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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Erstes T-Roc-Cabrio von VW Osnabrück fertig
Zwischenüberschrift:
Premiere: Offene Variante des Volkswagen-Modells läuft im Fledder vom Band
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Aus Osnabrück rollen wieder Cabrios in die Welt. Seit Mittwoch läuft hier die offene Version des neuen T-Roc vom Band. VW hat mit der Serienproduktion begonnen. Der Konzern macht kein großes öffentliches Tamtam um dieses Ereignis, das eher still und leise daherkommt. Dabei ist es das einzige Cabriolet innerhalb der Marke. Volkswagen Osnabrück feiert diesen 4. Dezember aber mit den Mitarbeitern, markiert er doch einen entscheidenden Meilenstein für einen der kleinsten Produktionsstandorte im Weltunternehmen. Und das fast 170 000 Einwohner zählende Osnabrück an der beschaulichen Hase kann sich in der Gewissheit sonnen, dass seiner wechselvollen Automobilgeschichte ein weiteres Kapitel hinzugefügt wird.

Für jährlich bis zu 20 000 Cabrios, so die aktuellen Planungen, sind in Osnabrück die Kapazitäten im Werk ausgelegt. Ob das VW-Modell T-Roc Cabrio ein kleines Stück an die großartige Erfolgsgeschichte des Golf Cabriolet anknüpfen kann? Beim Träumen denkt mancher dabei unweigerlich an den Osnabrücker Autobauer Karmann, der ab 1979 alle Golf-Cabriolet-Generationen produzierte. Allein vom Golf I Cabriolet wurden von März 1979 bis August 1993 389 000 Wagen hergestellt. Die Traditions-Autoschmiede hatte sich zuvor mit der Produktion des VW Karmann-Ghia ein Denkmal gesetzt. Dann der Schock: Im April 2009 meldete Karmann Insolvenz an. Der in Wolfsburg beheimatete Weltkonzern VW kaufte unter maßgeblicher Einflussnahme der vom CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff geführten niedersächsischen Landesregierung wesentliche Teile der Wilhelm Karmann GmbH aus der Insolvenzmasse. Schon im Dezember 2009 erfolgte die Gründung der Volkswagen Osnabrück GmbH, eines Tochterunternehmens der Volkswagen AG.

Wenn heute, zehn Jahre später, auf dem VW-Betriebsgelände an der Karmannstraße die Sektkorken knallen, werden die aktuell rund 2400 Mitarbeiter weniger an einem historischen Rückblick interessiert gewesen sein. Mit großer Genugtuung dürften sie das Statement des eigens angereisten Volkswagen-Produktionsvorstands Andreas Tostmann registriert haben: Das Fahrzeug wurde in weiten Teilen in Osnabrück entwickelt und auch hier produziert. Die Mannschaft hat viel dafür getan, das T-Roc Cabriolet hierher zu holen und hat sich letztlich für die Anstrengungen belohnt. Produktion, Montage und Logistik wurden für einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag umfassend modernisiert und sind auf einem hervorragenden Stand.″

Der Mutterkonzern setzt auf den Produktionsstandort Osnabrück und ist auch voll vom kommenden Erfolg des Cabrios überzeugt. So deutet Jörg Müller, seit 1. März Leiter des VW-Standorts Osnabrück, signifikante Investitionen ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe an, die in den kommenden fünf Jahren in den Ausbau der Fertigungsanlagen gesteckt werden sollen. Im Werk spricht man von rund 80 Millionen Euro, die bereits für das T-Roc Cabrio in die Modernisierung der Fertigung geflossen waren. Doch neben der Investitionsbereitschaft hebt er ebenfalls die Besonderheit des Standorts im Gesamtkonzern hervor: Die Stärke von Volkswagen Osnabrück sind die drei Säulen vor Ort, die Entwicklung, die Metallgruppe dazu zählen Anlagen- und Werkzeugbau sowie die Produktion, der eigentliche Fahrzeugbau. Beim T-Roc Cabrio ist es uns gelungen, diese drei Bereiche zusammenzubringen.″ Entwicklung und Produktion an einem Standort seien ein Alleinstellungsmerkmal im Konzern, das es zu stärken gelte.

VW-Produktionsvorstand Andreas Tostmann ist sich der Besonderheit des einzigen Cabriolets der Marke Volkswagen bewusst: Wir wissen um diese Sonderstellung. Wir bauen auch auf dem großen Erfahrungsschatz und dem Know-how auf, das es in Osnabrück schon lange gibt. Klar ist, die Stückzahlen liegen in anderer Größenordnung als die des neuen Golf. Aber wir haben mit dem T-Roc Cabrio ein wirklich tolles Auto am Start und treten in einen SUV-Cabrio-Markt ein, in dem wir ein echtes Alleinstellungsmerkmal besitzen.″ Und natürlich wisse man, dass der Cabrio-Markt selbst in seiner gesamten Größe beschränkt sei.Das T-Roc Cabriolet

Es ist die offene Variante des laut VW-Einschätzung – „ erfolgreichen Crossovers T-Roc″. Seit November 2017 gehört dieser Kompakt-SUV zur VW-Modell-Palette. Gefertigt wird er seit August 2017 für den europäischen Markt bei Volkswagen Auto europa im portugiesischen Setúbal und für den asiatischen Markt bei FAW-Volkswagen im chinesischen Foshan. Im ersten Verkaufsjahr 2017 wurden in der Bundesrepublik 1851 T-Roc neu zugelassen. 2018 stieg diese Zahl auf 35 299 Fahrzeuge, davon 6159 mit Dieselantrieb und 11 408 mit Allradantrieb.

Beim Offen-Modell aus Osnabrück stellt sich das besondere Fahrvergnügen schnell ein: Open-Air-Feeling gibt es nach neun Sekunden. In dieser Zeit öffnet und schließt sich nach Werksangaben das Stoffverdeck vollautomatisch per Knopfdruck über einen Zentralschalter in der Mittelkonsole. Das Ganze aber bitte nur bis Tempo 30! Mit einer Länge von 4, 27 Metern ist die Cabrio-Version knapp vier Zentimeter länger als das Basismodell. Das Ladeteil fasst 284 Liter. Auch wenn heute der Produktionsstart in Osnabrück erfolgt ist, kann das T-Roc Cabrio noch nicht bestellt werden. Einen Termin nannte das Unternehmen noch nicht. Dies gilt auch für den Kaufpreis. Zur besseren Einschätzung: Die Basisversion des VW T-Roc kostet in der Grundausstattung ab 21 435 Euro.

Bildtext:
Dr. Andreas Tostmann, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen für den Geschäftsbereich Produktion und Logistik″, und Jörg Müller, Geschäftsführer Technik und Sprecher der Geschäftsführung, aufgenommen gestern bei einem Standortsymposium der Volkswagen Osnabrück GmbH.
Fotos:
Friso Gentsch/ Volkswagen, David Ebener

Kommentar
Gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Osnabrück

Seit Mittwoch läuft das neue T-Roc-Cabrio in Osnabrück in Serie vom Band. Was heißt das für den Standort?

Made in Osnabrück.″ Cabriofans sehen dieses Attribut vielfach als ein Qualitätssiegel an, das zudem überwiegend mit positiven Emotionen besetzt ist. Zu nennen ist der legendäre VW Karmann-Ghia, der von 1955 bis 1974 in der Hasestadt produziert wurde. Unvergessen auch alle VW-Golf-Cabriolet-Generationen, die ab 1979 bei Karmann vom Band liefen.

Und jetzt das VW-Modell T-Roc Cabriolet, das in der Hasestadt in Serie hergestellt wird. Eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Osnabrück oder doch nicht? Passen Cabriolets als Modellvarianten überhaupt noch in die Zeit, in der umweltverträgliche Antriebsarten Stichwort E-Mobilität eines der großen Branchenthemen bilden? VW belebt seine automobile Cabrio-Tradition mit dem Nischenprodukt neu, setzt dabei auf bekannte Verbrennungstechnik, liefert Benziner oder Diesel. Bei den 20 000 Einheiten, die produktionstechnisch in Osnabrück möglich wären, wäre eine zusätzliche, dann umweltfreundliche Antriebsart, wirtschaftlich wohl schwer darstellbar.

Und dann wäre da noch der Spaßfaktor, die Sache mit dem Open-Air-Feeling. Ist ein lautloses Dahingleiten mit offenem Verdeck genauso reizvoll wie entspanntes Fahren mit Motorenuntermalung? Wobei man dann bei der für Unternehmen alles entscheidenden Gretchenfrage landet: Wie reagiert der Kunde auf das neue Produkt? Hopp oder top? Für die 2400 Mitarbeiter von Volkswagen Osnabrück wird das eine, wenn nicht die entscheidende Zukunftsfrage sein.
Autor:
Berthold Hamelmann


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