Google Pay eine zusätzliche Möglichkeit geben, Handytickets zu bezahlen. Die Einbettung der neuen Funktion in die VOS Pilot″-App sei in Vorbereitung, sagt SWO-Vertriebsleiter Maik Blome. Davon werden insbesondere Nutzer von Smartphones mit dem Betriebssystem Android profitieren. Fahrgäste mit iPhones können bereits seit etwa einem Jahr Apple Pay verwenden. Auch Paypal ist seit Frühjahr 2019 verfügbar. Und dieser Bezahlkanal ist bei den Kunden voll eingeschlagen″, berichtet Blome. Mittlerweile werde mehr als jedes fünfte Handyticket per Paypal bezahlt. Am beliebtesten sei jedoch nach wie vor das Lastschriftverfahren. Kreditkarten kämen hingegen kaum zum Einsatz.

Bildtext:
Handytickets für den Bus, wie es sie seit Ende 2017 bereits im Osnabrücker Stadtnetz gibt, sind ab 2020 auch im Landkreis verfügbar.
Foto:
Egmont Seiler/ NOZ-Archiv

Osnabrück Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) erhöht zum 1. Januar 2020 wieder eine Reihe von Fahrpreisen. Im Stadtbusnetz fällt die Steigerung jedoch insgesamt deutlich geringer aus als im Landkreis. Nutzer bestimmter Angebote bleiben diesmal sogar ganz verschont.

Wie die VOS am Montag mitteilte, bleibt in der Preisstufe 0 (Osnabrück/ Belm) zum Beispiel der Preis für das Einzelticket (2, 80 Euro) stabil. Dasselbe gilt für das Senioren-Abo 63 plus″ (30 Euro im Monat). Auch Nutzer von Jobtickets, Wochentickets und Handytickets können aufatmen: Ihre Fahrscheine verteuern sich zum Jahreswechsel nicht. Keine Anhebung gibt es außerdem bei frei verkäuflichen Sonderangeboten für Schüler und Azubis. Dazu gehören unter anderem das Young-Abo und das Schülermonatsticket. Über das gesamte VOS-Gebiet gesehen, beträgt die Preiserhöhung den Angaben zufolge 1, 6 Prozent. Aufs Osnabrücker Stadtbusnetz bezogen, sinkt der Wert nach Informationen unserer Redaktion auf 1, 0 Prozent. Das bedeutet: In den Landkreis-Preisstufen 1 bis 9 ist die Teuerungsrate im Schnitt mehr als doppelt so hoch (gut 2, 1 Prozent).

Moderate Anpassung

Als Grund für die sogenannte Tarifanpassung führt die VOS auf Nachfrage regelmäßige Kostensteigerungen an, insbesondere beim Personal. Die Preiserhöhung sei unterm Strich moderat″, heißt es in der Mitteilung. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover, welche für die Genehmigung zuständig ist, unterstreicht das. Im Vergleich mit anderen Regionen und Verkehrsverbünden in Niedersachsen falle die Fahrpreiserhöhung im Raum Osnabrück gering aus, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage.

Konkret verteuern sich folgende Tarife: in der Preisstufe 0 um jeweils 90 Cent das Premium-Abo auf 48, 70 Euro, das Basis-Abo auf 45, 30 Euro sowie das Monatsticket auf 59, 80 Euro. Außerdem das Kurzstreckenticket auf 1, 60 Euro (plus 10 Cent), das Familien-Tagesticket auf 7, 10 Euro (plus 20 Cent), das Tagesticket auf 5, 90 Euro (plus 30 Cent) und das 8-Fahrten-Ticket auf 18, 40 Euro (plus 50 Cent). Der Preis für das Schüler-Jahresticket, das komplett von der Stadt Osnabrück finanziert wird, klettert auf 393, 39 Euro (plus 22, 96 Euro).

Im Landkreis Osnabrück zahlen Fahrgäste zum Beispiel in der Preisstufe 3 ab dem Jahreswechsel für ein Einzelticket 3, 70 statt wie bisher 3, 60 Euro. Das Familien-Tagesticket steigt im Preis von 9, 80 auf 10, 10 Euro. Auch das Jobticket wird in den Preisstufen 1 bis 9 leichte Preissteigerungen erfahren. Nutzer von Schüler-Freizeittickets oder auch Fahrradtickets müssen hingegen nicht mehr bezahlen.

Kommentar
Maß und Mitte gewahrt

Für Fahrgastverbände wie den Osnabrücker Verkehrsclub VCD sind steigende Busticketpreise das falsche Signal, um mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen. Dabei wahrt die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) bei ihrer zum 1. Januar 2020 geplanten Tarifanpassung durchaus Maß und Mitte.

Richtig ist: Steigende Ticketpreise lassen keinen Fahrgast jubeln. Möglicherweise schrecken sie sogar potenzielle Kunden ab. Gerade die Stadtwerke Osnabrück als größtes von zehn Unternehmen in der VOS wissen aber genau, dass sie die Preisschraube nicht überdrehen dürfen. Deshalb gab es 2019 bereits eine Nullrunde im Abo-Segment. Dafür bleiben diesmal alle digitalen Tickets von Tarifanpassungen verschont, außerdem 63-plus-Abo, Jobticket, Wochenticket um nur Beispiele zu nennen. Selbst das von Kritikern oft für (hinkende) Vergleiche mit anderen Städten und Regionen bemühte Einzelticket wird in Osnabrück wieder nicht teurer. Vielmehr ist es seit 2016 zum selben Preis verfügbar.

Über Preissenkungen, wie sie hier und da gefordert werden, können wir reden, sobald die Politik bereit ist, noch viel mehr Geld als bislang in einen schnellen und komfortablen, ja eigentlich in jeder Hinsicht vorteilhaften ÖPNV zu stecken. Denn vor dem unwiderstehlichen Lockangebot, das die Menschen scharenweise vom eigenen Auto auf den Bus umsteigen lässt, kommt der umfassende, mutige Systemausbau.

s.stricker@ noz.de
Autor:
Sebastian Stricker


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