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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Droht wieder Kita-Chaos in Osnabrück?
 
Übergangslösungen verzögern sich weiter
Zwischenüberschrift:
Online-Anmeldung startet – und es gibt zu wenige Plätze / Mutter berichtet: Ich habe eine Riesenpanik
 
Stadt Osnabrück will weitere 16,6 Millionen Euro in Kitas stecken
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Heute beginnt das Rennen um die freien Kita- und Krippenplätze in Osnabrück erneut. Julia J. (* Name geändert) weiß aber schon vor dem Start des Online-Anmeldeverfahrens, dass sie bei ihrer Wunsch-Kita keine Chance hat.

Ihre Tochter wird im Januar zwei Jahre alt. Die Kita in Lüstringen, für die sich die Mutter interessiert, habe ihr gesagt, dass alle freien Krippenplätze an Geschwisterkinder gehen werden. Das ist deprimierend″, sagt J. Dann kann man sich die Infoabende auch sparen.″ Aus Angst, bei der Platzvergabe leer auszugehen, möchte sie anonym bleiben; ihr Name ist der Redaktion bekannt. Ich habe eine Riesenpanik, dass ich keinen Krippenplatz kriege″, sagt sie.

Kindergärten, die noch vor dem Start der neuen Anmelderunde Absagen erteilen – „ das sollte eigentlich nicht so sein″, sagt Hermann Schwab, Leiter des städtischen Fachbereichs für Kinder, Jugend und Familie, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Mit den Kita-Trägern sei besprochen, dass das Verfahren offen sein soll. Doch wegen der Trägerautonomie hat die Stadt nur begrenzten Einfluss auf die einzelnen Kitas. Nur neun von 83 Einrichtungen in Osnabrück sind in direkter Trägerschaft der Stadt, den größten Teil machen die Kitas in kirchlicher Trägerschaft aus: 23 sind katholisch und 20 evangelisch. Die übrigen gehören zu anderen freien Trägern.

Zu den Kindern, die im August leer ausgegangen waren, kommen nun diejenigen, die ein Jahr später zur Welt gekommen sind. Doch am Stichtag 31. Juli waren beim Kita-Online-Anmeldeportal noch 672 Kinder als platzsuchend für das aktuelle Kindergartenjahr geführt. Davon haben sich laut Verwaltung die Eltern von 216 Kindern im Familien- und Kinderservicebüro der Stadt gemeldet. Bei allen anderen tappt die Stadt im Dunkeln, wie sie die Betreuungsfrage gelöst haben und ob alle Anmeldungen ernst gemeint waren. Kurz: Niemand weiß derzeit, wie viele Plätze noch benötigt werden.

Und auch im kommenden Jahr wird das Online-System der Stadt keinen Überblick bieten. Das ist erst ab August 2021 geplant, wie aus einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung hervorgeht. Denn einen tagesaktuellen Überblick kann die Stadt nur haben, wenn alle Einrichtungen mitmachen und das ist noch nicht der Fall; außerdem laufen Anmeldungen bei Tagesmüttern außerhalb des Online-Anmeldesystems.

Die Stadt hat zudem neue Aufnahmekriterien für ihre neun Kitas aufgestellt und schließt erstmals Kinder aus dem Umland aus. Wir fänden es gut, wenn die freien Träger das so übernehmen würden″, sagt Schwab. Zwingen will die Stadt sie nicht auch wenn die Kommune im Zweifelsfall sagen könnte, dass sie Kinder von außerhalb nicht finanziert. Doch so weit will die Stadt ungern gehen. Wir haben neben den Aufnahmekriterien der städtischen Kitas auch die der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden erfragt. Beide wollen sich an die Vorgaben der Stadt halten. Beim Bistum beraten laut Referatsleiterin Karin Vornhülz nun die einzelnen Kirchengemeinden über den Vorschlag des Bistums, Kinder aus dem Umland nur noch mit Zustimmung der Stadt aufzunehmen. Die Kita-Leitungen im evangelischen Kirchenkreis wurden laut der pädagogischen Geschäftsführerin Antje Marotz darüber informiert, dass bei der Platzvergabe nur Stadtkinder berücksichtigt werden sollen. Bei den übrigen Kriterien gibt es durchaus Unterschiede. Die Stadt etwa vergibt in ihrem neuen Punktesystem die Höchstzahl vier nicht nur an Kinder in persönlichen Notlagen, sondern auch an solche, die Förderbedarf beim Erlernen der deutschen Sprache haben. Bei den kirchlichen Trägern ist Letzteres kein Kriterium.

Das sind die Fristen

Bis zum 31. Dezember 2019 können Eltern ihre Kinder online für das Kita-Jahr 2020/ 21 anmelden und dabei einen Erst- bis Viertwunsch angeben, außerdem einen zusätzlichen Nachrückerwunsch. Von Januar bis zum 6. März bearbeiten die einzelnen Kitas die Anmeldungen. Ab dem 10. Februar gehen die Zusagen raus. Die Eltern haben dann bis zum 28. Februar Zeit, der Einrichtung zurückzumelden, ob sie den Platz nehmen und den Betreuungsvertrag unterschreiben. Dann gehen Absagen an die restlichen Kinder raus. Wunschkita eins gibt die Anmeldung automatisch weiter an Wunschkita zwei und so weiter. Sollten nur Absagen erteilt werden, wissen die Eltern dieses spätestens am 27. April 2020″, so Schwab.

Bildtext:
Hier hat kein neues Paar Schuhe mehr Platz fast alle Kitas in Osnabrück sind voll.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück Derzeit versucht die Stadt mit Hochdruck, Krippen- und Kitaplätze für die mindestens 216 Osnabrücker Kinder zu schaffen, die im August 2019 leer ausgegangen waren bevor dann im August 2020 die Kinder hinzukommen, die ab heute angemeldet werden können.

Die Übergangslösungen sind erst der Anfang. 2020 bis 2022 sollen für 16, 6 Millionen Euro mehr als 300 neue Krippenplätze entstehen. Ein Betrag, den die Ratsmitglieder erst mal sacken lassen müssen. Und selbst falls der Verwaltungsvorschlag vom Osnabrücker Rat grünes Licht bekommt, sind die Plätze noch lange nicht da.

Inzwischen beträgt der Zeitraum von Bedarf erkennen″ bis neue Plätze stehen zur Verfügung″ laut Verwaltung drei Jahre. Schon in diesem Jahr dauert die Bereitstellung von Übergangslösungen an den meisten Standorten länger, als der Verwaltung lieb ist.

2, 8 Millionen Euro hat der Osnabrücker Rat in diesem Jahr bereits für die kurzfristige Schaffung weiterer Betreuungsplätze lockergemacht. Das mit dem kurzfristig ist so eine Sache. Es gehe nicht alles so schnell wie erhofft, sagt Hermann Schwab, Leiter des Fachbereichs für Kinder, Jugendliche und Familien. Er zählt auf, was dafür alles nötig sei: die Suche nach Gebäuden und Flächen oder die Abstimmung mit den Eigentümern, die Klärung der Trägerschaft, das Einholen von Baugenehmigungen, Abstimmungen mit dem Landesjugendamt, die Auftragsvergabe und Durchführung der Bauarbeiten, der Kauf der Inneneinrichtung, das Einstellen von Personal und so weiter, und so weiter.

Haste: Die Erweiterung der Kita Haste in der ehemaligen Eisdiele am Östringer Weg 13 wird nicht wie zuletzt angepeilt am 1. Dezember fertig sein, sondern erst im Februar oder März. Schwab: Aktuell ist der Vermieter auf der Suche nach Firmen für die erforderlichen Baumaßnahmen. Dieses gestaltet sich schwierig.″

Hellern I: Die Grundschule an der Großen Schulstraße benötigt die Container nicht mehr, in denen während des Schulneubaus die Kinder unterrichtet wurden. Inzwischen hat die Stadt die Mobilbauten gekauft. Der Internationale Bund (IB), der in Hellern auch den Hort für die Grundschulkinder betreut, wird dort eine Kita starten, und zwar voraussichtlich zum 1. Januar 2020 mit zwei Gruppen. Mit der Zeit sollen sie auf 90 Kinder aufgestockt werden. Der Träger hat das erforderliche Personal bereits akquiriert″, so Schwab. Ursprünglich war der Start zum 1. November geplant.

Hellern II: Bei der Kita St. Wiho hat alles geklappt: Wie geplant ist zum 1. Oktober eine zusätzliche altersübergreifende Gruppe für 18 Kinder an den Start gegangen. Dazu wurde der Bewegungsraum in einen Container auf dem Gelände der Kirchengemeinde verlagert.

Sonnenhügel: Die Heilpädagogische Kita Schatzkiste hat ebenfalls wie geplant erweitert: Seit dem 1. August wird dort zusätzlich eine halbe Kindergartengruppe (zehn Plätze) betreut.

Sutthausen: Im Plan ist derzeit die Erweiterung der Apostel-Kita durch Container um eine Krippengruppe. Anfang November sind die Container von Hellern nach Sutthausen umgesetzt worden, jetzt fehlt nur noch der Innenausbau. Die Inbetriebnahme ist zum 1. Februar 2020 geplant.

Schinkel-Ost: Die Nutzung eines Gebäudes der ehemaligen Hofstelle Entrup am Friedensweg ist jetzt im Plan. Der Osnabrücker Waldorfkindergarten will dort eine zweite Kita eröffnen. 500 000 Euro wird die Umnutzung kosten. Der städtische Jugendhilfeausschuss hat bereits grünes Licht gegeben, der Rat entscheidet am 3. Dezember. Schwab: Die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen im Gebäude sowie an den Außenanlagen und die Inbetriebnahme des Waldorf-Kindergartens ist frühestens zum 1. August 2020 möglich.″

Landwehrviertel: In Osnabrücks größtem Neubaugebiet wird ein neuer Kindergarten gebaut. Schon bevor das Gebäude steht, startet die Kita Landwehr im ehemaligen Offizierskasino auf dem Gelände. Doch aus dem ursprünglich geplanten Start am 1. November wurde ebenfalls nichts. Nun peilt die Stadt den 1. Februar 2020 an.

Bildtext:
Im ehemaligen Offizierskasino im Landwehrviertel soll die neue Kita Landwehr starten, bis ihr Neubau fertig ist. Doch das dauert noch.
Foto:
Archiv/ Jörn Martens
Autor:
Sandra Dorn


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