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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hitze und Borkenkäfer stressen Waldbesitzer
Zwischenüberschrift:
Holzpreise im Keller: Gedrückte Stimmung bei der Jahresversammlung der Waldschutzgenossenschaft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bad Iburg Die Waldbesitzer in der Region schieben Frust. Das Überangebot an sogenanntem Kalamitätsholz hat die Preise ruiniert, und jetzt müssen die Waldbauern auch noch die Wiederaufforstung bezahlen.

Dem Wald geht es schlecht. Hitze, Dürre und der Borkenkäfer haben ihm in den vergangenen Jahren verstärkt zugesetzt. Und wenn es dem Wald schlecht geht, klagen die Waldbesitzer. Bei der Jahreshauptversammlung der Waldschutzgenossenschaft Osnabrück-Süd ging es daher hauptsächlich um die Sorgen der Waldbesitzer. Gut 200 Mitglieder der Genossenschaft waren in der Gaststätte Tovar zusammengekommen, um über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

So sieht es bei den Fichten aus: Vor allem die Fichten und Buchen hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Die Fichten sind zum größten Teil verloren″, stellte Johannes Meyer zum Alten Borgloh als Vorsitzender der Genossenschaft klar. Die Dürre habe viele Bestände geschädigt und dazu noch perfekte Brutvoraussetzungen für den Borkenkäfer geschaffen. Den Schädlingen versuche man, mit Trinet-Fallen zu begegnen, die die Käfer anlocken sollen, so Meyer zum Alten Borgloh. Damit haben wir auch durchaus Erfolg.″ Die Waldschutzgenossenschaft habe selbst viele Fallen gekauft und so noch Schlimmeres verhindert. Die Situation sei dennoch katastrophal.

Auch viele Buchenbestände vernichtet: Die Buche habe ebenfalls sehr zu leiden. Im Gegensatz zu anderen Bäumen vertrage sie die Hitze nicht. 42 Grad im Hochsommer haben viele Bestände vernichtet″, sagte er. Dem stimmte auch Forstamtsleiter Dr. Florian Stockmann zu. Die Buche stirbt langsamer und weniger auffällig als die Fichte.″ Dennoch gehe er davon aus, dass im kommenden Frühjahr weitere Schäden sichtbar werden. Dazu kamen noch Stürme, die viele Bäume umgeworfen haben.

Holzpreise im Keller: Das Ergebnis ist vor allem für die Waldbauern schlimm. Die Holzpreise sind im Keller. Sie können sich freuen, wenn sie auf null kommen″, sagte Meyer zum Alten Borgloh. Die Menge an Kalamitätsholz, also erkrankten Bäumen, drückt nicht nur den Preis bei den regionalen Sägewerken, sondern mittlerweile auch bei den internationalen Abnehmern. Asien, vor allem China, ist mittlerweile ein großer Importeur, nachdem dort die natürlichen Ressourcen übermäßig abgeholzt wurden. Doch selbst der Export reicht nicht mehr aus, um die Preise zu stabilisieren. Es ist einfach zu viel Holz auf dem Markt.

Die Waldschutzgenossenschaft vermarktet das Holz der Mitglieder gemeinsam und schafft es bislang, wenigstens den Eigenwert des Holzes zu erlösen. Jetzt stehen den Waldbauern aber noch andere Investitionen bevor. Der Wald muss geräumt und erneuert werden.

Tipps für Waldbauern: Vonseiten der Landwirtschaftskammer erhielten die Waldbauern einige Tipps, wie sie jetzt mit den kahlen Flächen umgehen können. Grundsätzlich könne es sinnvoll sein, die Bereiche zunächst einige Jahre brach liegen zu lassen. Das kann gerade bei Schädlingsbefall sinnvoll sein, da so den Käfern kein neuer Lebensraum gegeben wird. Bei der Wiederbewaldung stellt sich die Frage, ob die Bereiche natürlich verjüngt werden könnten oder ob nachgepflanzt werden muss. Je nach Situation und Größe der Fläche haben beide Methoden ihre Vorteile. In jedem Fall sollten sich die Waldbesitzer genau überlegen, wie der Wald in den kommenden Jahrzehnten aussehen soll. Bei der Auswahl der Baumsorten müsse einerseits auf die veränderten klimatischen Bedingungen geachtet und gleichzeitig der lokale Standort bedacht werden.

Bildtext:
Abgestorbene Fichten bereiten den Waldbauern rund um Osnabrück Probleme.
Foto:
Uwe Zucchi/ dpa

Die FFH-Richtlinie

Ärgerlich sind die Waldbauern auch über die Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Von der Politik fühlen sie sich hier im Stich gelassen.

Die EU-Richtlinie bedeutet für die Waldbesitzer vor allem neue Probleme. Aktuell stehen die Bereiche südlicher Teutoburger Wald und Kleiner Berg im Mittelpunkt. Hier wollen betroffene Waldbauern in Kooperation mit dem Verein Kulturlandschaft Osnabrücker Land den Klageweg beschreiten.
Autor:
Robert Schäfer


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