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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht alle wollen sie – doch jetzt ist die gelbe Tonne da
Zwischenüberschrift:
So läuft die Verteilung der neuen Abfallbehälter in der Stadt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Es rumpelt in der Osnabrücker Altstadt. Alle Häuser bekommen dort aktuell nagelneue gelbe Tonnen vor die Türen gestellt. Die gesamte Stadt soll bis Weihnachten noch versorgt werden. Doch nicht alle Hauseigentümer sind glücklich darüber.

Am gestrigen Mittwoch waren die Verteiler im Heger-Tor-Viertel unterwegs. 200 Tonnen haben sie in ihrem Lieferwagen, große mit 240 Liter Volumen und kleine mit 120 Litern. Wir sind im Zeitplan″, sagt Projektleiter Marcus Lange von der Firma c-trace. Rund 5000 Tonnen haben er und seine Kollegen bislang ausgeliefert. Bis Weihnachten müssen weitere 35 000 Exemplare verteilt sein. Derzeit ist die Firma mit vier Teams unterwegs, und jedes schafft 320 Behälter pro Tag. Die Mannschaft soll in den nächsten Wochen noch auf zehn Teams aufgestockt werden.

Noch auf der Lkw-Ladefläche kleben die Verteiler Etiketten mit den Adressen auf die Tonnen. So kann jeder Hausbesitzer sehen, welche Tonne ihm gehört. Namen stehen nicht darauf aus Datenschutzgründen. Und das macht das Verteilen nicht gerade leichter. Vor allem, wenn die Hausnummer nicht erkennbar ist. Da sind die Jungs dann natürlich am Suchen″, sagt Lange. Mit dem Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) tauschen er und sein Team sich daher regelmäßig aus. Der OSB kennt sich vor Ort aus die Verteiler sind auf Navigation, Listen und Beschreibungen angewiesen. Zuvor hatten sie Tonnen in Friesland verteilt.

Der Lkw mit den 200 Tonnen parkt vor der Joe Enochs Sportsbar. Von dort aus schieben die Mitarbeiter die Behälter vor die Häuser. Einer kommt mit einer 240-Liter-Tonne zurück. Kurz darauf steht schüchtern eine ältere Dame vor dem Lkw. Ich muss meine Tonne durch den Hof und durch die Wohnung schieben und dann noch die Treppen runter tragen″, erklärt sie und fragt: Kann ich nicht den gelben Sack behalten? OSB-Pressesprecherin Katrin Hofmann und Torsten Paul, beim OSB mit dem Tonnenprojekt betraut, schütteln den Kopf. Der gelbe Sack wird ab Januar nicht mehr abgeholt, die Stadt stellt komplett auf die gelbe Tonne um.

Kann ich die Verpackungen dann nicht in die graue Tonne werfen?″, fragt die Seniorin. Wieder Kopfschütteln. Das sieht das Verpackungsgesetz nicht vor. Bürger müssen ihren Müll trennen. Restmüll in die graue Tonne, Papier in die blaue und Biomüll in die braune. Verpackungen landen ab Januar in der Tonne mit dem gelben Deckel übrigens nur Verpackungen und kein Plastik generell. So ist das im Dualen System vorgesehen.

Was sollen wir denn machen in der Altstadt?″, fragt die Witwe und zeigt uns ihr Haus. Wir gehen durch die Tür, den Flur, die Küche und das Esszimmer dann stehen wir in ihrem Innenhof. Dort, hinter einer schmalen blauen Tür verborgen, steht in einer Nische ihre kleine graue Mülltonne. Dahinter wird sie ihre neue gelbe Tonne erst einmal verstauen müssen immerhin bekommt sie nun eine kleine und keine große. Hofmann bittet die Seniorin, dass ihre Tochter dem OSB eine E-Mail schreiben soll. Die Adresse steht auf dem gelben Info-Anhänger, der mit den Tonnen geliefert wird. Wir kümmern uns″, sagt Hofmann. Vielleicht kann die Dame ja doch die Tonne mit den Nachbarn teilen, wie sie es beim Altpapier auch tut.

Vergangene Woche Montag ist die Verteilung der gelben Tonnen gestartet. Jeder Hausbesitzer bekommt ein Exemplar ungefragt vors Haus gestellt, in der Regel in der Größe der Papiertonne. Bislang läuft das recht reibungslos, sagt Marcus Lange. Wir hatten erst zwei Verweigerungen.″ Die gibt er dann an den OSB weiter. Dort gilt die Faustregel, dass die Anwohner die gelben Tonne bitte erst einmal drei Monate lang testen sollen, bevor sie eine kleinere oder größere bestellen. Auch Abbestellungen sind möglich. Man kann seinen Verpackungsmüll auch zu den Recyclinghöfen bringen.

Walter Blom, Inhaber des Raumausstattungsgeschäfts Beziehungen″ an der Heger Straße, findet die gelben Tonnen aber gut. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die gelben Säcke sehr instabil sind.″ Er ist allerdings nicht sicher, ob die beiden 240-Liter-Behälter vor seinem Geschäft auch wirklich für ihn sind. Torsten Paul zeigt ihm die kleinen Aufkleber am Rand, auf denen die Adresse steht. Blom schnappt sich seine Tonnen und rollt sie um das Haus herum in den Hof.

Wann die Verteiler wo sind, will der OSB mit Blick auf mögliche Verzögerungen nicht ankündigen. Nur so viel verrät Pressesprecherin Katrin Hofmann: Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn durchs Stadtgebiet.″ Und in dieser Woche konzentrieren sich die Verteiler auf die Innenstadt, bevor der Weihnachtsmarkt startet.

Wer die Tonne bereits hat, muss sich mit der Befüllung noch gedulden: Geleert werden die Tonnen erst ab Januar. Bis dahin gilt der gelbe Sack. Das hängt mit der Auftragsvergabe zusammen. Der OSB ist erst ab Januar von den Dualen Systemen mit der Abholung beauftragt, bislang war es die Meyer-Entsorgung-Tochter OAG.

Bildtext:
40 000 Tonnen müssen die Mitarbeiter der Firma c-trace in der gesamten Stadt verteilen.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Sandra Dorn


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