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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lautlos und einsatzbereit
Zwischenüberschrift:
Was man über die ungewöhnlichen Elektrofahrzeuge der Osnabrücker Polizei wissen muss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Ob Autos, Motorräder, Pedelecs oder Quads: Die Polizeidirektion Osnabrück gibt bei der Erprobung elektrischer Einsatzfahrzeuge weiter Gas. Jetzt will sie den bundesweit ersten Funkstreifenwagen mit reinem Brennstoffzellen-Antrieb testen. Fragen und Antworten.

Was zeichnet das neue Wasserstoff-Polizeiauto aus? Der für den Streifenwagen-Test der Osnabrücker Polizei vorgesehene Hyundai Nexo hat laut Hersteller eine Norm-Reichweite von 756 Kilometern. Diese wurde nach dem sogenannten WLTP-Zyklus ermittelt, einem seit September 2017 EU-weit gültigen, global einheitlichen Prüfverfahren. Ein 120 Kilowatt (163 PS) starker Elektromotor beschleunigt den knapp 1, 9 Tonnen schweren Kombi (Kofferraumvolumen 461 Liter) in 9, 5 Sekunden von null auf Tempo 100. Das maximale Drehmoment liegt bei 395 Newtonmetern. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 179 Kilometer pro Stunde, der Verbrauch 840 Gramm Wasserstoff (H2) pro 100 Kilometer. In drei bis fünf Minuten ist das Fahrzeug vollgetankt. Das zulässige Gesamtgewicht wird mit 2340 Kilogramm angegeben.

Wann genau soll der Wagen zum Einsatz in Osnabrück kommen? Das Wasserstoffauto befindet sich seit Oktober im Eigentum der Polizeidirektion Osnabrück. Zurzeit wird das von der Stange gekaufte Fahrzeug in einer Oldenburger Spezialwerkstatt für den städtischen Streifendienst hergerichtet. Am 5. März 2020 soll es dann im Beisein von Innenminister Boris Pistorius (SPD) in Osnabrück der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Erst vor gut einem Jahr hatte der frühere Osnabrücker Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt den Startschuss für ein vergleichbares Pilotprojekt der Polizei gegeben: Am 18. Oktober 2018 präsentierte er gemeinsam mit dem damaligen Osnabrücker Polizeipräsidenten Bernhard Witthaut die beiden bundesweit ersten Elektro-Polizeimotorräder für den städtischen Einsatz- und Streifendienst. Ein weiteres batteriebetriebenes Krad in einer geländegängigen Enduro-Version benutzt die Polizeidirektion Osnabrück bereits seit Mai 2017 auf Borkum.

Welche Erfahrungen macht die Polizeidirektion Osnabrück mit ihren Elektrofahrzeugen im Einsatz? Nach Angaben von Sprecher Marco Ellermann kommen gerade die E-Motorräder bestens an sowohl bei den Kollegen, die sie benutzen, als auch bei den Bürgern. Es gab bereits viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, zum Beispiel bei Veranstaltungen wie den Fridays-for-Future-Demos, der Telgter Wallfahrt, der Energiemesse Osnabrück oder auch bei Schiffsüberführungen der Meyer Werft in Papenburg.″ Besonders geschätzt werde, wie leise und damit wenig störend die E-Kräder im Vergleich zu herkömmlichen Polizeimotorrädern seien. Intern rühmten die Fahrer vor allem den starken Antritt und Durchzug der Maschinen, ebenso ihre leichte Bedienung, bei der zum Beispiel weder Schalten noch Kuppeln nötig ist. Auch das Funken falle wegen der geringeren Geräuschkulisse leichter.

Die Osnabrücker Behörde gilt in Sachen Elektromobilität als sehr experimentierfreudig. Schauen sich andere Polizeien davon etwas ab? Auf jeden Fall. Mittlerweile mache der Einsatz von elektrischen Polizeimotorrädern national Schule, berichtet Ellermann. Selbst aus dem europäischen Ausland gebe es immer wieder Anfragen. In Niedersachsens Hauptstadt zum Beispiel dürften Staatsgäste bald von E-Motorräder der Polizei eskortiert werden. Die Polizeidirektion Hannover will acht solcher Fahrzeuge anschaffen die Ausschreibung läuft. Damit wäre der so genannte Fünfer- oder Siebener-Keil vor den Staatskarossen die erste vollelektrische Eskorte in Deutschland, heißt es im Innenministerium.

Was verspricht sich die Polizeidirektion konkret vom neuen Wasserstoffauto? Nach den positiven Ergebnissen mit den E-Motorrädern auf Borkum und in Osnabrück möchten wir weitere alternative, innovative Antriebstechnologien auf die polizeiliche Einsatzfähigkeit prüfen und testen″, unterstreicht Polizeisprecher Ellermann. Die Beschaffung eines Wasserstoff-Streifenwagens sei ein zentraler Baustein in dem Vorhaben, die polizeiliche Flotte in der Direktion Osnabrück klimafreundlicher zu gestalten und den CO2-Ausstoß nachhaltig zu verringern″. Dasselbe gelte für das elektrisch angetriebene Quad vom Typ Polaris Ranger EV″, welches ab dem 19. Dezember auf der Insel Juist eingesetzt werden soll. Auch dieses Geländefahrzeug sei in der Polizeidirektion Osnabrück konzipiert und für den Einsatz- und Streifendienst ausgestattet worden. Landesweit ist es das erste seiner Art″, betont Ellermann. Bislang habe es in ganz Deutschland nur auf Usedom ein vergleichbares Projekt gegeben.

Bildtext:
So sieht der Hyundai Nexo aus, wenn man ihn aufschneidet und die Antriebstechnik freilegt. Im aufprallgeschützten Bereich der Hinterachse liegen die Wasserstoff-Tanks, vorne befinden sich die Brennstoffzelle und der Elektromotor.
Foto:
Hyundai
Autor:
Sebastian Stricker


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