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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Autofreie Wohngebiete in Osnabrück?
 
Vorstoß für autofreie Wohngebiete
Zwischenüberschrift:
Drei- bis viermal im Kreis fahren, bis sich eine Lücke bietet – können Quartiersgaragen Abhilfe schaffen?
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Platz für Kinder und Wohnungen statt Parkplätze? Für diese Idee will sich die Osnabrücker SPD einsetzen. Sie will eine Quartiersgarage als Pilotprojekt auf den Weg bringen. In einem solchen kostenpflichtigen Parkhaus sollen Anwohner ihre Autos abstellen.

Mit ihrer Forderung nach autofreien Wohnquartieren will die SPD-Fraktion aber nun nicht alle Stadtteile tatsächlich gänzlich autofrei bekommen. Doch zumindest in Neubaugebieten könnte die Idee zum Tragen kommen, sagte SPD-Ratsfrau Susanne Hambürger dos Reis unserer Redaktion. Einen Standort für eine solche Garage habe ihre Fraktion noch nicht beschlossen. Denkbar und wünschenswert wäre eine solche aufgrund des Parkdrucks in der Wüste. Zudem fordert die SPD Parkbuchten für Paketdienste und Kurzzeitparker.

Osnabrück Die Osnabrücker Sozialdemokraten wollen den Parkdruck in engen Wohngebieten mindern und sich für autofreie Quartiere starkmachen. Hierzu will die Fraktion ein Pilotprojekt anstreben: eine große Quartiersgarage statt Parken auf der Straße. Eine solche kostenpflichtige Garage wolle die SPD errichten lassen, um ein autofreies Wohnquartier zu schaffen, sagt Ratsfrau Susanne Hambürger dos Reis im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wirklich autofrei?

Ganz ohne Restriktionen geht es nicht″, sagt die Ratsfrau. Der ruhende Verkehr auf den Straßen müsse reduziert werden. Aber komplett autofrei sollen nun nicht alle Quartiere werden. Aber in Neubaugebieten sollte man das zumindest in Erwägung ziehen.″

Denkbar und nötig wäre eine solche Garage etwa in der Wüste, sagt Hambürger dos Reis. In der Schloss- und Heinrichstraße etwa stünde die Straße voll mit parkenden Autos. Dort seien viele Radfahrer unterwegs, die sich ihren Weg im Slalom durch die Autos bahnen müssten. So könne doch dort keine Velo-Route, wie in der Heinrichstraße geplant, entstehen, meint die Ratsfrau. Das hat mit Verkehrssicherheit nichts zu tun.″

Wo konkret eine solche Quartiersgarage entstehen könnte, sei noch unklar das müsse Hambürger dos Reis erst in ihrer Fraktion klären. Doch im Grunde genommen könnte die Idee in vielen Gebieten fruchten. Ich glaube, autofreie Quartiere sind die Zukunft.″ Zudem müsse ein flächendeckendes Bewohnerparken weiter vorangebracht werden.

Wie stünde es mit der Akzeptanz einer solche Garage? Womöglich sind es von ihr bis zur Haustür noch ein paar Hundert Meter, zudem würde sie Geld kosten. Gerade in der Wüste würden viele Autofahrer doch drei- oder viermal im Kreis fahren, bis ein Parkplatz gefunden ist, argumentiert Hambürger dos Reis. Das sei doch noch anstrengender..″

Außerdem habe niemand einen Anspruch auf einen kostenlosen Parkplatz im öffentlichen Raum. Dieser könnte anderweitig sinnvoll genutzt werden. Wir wollen doch auch mehr Platz für Kinder und benötigen dringend Wohnraum.″

Die Idee einer Quartiersgarage ist nicht nicht ganz neu und ursprünglich von der FDP. Als die Verwaltung 2016 205 öffentliche Parkplätze an der Johann-Domann-Straße für Bauplätze streichen wollte, regte sich Protest von Anwohnern: Der Parkdruck sei ohnehin schon groß, weil auch Lehrer und Schüler der Kreis-Berufsschule an der Brinkstraße und des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums dort ihre Autos parken. Im April beschloss der Rat der Stadt auf Initiative der FDP mit Unterstützung von CDU und SPD: Die Verwaltung solle für diesen Bereich ein Parkplatzkonzept entwickeln und insbesondere den Bau einer kostenpflichtigen Quartiersgarage für Anwohner und Schüler prüfen.

Die Grünen hatten den Antrag zur Prüfung einer Quartiersgarage abgelehnt. Ihrer Ansicht nach dürften nachher nicht mehr Stellplätze vorhanden sein als vorher, und Schüler würden das Parkhaus ohnehin meiden, wenn es Geld kostet.

Die FDP begrüßt die Unterstützung von Seiten der SPD. Schön, dass die SPD unserem Vorschlag folgt und eine Quartiersgarage im Stadtteil Wüste fordert, wird der stadtentwicklungspolitische Sprecher der FDP Ratsfraktion, Oliver Hasskamp, in einer Mitteilung zitiert. Der Parkdruck im Bereich des Moskaubads müsse ebenfalls einbezogen werden.

Debatte um Falschparker

Hambürger dos Reis sowie Ratsherr Heiko Panzer äußerten sich zudem zur Debatte um Falschparker auf Geh- und Radwegen. Das sei kein Kavaliersdelikt, teilten sie mit. Vielmehr sei es ein ernst zunehmendes Vergehen, das im Zweifelsfall mit dem Ruf nach dem Abschleppunternehmen aufgelöst werden muss″, wird Panzer in einer entsprechenden Mitteilung der SPD-Fraktion zitiert. Hambürger dos Reis ergänzt, die Stadt müsse aber Angebote machen, die helfen können, die Konflikte in der innerstädtischen Parksituation zu entzerren und das Parken und Halten auf Wegen zu vermeiden″. Für Paketdienste und Kurzzeitparker etwa sollten Parkbuchten geschaffen und frei gehalten werden für den typischen kurzen Halt beim Bäcker oder der Apotheke eben.

Die Stadt registriert alljährlich Tausende Falschparker auf Geh- und Hunderte auf Radwegen. Abgeschleppt wird weniger als ein Prozent.

Bildtext:
Kein freier Parkplatz weit und breit ein insbesondere am Abend gewohnter Anblick in der Wüste.
Autor:
Jörg Sanders


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