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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fußgängerbrücken als Mini-Kraftwerke
Zwischenüberschrift:
Architekt räumt Preise ab: In Peking regt sich Interesse für Solardesign aus Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Er war noch nie in China, aber es kann sein, dass einige Fußgängerbrücken in Peking demnächst nach seinen Entwürfen umgestaltet werden. Der Osnabrücker Architekt Peter Kuczia demonstriert, wie triste Betonrampen mit Solarpanels zu neuen Formen auflaufen können. Dafür hat er jetzt mehrere internationale Preise bekommen.

Ich wollte zeigen, was mit einem Rechteck möglich ist″, sagt Peter Kuczia und weist auf eine schwarze Platte, die an der Wand lehnt. Sie ist 1, 70 Meter lang und 66 Zentimeter breit, in ihrer matten Oberfläche spiegelt sich das Licht auf dezente Weise. Weil sie Sonnenstrahlen in Strom verwandeln kann, ist sie aber mehr als ein dekoratives Rechteck.

Skulpturen aus Modulen

Aus Hunderten solcher Solarmodule hat der Architekt geometrische Formen kreiert, mit denen aus Fußgängerbrücken Skulpturen im öffentlichen Raum werden, die zugleich als emissionsfreie Mini-Kraftwerke dienen könnten. Bisher ist zwar keiner der Entwürfe realisiert worden, aber Peter Kuczia ist mit dem Design bei zwei internationalen Wettbewerben groß herausgekommen. Zweimal Best of Best″ bei den Iconic Awards 2019, einmal die Auszeichnung Product Of The Year″ in der Konkurrenz Architecture Masterprize″ damit gehörte er zu den acht besten unter Tausenden von Einsendern aus aller Welt.

Mit Solararchitektur beschäftigt sich Kuczia seit mehr als einem Jahrzehnt. Zentrale Bedeutung hat für ihn die Frage, wie das Sonnenlicht in ein Haus geleitet wird. Zugleich nutzt er Fotovoltaikmodule konsequent als Außenhaut für Gebäude. Damit spart er Fassadenverkleidungen oder Dachpfannen und erzeugt eine sehr markante Oberfläche.

Schon seit einigen Jahren arbeitet der Architekt mit der Firma Avancis aus Torgau in Sachsen zusammen, die sich auf die Herstellung von Dünnschichtsolarzellen spezialisiert hat. Avancis gehört zum chinesischen Staatskonzern CNMB, und über die Kontakte in die Volksrepublik erhielt Kuczia den Auftrag für die Fußgängerbrücken in Peking.

Die Anforderung sei wohl aus der Politik gekommen, sagt der Osnabrücker Architekt. In Peking leiden die Menschen unter der extremen Luftverschmutzung. Es gibt eine Reihe von Programmen, mit denen regenerative Energien gefördert werden. Hinzu kommt, dass chinesische Großstädte als innovationsfreudig gelten und das auch gerne zeigen.

Für Peter Kuczia war das Brückenprojekt vor allem ein Abenteuer im Kopf, das er mit seiner 3-D-Software anschaulich in Bilder umsetzte. Er ist überzeugt, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt. Etwa 60 Entwürfe hat er visualisiert, und die Ideen dazu kamen ihm, wie er sagt, am Schreibtisch: Ich saß hier abends und nachts und dachte, das kann man auch so machen!

Da bekommt eine Fußgängerbrücke spiegelblanke Umrandungen aus Solarzellen, mit Zickzackmuster oder leicht versetzt, Ringe, die rund oder eckig sein können, Spiralen, die sich wie eine Schlange um den Betonkörper winden. Aber alle diese dreidimensionalen Figuren gehen auf das einfache Rechteck zurück.

Der Architekt hofft, dass zumindest einer seiner Entwürfe in reale Formen umgesetzt wird. Zu tun gäbe es eigentlich genug, meint er, denn allein in Peking könnten Hunderte von Fußgängerbrücken mit dem Solar-Design veredelt werden. Aber bislang liegen die Pläne in irgendwelchen Schubladen. Peter Kuczia weiß nicht, wer jetzt grünes Licht geben müsste, gibt sich aber zuversichtlich: Wenn ich Glück habe, dann läuft das!

Bildtext:
So könnte eine Fußgängerbrücke in Peking bald aussehen: rechts im Bild der Ist-Zustand, links die Vision von Peter Kuczia.
Architekt Peter Kuczia.
Zeichnungen:
Peter Kuczia
Foto:
Rainer Lahmann-Lammert
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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