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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
70-Millionen-Neubau in Osnabrück
 
381 kleine Wohnungen mitten in der Stadt
Zwischenüberschrift:
Meppener Investor will Kleinstwohnungen mitten in der Innenstadt errichten
 
An der Möserstraße entsteht ein neues Quartier
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Osnabrücker City wird an zentraler Stelle umgekrempelt: Ein Meppener Unternehmen will neben der Hauptstelle der Sparkasse ein Quartier mit 381 Wohnungen bauen. Die Verträge sind unterzeichnet, die Politik zieht mit.

Nur 200 Meter Luftlinie vom Neumarkt entfernt wird sich die Innenstadt in den kommenden Jahren erheblich verändern. Die Pro Urban AG, ein Familienunternehmen aus dem Emsland, hat sich das Quartier an der Möserstraße/ Georgstraße gesichert. Die letzten Kaufverträge sind am Donnerstag beim Notar unterschrieben worden.

Die Fläche wird räumlich dominiert von der ehemaligen C& A-Filiale, die heute der Billigtextiler Kik nutzt. Hinzu kommt die Häuserzeile an der Georgstraße zwischen dem Pett″-Geschäft und dem Kundenparkhaus der Sparkasse. Die Liegenschaften der Sparkasse bleiben von den Plänen unberührt.

70 Millionen Euro will Pro Urban in das Projekt investieren, wie Geschäftsführer Raphael Wellen auf Anfrage unserer Redaktion sagte. In dieser tollen Lage″ im Herzen von Osnabrück wird nach seinen Worten ein urbaner Neubau″ mit 381 Kleinstwohnungen für Senioren, Studenten und Berufspendler entstehen. Menschen in die City holen, Autos raus und Junge und Alte zusammenbringen wir setzen genau das um, was in Osnabrück großes Thema ist″, sagte Wellen.

Die Appartements werden zwischen 24 und 30 Quadratmeter groß und voll möbliert sein. Sie seien optimal für Senioren und Studenten, die zentrumsnah wohnen wollten und kein eigenes Auto brauchten, sagte Wellen. Darüber hinaus richtet sich das Angebot an Berufspendler, die in der Woche in Osnabrück arbeiten.

Sechs Obergeschosse mit Wohnungen sieht der Entwurf vor. Im Erdgeschoss bringt Pro Urban Serviceeinrichtungen unter, die den Bewohnern des Hauses das Leben angenehm machen sollen, aber auch jedem anderen offenstehen. Dazu gehören ein Restaurant, eine Tagespflege, Fitness- und Sportfläche, Lounge und Aufenthaltszone, eine Wäscherei und ein frei zugänglicher, begrünter Innenhof.

Zehn Prozent der Wohnungen (38 Appartements) sollen dem Plan zufolge als preislich gedämpfte Sozialwohnungen ausgewiesen werden. Wir kommen unserer sozialen Verantwortung nach″, sagte der Geschäftsführer.

Das 4200 große Grundstück gehörte zwei Erbengemeinschaften, die jahrelang nach einem Investor gesucht hatten. 2012 war das Quartier kurzzeitig als möglicher Standort für ein Einkaufszentrum im Gespräch. Vor zwei Jahren nahm Pro Urban Gespräche mit den Grundstückseigentümern und der Stadt auf. Die Vorgespräche mit der Verwaltungspitze und den großen Ratsfraktionen seien sehr, sehr gut″ und ermutigend verlaufen, sagte Wellen.

Bildtext:
An der Möserstraße in Osnabrück entsteht ein Wohnquartier für Senioren, Studenten und Berufspendler.
Foto:
Jörn Martens

Kommentar
Das muss etwas werden

Welch eine Idee, welch ein Impuls, welch ein Signal: Der Meppener Investor bringt genau das in die City, was sie an dieser Stelle braucht. Es wäre ein Jammer, wenn dieses Projekt aus welchen Gründen auch immer doch noch scheitern sollte.

Skeptiker werden das Projekt vielleicht als Mischung aus Studenten-, Alten- und Arbeiterwohnheim abtun. Doch hier steckt viel mehr dahinter. Hier bekommt die Stadt die Chance geschenkt, ein neues Zusammenleben zu erproben, das es in dieser Konsequenz und Größe noch nicht gibt. Der Gedanke, kleine Appartements mit bespielbaren Gemeinschaftszonen und Serviceleistungen zu kombinieren, ist so genial, dass man sich fragt: Warum ist keiner eher darauf gekommen? Die Generationen mischen sich. Studenten, die mit wenig Platz auskommen, leben neben Senioren, die Hilfe in ihrer Nähe wissen und die Zentrumsnähe schätzen. Perfekt.

Auch die großen Parteien sehen das Projekt positiv. Aber: Der konkrete Planungsprozess beginnt erst jetzt, und die Probleme stecken bekanntlich im Detail. Passen die Höhen, ist die Sozialquote ausreichend? Der Investor wird angesichts hoher Einstandskosten die Stadt vermutlich in manchen Details schmerzhaft herausfordern. Aber viel Verhandlungsspielraum hat die Politik nicht. Denn alle im Rathaus müssen nach dem Desaster am Neumarkt zeigen: In Osnabrück geht doch was voran. w.hinrichs@ noz.de

Osnabrück Menschen rein, Autos raus: Mit der neuartigen Wohnwelt an der Möserstraße treiben Investor und Stadtspitze die Stadtentwicklung mit einer neuen Zielrichtung voran.

Zwei Jahre dauerten die Verhandlungen zwischen den Grundstückseigentümern und Pro Urban aus Meppen. Viele Beteiligte, komplexe Vertragsverhältnisse und ein hoher Preis machten dem Käufer zu schaffen. Am Donnerstagnachmittag setzte Raphael Wellen, Geschäftsführer von Pro Urban, seine Unterschrift unter den Kaufvertrag und startete damit die konkrete Phase zur Umsetzung einer der größten Investitionen in der Osnabrücker Innenstadt seit Jahrzehnten.

Die Planung in groben Zügen: Im Karree Möserstraße/ Georgstraße werden 381 Appartements mit 24 bis 30 Quadratmeter Grundfläche gebaut. Im Erdgeschoss sind ein Restaurant, eine Tagespflegeeinrichtung, Fitness- und Sportfläche, Lounge und Aufenthaltszone, eine Wäscherei und ein frei zugänglicher, begrünter Innenhof geplant. Die Pro Urban AG und ihre Tochtergesellschaften bauen und betreiben alle Einrichtungen. Die Investitonssumme: 70 Millionen Euro. Das Angebot richtet sich an Studenten, junge Leute, Senioren und Berufspendler.

Deshalb passt das Projekt nach Osnabrück: Raphael Wellen ist überzeugt, dass das Objekt optimal auf Osnabrück zugeschnitten ist. Er sagt: Wir erfüllen mit diesem Vorhaben die Bedürfnisse Osnabrücks, indem wir Menschen gezielt in die Innenstadt holen, allen Generationen ein Zuhause anbieten, mit einem attraktiven Neubau die Innenstadt gestalten, sehr soziale Nutzungen schaffen, welche nicht in Konkurrenz zur Nachbarschaft stehen, die Lage deutlich aufwerten, einen großen, grünen und öffentlichen Innenhof gestalten werden.″

Die Meinung im Rathaus: Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen sind über die Pläne vorab informiert worden und begrüßen sie. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde ließ am Dienstag während der Haushaltsdebatte im Rat den Satz fallen, die Innenstadt werde durch ein großes Projekt an der Möserstraße″ erheblich aufgewertet. Pro Urban war ein grundsätzliches Ja aus der Politik wichtig, um Risiken zu vermeiden.

Der Hintergrund ist offensichtlich: Angesichts des derzeit hohen Preisniveaus bei Immobilien wird auch Pro Urban für dieses zentrale 4200-Quadratmeter-Grundstück tief in die Tasche gegriffen haben. Damit sich das Investment lohnt, muss Pro Urban die Fläche optimal nutzen. Sollte die Politik zu enge Grenzen setzen, droht eine Fehlinvestition. Die Gespräche mit CDU, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen waren nach den Worten von Raphael Wellen sehr, sehr gut″, und deshalb ist es ihm wichtig, öffentlich Danke zu sagen – „ dem Oberbürgermeister Griesert, Stadtbaurat Otte, Fritz Brickwedde, Frank Henning, Heiko Panzer und den Grünen″.

Die nächsten Schritte: Der Stadtrat muss die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschließen. In diesem Bauleitverfahren werden die Details der Bauplanung geprüft und Anregungen und Bedenken abgewogen. Parallel dazu erarbeitet der Investor den Bauantrag. Am Ende schließen Pro Urban und die Stadt einen Durchführungsvertrag, der Bestandteil des Bebauungsplans ist. Das Planungsverfahren kann sich ein Jahr hinziehen, sodass mit einem Baubeginn nicht vor 2021 zu rechnen ist.

Das sagt der Stadtbaurat dazu: Frank Otte begrüßt die Entwicklung. Er nimmt für sich in Anspruch, vor zwei Jahren die früheren Eigentümer und den jetzigen Investor zusammengebracht zu haben. Viele Gespräche mit unterschiedlichen Investoren habe es in den letzten Jahren gegeben, aber keine gemeinsame Basis. Ich bin zufrieden, dass das Viertel jetzt eine gute Perspektive hat″, sagte Otte am Freitag unserer Redaktion. Es gebe zwar noch ein Menge Punkte″ zu klären, aber er sehe keine unlösbaren Probleme″.

Über die Pro Urban AG aus Meppen: Das Familienunternehmen führt unter dem Dach der Pro Urban AG zwei Holdings. Eine Holding vereinigt fünf Unternehmen, die Immobilen entwickeln, realisieren, betreiben und haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten. Daneben bietet die Pro Talis Holding Seniorenbetreuung und - pflege an. Wir bündeln bei dem Projekt in Osnabrück alle unsere Kompetenzen und bieten alles aus einer Hand″, sagte Wellen.

Vergleichbare Projekte hat Pro Urban in Städten Nord- und Westdeutschlands realisiert, unter anderem in Düsseldorf, Münster, Meppen und Nordhorn. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben seit 40 Jahren Wohn-, Gewerbe- und Seniorenimmobilien in wachstumsstarken Regionen Deutschlands. Das Gesamtvolumen der realisierten Objekte liegt nach Firmenangaben bei 900 Millionen Euro.

Bildtexte:
Blick auf die Kreuzung Möserstraße/ Georgstraße. Links der Neubau mit Appartements und einem Restaurant im Erdgeschoss, rechts ist am Ende der Straße Galeria Kaufhof zu sehen.
Der Rückraum der Möserstraße, der neu bebaut wird. Fotografiert aus einem Fenster der Sparkasse.
Das ehemalige C& A-Haus (Foto) und Gebäude an der Georgstraße werden dem Wohnprojekt weichen.
Grafik:
Pro Urban
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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