User Online: 1 | Timeout: 14:53Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
„Komasaufen ist krank″
 
Wenn die Party vorbei ist
 
Frauen und Technik? Aber klar doch!
 
Maulwürfe,heiße Luftund Schweiß
Zwischenüberschrift:
Jugendliche und Alkohol
 
Beim Thema Alkohol und Drogen sind viele Stars keine Vorbilder
 
Allein unter Männern: Sina studiert Elektrotechnik in Osnabrück und ist damit immer noch eine Ausnahme
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Laute Musik hallt durch den Raum, die Tanzfläche ist voll mit coolen Leuten. Um auch endlich in Stimmung zu kommen, greift man sich einen Drink. Dann geht die Party erst richtig ab.
Heißt das automatisch, dass Alkohol zur Party dazugehört? Gehen die 14- bis 17-Jährigen wirklich so verantwortungslos mit den Spirituosen um, wie oft vermutet wird? Ist Koma-Saufen wirklich cool? Hier schildern 14- bis 16-Jährige ihre Sicht der Dinge. Ein Großteil der Befragten konsumiert höchstens zweimal im Monat Alkohol. Die Menge variiert allerdings. Auf die Frage, ob Alkohol zu einer Fete dazugehört, sind sich fast alle einig, dass es auf die Veranstaltung ankommt. Ich gehe nicht auf eine Party mit dem Auftrag mich bis zur Besinnungslosigkeit zu besaufen″, erklärt David, 15 Jahre. Aber auch aufder anderen Seite gibt es Fürsprecher. Na ja, wenn da eine Party stattfindet, ist natürlich Alkohol im Spiel″, sagt der 15-jährige Peer.
Jedoch waren sehr viele der befragten Jugendlichen schon einmal richtig blau″. Einige hatten sogar einen Filmriss. Ich habe dabei meine Kamera im Klo runtergespült und konnte mich nicht mehr daran erinnern″, erzählte die 16-jährige Denise. Der 15 Jahre alte Chris findet sogar: Halb besoffen ist rausgeschmissenes Geld!
Beim viel diskutierten Thema Koma-Saufen″ sind sich die Befragten aber einig: Ganz sicher nicht. Ich will ja nicht ins Krankenhaus und mir den Magen auspumpen lassen″, sagt Babette, 16 Jahre. Das gehört sich nicht″, schimpft die ebenfalls 15-jährige Elena. Alkohol sei ihrer Meinung nach ein Genussmittel und das sollte es auch bleiben. Nach Meinung von Denise sei Komasaufen krank″.
Klaus Schickhoff ist Experte für Suchtfragen bei der pronova BKK. Dieser erklärt, dass die Zahl der stationären Behandlungen wegen akutem Alkoholmissbrauchs bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 20 in den letzten zehn Jahren drastisch angestiegen sei: Wurden im Jahr 2000 noch 9514 Personen im Krankenhaus behandelt, so waren es 2009 bereits 26 428.″ Die Zahl hat sich also verdreifacht.
Der Alkoholmissbrauch von Jugendlichen hat wirklich zugenommen″, berichtet Schickhoff. Deshalb unterstützt die pronova BKK unteranderem lokale Präventionsmaßnahmen, wie das Projekt Klasse2000″, bei dem schon Grundschulkinder über die Gefahr des Alkoholmissbrauchs aufgeklärt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Rauschbrille, die Jugendlichen die Welt aus Sicht eines Betrunkenen zeigt. Ein schönes Gefühl ist das nicht, wenn man merkt, dass man total die Kontrolle verliert und sich zum Horst macht″, meint Schüler Michael. Das sei eigentlich eine Erfahrung, die total überflüssig sei.

OSNABRÜCK. Der Tod von Amy Winehouse hat viele Menschen rund um den Globus bestürzt. Weltweit trauern die Fans um die 27-jährige Sängerin. Über die Todesursache wird spekuliert Drogen und Alkohol sollen im Spiel gewesen sein. Wirklich verwundert über den frühen Tod der Souldiva waren die meisten Fans jedoch nicht. Schließlich war Winehouse für ihre Alkohol- und Drogenexzesse berüchtigt.

Die Frau mit der außergewöhnlichen Stimme hat eine große Fangemeinde. Für viele war sie das große Idol. Doch sind sich die Stars ihrer Vorbildfunktion bewusst und werden sie dieser auch gerecht? Der ausschweifende Lebenswandel von Amy Winehouse wurde beispielsweise in der Weltpresse ausgiebig dargestellt und diskutiert. Die Verharmlosung von Alkohol und in ihrem Fall auch Drogen ist gefährlich. Das kann gerade bei Jugendlichen dazu führen, zu leichtsinnig mit dem Thema umzugehen. Den Jugendlichen wird vermittelt, cool″ zu sein, wenn man ein schlechtes Image pflegt.
Auf die Frage, ob er seinen Drogenkonsum bereue, an-wortete Charlie Sheen einmal lapidar: Ich bin stolz auf das, was ich getan habe.″ Ind er Serie Two and a Half Men″ spielt Sheen den Lebemann Charlie Harper, der bei Frauen und Alkohol nicht Nein sagen kann. Er verkörperte einen Mann, der gerne und oft zur Flasche greift. Die Parallelen zu Sheens Privatleben haben bei der Vermarktung der Serie sicherlich geholfen.
Das Image des Bad-Boys wurde von Sheen gepflegt und von den Medien immer wieder aufgegriffen. Laut Online-Medien wurde es daher am Serien-Set sogar lange geduldet, das Sheen betrunken zur Arbeit gekommen ist. Schließlich wirkte seine Rolle so authentisch. Die Fans liebten seine Auftritte als Charlie Harper und amüsierten sich. Die Serie wurde zum Kult. Sheen war irgendwie cool, weil er sich anscheinend um nichts scherte. Erst in diesem Jahr, als er den Regisseur beschimpfte, war das Maß voll: Kündigung. Die Fans waren entsetzt, aber nicht aufgrund seiner Exzesse, sondern wegen des Endes der Ära Charlie Harper. Zurzeit macht Sheen nur noch mit seinen Affären und wirren Auftritten Schlagzeilen.
Ebenfalls einen zweifelhaften Ruf in Bezug auf Alkohol genießt David Hasselhoff. Bekannt wurde er mit Serien, wie Baywatch und Knight Rider. Aber auch eine andere Szene ist dem ein oder anderen im Gedächtnis geblieben. Nein, aus keinem Film oder einer Serie. Es ist eine Handyaufnahme seiner Tochter Taylor Ann, auf der The Hoff″ versucht, einen Burger zu verspeisen. Ohne Erfolg. Das Essen fällt auf den Boden und verteilt sich dort. Er ist zu betrunken. Auf Youtube wird das Video zum Hit die Boulevard-Medien berichten darüber. Diese Szene macht deutlich, dass Hasselhoff in dieser Zeit wohl weder für seine Töchter noch für seine Fans ein Vorbild war.
Stars scheinen besondersanfällig für diese Exzesse zusein: Auch die ehemals aufstrebenden Jungstars wie Lindsay Lohan und Mischa Barton sind nur noch aufgrund ihrer Alkohol-Eskapaden in den Medien präsent. Lohan hat mit 20 Jahren bereits etliche Entzugskliniken besucht und wurde betrunken am Steuer erwischt. Barton wird ständig betrunken auf irgendwelchen Partys fotografiert. Rollenangebote bekommen die beiden nur noch selten. Wirklich cool ist das Verhalten dieser Damen schon lange nicht mehr.
Einige Stars scheinen demnach zu vergessen, welche Funktion sie als Vorbilder für ihre Fans haben. Bleibt zuhoffen, dass die meisten Fans verstehen, dass Alkohol kein Mittel gegen Probleme oder Erfolgsdruck ist. Der Tod von Amy Winehouse hat nun auf sehr dramatische Weise gezeigt, dass Drogen und Alkohol wirklich töten können und die Party irgendwann vorbei ist.

KOMMENTAR
Peinlich

Hollywood ist der Inbegriff für Glamour und der Ort, an dem sich die Reichen und Schönen tummeln. Das Rampenlicht hat aber auch seine Schattenseite. So gehören Drogen- und Alkoholexzesse zum Leben vieler Stars und Sternchen dazu. Die Eskapaden lassen sich gut vermarkten, und die Paparazzi sind froh über jedes Foto, das einen betrunkenen Promi zeigt. Hauptsache im Gespräch bleiben egal wie. Dass dieses Verhalten wenig mit Glamour zu tun hat und nur peinlich ist, scheint Lindsay Lohan, Charlie Sheen, Mischa Barton und Co nicht zu interessieren. Sie stehen in der Öffentlichkeit, einige von ihnen haben Kinder, andere sind Teenie-Idole. Sie sollten Vorbilder sein Verantwortung übernehmen und ihre Eskapaden nicht glorifizieren und vermarkten. Mit Ruhm hat das nichts zu tun.
k.pohlmann@ noz.de

OSNABRÜCK. Die 20-jährige Sina hat sich für eine Laufbahn in einem Männerberuf entschieden: Sie studiert Elektrotechnik an der Hochschule Osnabrück. Vorher hat sie dort das Technikum absolviert, ein Praktikum, das Mädchen an die sogenannten MINT-Berufe heranführen soll also an die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
Mein Ziehvater ist Ingenieur, und ich habe früher viel mit ihm gebastelt an der Carrerabahn extra Stromleitungen angebracht zum Beispiel″, so die 20-Jährige. Dieses Hobby auch zum Beruf zumachen stand für Sina anfangs aber nicht zur Debatte: Abimäßig bin ich noch in eine ganz andere Richtung gegangen. Ich hatte Sport und Bio und überhaupt nichts Technisches. Erst als ich das Abi in der Tasche hatte, ist mir diese alte Leidenschaft wieder eingefallen, und dann habe ich mich für das Technikum beworben.″
Das Technikum ist ein Projekt der Hochschule Osnabrück. Frauen machen Praktika in Betrieben und können parallel dazu die Hochschule kennenlernen und Vorlesungen besuchen. Ich war zweieinhalb Monate bei Miele in Gütersloh. Dort habe ich unter anderem in der Ausbildungswerkstatt gearbeitet und konnte in anderen Abteilungen sehen, was man als Ingenieur somacht.″
Nach dem Technikum hat sich Sina entschlossen, Elektrotechnik an der Hochschule Osnabrück zu studieren. Abgeraten hat mir niemand, viele waren aber skeptisch, besonders meine Freundinnen.″ In ihrem Semester ist die 20-Jährige das einzige Mädchen. Es war mir bewusst, dass ich hauptsächlich unter Männern sein werde. Bei der ersten Firma, bei der ich ein Praktikum gemacht habe, war ich das einzige Mädchen. Ich war im Bereich Elektromontage, und während des ganzen Praktikums habe ich nur fünf Frauen gesehen: drei im Büro und zwei Reinigungskräfte.″
Auch im Studium war es erst ungewohnt als einziges Mädchen. Am Anfang habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, weil es komisch war, so ganz allein unter Jungs: Ich hab mich gefragt, was die über mich denken und ob die mich ernst nehmen, aber mittlerweile habe ich mich davon frei gemacht. Bei Miele ist mir das zum Beispiel garnicht aufgefallen, dass ich in der einen Abteilung das einzige Mädchen war.″
Auch mit Vorurteilen hat Sina nicht zu kämpfen: Es hat eigentlich eher Vorteile, das einzige Mädchen zu sein. Einem wird schneller geholfen oder schwere Sachen abgenommen. Außerdem gibt es in Firmen auch viele filigrane Arbeiten, das hab ich im Praktikum gemerkt. Löten von kleinen Teilen, die man teilweise nur mit einer Pinzette anfassen kann, zum Beispiel.″ Trotzdem würde sie sich ein bisschen weibliche Unterstützung wünschen: In der Uni selbst fehlen mir andere Mädchen nicht so sehr, aber in der Stadt ist es natürlich ungewohnt, weil man auch nur schwer Leute außerhalb der Hochschule kennenlernt. Aber ich bin ja auch erst seit März hier. Das kommt sicher noch.″
Die 20-Jährige kommt mit den Jungs in ihrem Semester aber auch gut zurecht: Als ich die Jungs besser kannte, habe ich auch mal gefragt, ob jemand über mich redet, aber sie meinten nicht. Ich bin da voll integriert und werde auch ernst genommen. Aber die mussten sich, glaub ich, trotzdem erst an mich gewöhnen.″
Dass sich nicht mehr Mädchen für MINT-Berufe interessieren, kann Sina bedingt verstehen: Es gibt schon Sachen, da kann ich verstehen, dass Mädchen die nicht sogerne machen, wie zum Beispiel programmieren, aber eigentlich kann man das nicht wirklich aufteilen nach Jungs und Mädchen.″ Es wird immer mehr Wert darauf gelegt, dass Mädchen auch in die MINT-Berufekommen. Es gibt zum Beispiel den Girls′ Day. Ich denke, dass da der Trend schon steigt. Trotzdem werde ich in der Zukunft, wenn ich einen Beruf habe, auch eher mit Männern zu tun haben. So schnell werden die Frauen diese Männerdomäne dann doch nicht erobern.″

Bildtext:
Ungewöhnlich findet Sina ihren Berufswunsch nicht. Und sie wünscht sich mehr Frauen in ihrem Bereich.
Foto:
privat

MINT-Technikum
Das Technikum für MINT-Bereiche (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bietet ein sechsmonatiges Betriebspraktikum in einem regionalen Unternehmen (inklusive Vergütung). Gleichzeitig nehmen die Teilnehmerinnen an einem Schnupperstudium an der Hochschule Osnabrück teil. Die Kurse können jenach persönlichem Interesse gewählt werden. Das Technikum bietet erste Einblicke in den Berufsalltag von Ingenieurinnenund Informatikerinnen und bereitet auf die Studienwahl vor. Gleichzeitig können die Teilnehmerinnen interessante Kontakte zu Hochschule, Unternehmenund Studierenden knüpfen. Gesucht werden: junge Frauen mit Abitur und einem Interesse an Naturwissenschaften, Technik oder Mathematik. Start: Das Technikum beginnt im September 2011 und endet zum Beginn des Sommersemesters. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Kontakt: Koordinationsbüro MINT-Technikum Hochschule Osnabrück Elke Turner Tel. 0541/ 969-2183 e.turner@ hs-osnabrueck.de www.ecs.hs-osnabrueck.de/ technikum.html

Eine Schweißperle rollt mir über die Stirn. Und auch unter meinen Achseln wird es langsam feucht. Frische Luft ist Mangelware. Der IC 142 von Berlin nach Amsterdam kämpft gegen mich und meine Mitfahrer und gegen unseren Schaffner. Lüftung ein und aus. Wir machen die jetzt erst einmal 20 Minuten aus. Mal schauen, ob′s dann wieder geht.″
Jeder im Schweiß-Waggon″ bekommt einen halben Liter Gratis-Wasser. Ich dampfe eifrig weiter unser Zug leider nicht. Jetzt gibt es auch noch Probleme mit den Schienen. Ein außerplanmäßiger Halt″ schenkt uns weitere warme Minuten. Es gibt den zweiten Gang im Bahn-Menü: eine Tüte Weingummi gegen die Wartezeit. Die lustigen Gummi-Maulwürfe sollen die Stimmung heben. Bei meiner Sitznachbarin klappt das nicht: Bei der Bahn funktioniert nichts und unfreundlich sind die auch noch! Wer hier unfreundlich ist, weiß ich rechtbald. Dabei kann unser Schaffner nichts dafür die Herren in den Chef-Etagensollten sich die Klage-Worte zu Herzen nehmen. 2013 solles ja neue Züge geben hoffentlich ohne Gummi-Maulwürfe und Sauna-Feeling!
Autor:
Luisa Schollek, Natascha Kanke, Kathrin Pohlmann, Kim Ulpts, David Missal


Anfang der Liste Ende der Liste