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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Das ist einer der Gründe, warum wir den Neumarkt schließen wollen″
Zwischenüberschrift:
Luftqualität: Das sagen die Osnabrücker Parteien zu den neuen Erkenntnissen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In diesem Jahr wird der Stickstoffdioxid-Grenzwert am Schlosswall erstmals eingehalten nicht aber am Neumarkt. Das ist einer der Gründe, warum wir den Neumarkt schließen wollen″, sagt etwa Thomas Thiele von der FDP. Mit dieser Forderung steht seine Fraktion weiterhin nicht alleine da.

Denn dort würden mehr Busse fahren als am Schlosswall. Dort fahren allerdings gar keine Busse an der Messstation entlang. Und weiter: Unser Ansatz ist nach wie vor, den Bahnhofsvorplatz als Busumsteigestation zu nutzen und die Johannisstraße busfrei zu machen″, so der FDP-Fraktionsvorsitzende.

In diesem Jahr wird der Stickstoffdioxid-Grenzwert am Schlosswall erstmals eingehalten, sofern die Belastung im Dezember nicht außerordentlich hoch ausfällt. Bis einschließlich November maß die Station am Schlosswall einen Mittelwert von 38 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft. Die EU begrenzt ihn auf 40 Mikrogramm. Am Neumarkt sinkt die Belastung zwar, doch für die Monate Januar bis einschließlich Oktober steht ein Mittelwert von 45, 3 Mikrogramm, also etwa 13 Prozent über dem erlaubten EU-Grenzwert.

An 99 Prozent aller Straßen in Osnabrück werde der NO2-Grenzwert nun eingehalten, sagt Fritz Brickwedde. Der Fraktionsvorsitzende der CDU führt das primär auf die Nachrüstung älterer Busse mit Filtersystemen und die neuen Elektrobusse zurück. Das wiederum sei der CDU zu verdanken, die 2016 das Aktionsprogramm Saubere Busse″ in den Rat eingebracht hatte. Mit der weiteren Elektrifizierung der Busflotte und der Einführung des umweltsensitiven Ampelsystems wird es auch beim Neumarkt zur Einhaltung der Grenzwerte kommen″, ist Brickwedde überzeugt.

Die SPD ist der Meinung, dass die nun endlich erreichte Einhaltung des NOx-Grenzwertes am Wallring eindeutig zulasten des Neumarktes geht″, sagt Ratsherr Heiko Panzer. Der bessere Wert am Schlosswall sei auf keinen Fall Anlass, die Hände in den Schoß zu legen und auf den Wandel in der Antriebstechnik zu warten″. Schließlich stiegen die Kfz-Anmeldezahlen, zugleich sinke die Zahl der ÖPNV-Kunden. Was aber weiter fehlt, ist ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept, welches sich um eine ganzheitliche Strategie für Mobilität bemüht″, so Panzer.

Für die Grünen gibt es keinen Grund zur Entwarnung, das wäre aufgrund der weiterhin hohen Werte unverantwortlich″, sagt Volker Bajus, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Offensichtlich sollen die Umweltprobleme, die der Verkehr in Osnabrück macht, gezielt verharmlost werden. Sinnvoll wäre nach wie vor, den Neumarkt vom Durchgangsverkehr zu befreien.″ Dennoch freut sich Bajus über den Trend am Schlosswall. Diesen führt er auf die Umweltzone und das Einfahrtsverbot für alte Dieselstinker″ zurück. Die Verkehrswende müsse endlich kommen. Wir brauchen nicht nur ein besseres Busangebot, breitere Radwege und weniger Lkw- und Autofahrten. Wir sollten endlich auch ernsthaft über eine Stadtbahn reden″, so Bajus.

Der BOB-Ratsfraktion zufolge geht die geringere Schadstoffbelastung am Schlosswall auch auf die gerichtlich erwirkte Neumarktöffnung für den Individualverkehr″ zurück. Der beste Weg, NOx und CO2 zu senken, ist laut Fraunhofer-Institut der flüssig rollende Verkehr″, sagt der Fraktionsvorsitzende Ralph Lübbe. Denn ein geschlossener Neumarkt führe zu mehr Staus auf dem Wall. Wir sehen uns durch die gerichtliche Entscheidung und durch diese Messwerte erfreulich bestätigt.″

Die weiterhin zu hohe Belastung am Neumarkt führt der Bund Osnabrücker Bürger auf die Busse als Haupt-NOx-Schleudern″ zurück. Dort ist eine andere Lösung mit deutlich weniger oder gar keinen (NOx-) Bussen anzustreben. Der flüssig rollende Individualverkehr ist am Neumarkt genauso wenig ein Problem wie am Wall″, so Lübbe.

Die Linke sieht die Autohersteller in der Pflicht. Es ist einfach unfassbar, dass über vier Jahre nach Bekanntwerden des Abgasskandals die betrügerische Automobilindustrie immer noch nicht verpflichtet wurde, für Hardware-Nachrüstungen zu sorgen″, sagt die Fraktionsvorsitzende Giesela Brandes-Steggewentz. Sie spricht sich gegen Dieselfahrverbote aus diese Strafe träfe die Autofahrer. Dennoch müsse endlich gehandelt werden. Es reicht eben nicht, wenn wir nur einen Luftreinhalteplan aufstellen wir müssen zügig mit der Umsetzung vorankommen und endlich konkret werden. Für uns ist ein Neumarkt, der für Pkw und Lkw gesperrt ist, weiterhin das Ziel.″

Und die Ratsfrau plädiert für die Umsetzung und Kontrolle eines Durchfahrtverbots für Lkw.

Bildtext:
Der Stickstoffdioxid-Grenzwert am Neumarkt ist in diesem Jahr überschritten worden.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel
Autor:
Jörg Sanders


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