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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ordnungsamt greift durch
Zwischenüberschrift:
Stadt lässt beim VfL-Spiel rings um das Stadion Falschparker abschleppen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Parken auf Feuerwehrzufahrten, Geh- und Radwegen alle zwei Wochen dasselbe Bild rund um das Stadion des VfL Osnabrück. Am Samstag griff die Stadt nun durch und ließ Autos abschleppen. Andere Fahrer erhielten Knöllchen. Doch das übliche Chaos blieb diesmal aus womöglich aufgrund einer Warnung der Polizei.

Anlieger der Bremer Brücke kennen das Problem: Wenn der VfL spielt, nutzen manche Stadionbesucher jede noch so kleine und oftmals unerlaubte Lücke zum Abstellen ihrer Autos, und wenn diese nicht zu finden ist, müssen allzu oft Geh- und Radwege herhalten. Besonders beliebt: Der Radstreifen am Hunteburger Weg. Dort stünden bei den Heimspielen der Lila-Weißen für gewöhnlich 30 bis 40 Autos, berichtete Anja Rosin von der Bußgeldstelle vor Ort. Die Anlieger hätten sich bereits mehrfach beschwert. Da oben ist eigentlich immer alles zugeparkt.″ Am Samstag waren es allerdings lediglich zwei Falschparker. Sie kamen an den Haken.

Dass es nur zwei waren und nicht deutlich mehr, lag womöglich daran, dass viele Autofahrer gewarnt waren. Denn die Polizei hatte auf Twitter mitgeteilt, dass die Stadt Falschparker am Samstag abschleppen lässt.

Das hatten aber offenbar nicht alle mitbekommen oder es nicht ernst genommen. Schon vor dem Spiel parkte ein Golf einen Ausweichparkplatz für die Busse an der Bremer Straße zu. Auch hier kam der Abschlepper, bestellt von den Stadtwerken. Doch der Fahrer kehrte rechtzeitig zum Auto zurück. 85 Euro zahlte er für die Leerfahrt sichtlich unglücklich über diesen Umstand. Das Abschleppen war zuvor angeordnet worden, weil das Heck des Busses dank des Falschparkers ansonsten auf den Radweg geragt hatte. Regelmäßig würden Autofahrer die beiden dort gekennzeichneten Ausweichhaltestellen für die Busse zuparken, berichtete ein Mitarbeiter der Stadtwerke.

Ein paar Meter weiter schrieben die beiden Mitarbeiter des OS-Teams zwei Falschparker auf. Hier bleibt es bei einer Verwarnung für das Parken in einer Einmündung und auf einem Gehweg, der Abschlepper wurde nicht alarmiert.

Weitere vier Knöllchen zu je 20 Euro kamen hinter die Scheibenwischer von vier Autos, die in der Baumstraße auf einem Gehweg geparkt worden waren. Sieben weitere Autos standen an der Bohmter Straße im absoluten Halteverbot und zudem auf dem Gehweg auch sie erhielten Knöllchen.

Auch an anderen Stellen waren Falschparker zu sehen, etwa auf Gehwegen und vor Feuerwehrzufahrten. Aber wir können nun mal nicht überall sein″, sagte Rosin. Schließlich müssten auch andere Bereiche kontrolliert werden, insbesondere die Innenstadt.

Unsere Redaktion hatte in der vergangenen Woche wiederholt über Falschparker auf Geh- und Radwegen berichtet. Stadträtin Katharina Pötter versicherte dabei, dass die Stadt auf dem Falschparkerauge″ keineswegs blind sei. Grüne, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Osnabrück (ADFC) sowie Fahrradblogger Daniel Doerk kritisierten in der Debatte die berichtete Abschleppquote von unter einem Prozent.

Und doch: Dass die Stadt noch in derselben Woche Falschparker um das Stadion herum abschleppen lässt, habe damit nichts zu tun, versicherte Stadtsprecher Gerhard Meyering. Wir kontrollieren eigentlich bei fast allen Heimspielen″, sagte auch Rosin. Dafür seien eigens vier Abschleppwagen auf Abruf bereit gewesen.

Auch Katharina Pötter teilte mit, dass die Aktion bereits seit Längerem geplant gewesen sei. Wir dulden keine Falschparker, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Daher geht die Stadt Osnabrück offensiv mit dem Problem des Falschparkens um im Rahmen ihrer rechtlichen und personellen Möglichkeiten. Dies ist letztlich an dieser schon länger geplanten und nun umgesetzten Kontrollmaßnahme in der Umgebung der Bremer Brücke im Rahmen des VfL-Heimspiels erkennbar.″ Und die Stadträtin kündigte an, auch weiterhin im Bereich des Stadions kontrollieren zu lassen. Natürlich freuen wir uns, dass die in der Vergangenheit immer wieder durchgeführten Kontrollen ihre Wirkung gezeigt haben. Dennoch werden wir den Bereich des Stadions während der Heimspiele im Fokus unserer Aufmerksamkeit behalten.″

Bildtext:
Am Haken: Diese zwei Autos am Hunteburger Weg werden abgeräumt, weil sie auf einem Radstreifen geparkt hatten.
Abgeschleppt wird dieser Falschparker zwar nicht, aber der Fahrer fand nach seiner Rückkehr ein von Jürgen Anders vom Ordnungsamt ausgestelltes Knöllchen vor.
Das temporäre Halteverbot soll Platz für die Shuttlebusse zum Stadion schaffen. Wenn sich Autofahrer nicht daran halten, wird es eng.
Fotos:
Jörg Sanders, Michael Gründel

Kommentar
Kein Grund zur Klage

Die Freude über den Heimsieg des VfL ist bei einigen Fans erheblich getrübt worden: Sie fanden nach dem Spiel ein Knöllchen an ihrem Auto vor oder ihr fahrbarer Untersatz war sogar ganz weg. Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten. Das sei ja wohl mal wieder pure Abzocke, war im Internet zu lesen.

Dabei kann sich kein Autofahrer ernsthaft über ein Bußgeld beklagen. Zu den Aufgaben einer Kommune gehört nun einmal die Gefahrenabwehr. Und Autos, die Geh- und Radwege blockieren, können zu einer echten Gefahr werden für Radfahrer, Eltern mit Kinderwagen, Alte und Kranke mit Rollstühlen und Rollatoren. Die Stadt kommt also lediglich ihrer Pflicht nach.

Und auch von Abzocke kann keine Rede sein. Rechnet die Stadt alle Posten ein, die bei einem Bußgeldverfahren anfallen, sind Falschparker für Osnabrück sogar ein dickes Minusgeschäft.

Einige Autofahrer werden nun fragen: Wo soll ich denn bitte schön sonst parken? Doch auch dieses Argument zieht nicht. Denn ein Mangel an Parkplätzen rechtfertigt nicht das Hinwegsetzen über Regeln. Dann muss eben ein Kilometer Fußweg mehr in Kauf genommen werden. Alternativ gibt es das Fahrrad oder den Bus.

Der bestrafte Autofahrer hat sein Schicksal jedenfalls selbst gewählt und sein Auto selbstbestimmt ins Abseits manövriert. Grund zur Klage hat er nicht. j.sanders@ noz.de
Autor:
Jörg Sanders


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