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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zoo verzichtet künftig auf einen Direktor
Zwischenüberschrift:
Böer-Nachfolge geregelt / Leitungsteam am Schölerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Osnabrücks Zoodirektor Michael Böer geht Ende März 2020 in Rente und soll anschließend von einem wissenschaftlichen Leitungsteam abgelöst werden. Seinen Posten 1: 1 zu ersetzen oder sogar eine zweite Geschäftsführerstelle zu schaffen kommt für die Mitglieder des mächtigen Zoovereins nicht infrage.

Professor Böer, seit Juli 2012 als Prokurist im Zoo Osnabrück tätig, scheint nach internen Querelen mehr oder weniger kaltgestellt. Der Zoodirektor steht zum Beispiel schon lange nicht mehr in der ersten Reihe, wenn es wichtige Neuigkeiten aus der Tierwelt am Schölerberg zu vermelden gibt. Stattdessen waren es zuletzt immer andere, die sie der Öffentlichkeit präsentierten und erklärten.

Andreas Wulftange und Tobias Klumpe zum Beispiel. Die beiden Biologen und wissenschaftlichen Kuratoren sind deshalb auserkoren, nach Böers Ausscheiden auch offiziell einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Wie der Zoo Osnabrück am Mittwoch mitteilte, sollen sie gemeinsam mit dem neuen Zooinspektor Thorsten Vaupel und Zootierarzt Thomas Scheibe ein vierköpfiges Leitungsteam bilden. So habe es am Dienstagabend die Zoogesellschaft Osnabrück beschlossen. Der eingetragene Verein ist Mehrheitseigner der gemeinnützigen Zoo Osnabrück gGmbH, die für das operative Geschäft des Tierparks zuständig ist. Weitere Anteile an der Betreiberfirma hält die Stadt Osnabrück.

Leistungsteam

Wir konnten das Leitungsteam-Modell in den vergangenen beiden Jahren testen, und es hat sehr gut funktioniert″, sagte Geschäftsführer Andreas Busemann laut Mitteilung bei der Mitgliederversammlung in den Räumen der Umweltstiftung. Einen aus der Vierergruppe zum Zoodirektor zu befördern oder jemanden neu von außen zu holen würde nur die gewachsene Struktur durcheinanderbringen, wenn nicht sogar zerstören″. Das Team aber genieße volles Vertrauen, leiste hervorragende Arbeit und verdiene deshalb die Chance, sich weitere zwei Jahre zu bewähren. Die beiden Biologen Klumpe und Wulftange sollen dazu Prokura erhalten, sprich mit weitgehenden Vollmachten ausgestattet werden. Der Beschluss der Mitgliederversammlung für diese Lösung fiel den Angaben zufolge einstimmig (155: 0). Die endgültige Entscheidung über den Aufbau treffe jedoch der Aufsichtsrat der Zoo Osnabrück gGmbH. In diesem Gremium sitzen Vertreter sowohl des Vereins Zoogesellschaft als auch der Stadt.

Keine Unterstützung fanden Forderungen nach einem neuen Zoodirektor im Range eines Geschäftsführers. Busemann zeigte sich darüber erleichtert. Er sehe in diesem Vorschlag ein großes finanzielles Risiko für den Zoo, seine Tiere und seine Mitarbeiter, weil Doppelspitzen die Leitung eines Betriebs eher erschweren″.

Finanzielles Risiko?

In Deutschland leiste sich einzig der Zoo Köln zwei Geschäftsführer auch dank kommunaler Zuschüsse in Höhe von drei Millionen Euro jährlich. Öffentliche Mittel, über die der Zoo Osnabrück nicht im Ansatz verfüge.

Zudem sei das gegenwärtige Prinzip mit einem Kaufmann als Zoo-Geschäftsführer und einer wissenschaftlichen Zooleitung mit Prokura europaweit nicht nur auf dem Vormarsch, sondern habe in Osnabrück in den vergangenen sieben Jahren auch sehr gut funktioniert, stellte Busemann fest.

In den vergangenen 15 Jahren seien etwa 30 Millionen Euro am Schölerberg für die Verbesserung der Tierhaltung verwendet worden, rechnete der Geschäftsführer vor. Mein Job war dabei, das Geld reinzuholen.″

Auch bei allen Veranstaltungen oder Werbemaßnahmen im Zoo stehe das Wohl der Tiere im Mittelpunkt, die Meinung der wissenschaftlichen Abteilung werde stets berücksichtigt. Das gelte auch für künftige Projekte und Ideen, etwa die geplante Vergrößerung der Elefantenanlage sowie den möglichen Neubau einer Wasserwelt für Seehunde, Seelöwen und Pinguine.

Bildtext:
Stehen seit sieben Jahren gemeinsam an der Spitze des Osnabrücker Zoos: Direktor Michael Böer (links) und Geschäftsführer Andreas Busemann, hier bei einer Pressekonferenz im März 2017.
Foto:
Archiv/ David Ebener
Autor:
Sebastian Stricker


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