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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Noch kein grünes Licht für Steckenpferd-Ampel
Zwischenüberschrift:
Es müssen noch viele Bedenken ausgeräumt werden / Entscheidung möglicherweise in eineinhalb Wochen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Viele Städte haben es bereits getan: Sie erschufen ein individuelles Ampelmännchen, das unverkennbar mit dem Image der Stadt verbunden ist. In Mainz sagen Mainzelmännchen, wer geht und wer steht, Friedberg tauschte das klassische Ampelmännchen gegen einen Elvis-Presley-Umriss aus, und in Hameln mauserte sich der Rattenfänger zum Fußgängersymbol.

Osnabrück hingegen zögert noch. Im Sommer hatte eine Mitarbeiterin der Verwaltung die Diskussion ins Rollen gebracht. Wie wäre es, ein eigenes Ampelmännchen für Osnabrück zu entwerfen und zwar mit der Silhouette des Steckenpferdreiters als Symbol für die Friedensstadt? Immerhin ziehen auch einmal im Jahr die kleinen Reiter durch die Stadt so wie gerade gestern wieder. Bei der Osnabrück-Marketing und Tourismus GmbH stieß der Vorschlag auf viel Gegenliebe. Immerhin zeigen die Beispiele anderer Städte, dass der Marketingeffekt per Ampelschaltung funktioniert. Die Verkehrs- und Rechtsexperten der Osnabrücker Verwaltung meldeten allerdings erhebliche Zweifel an.

Die sind noch immer nicht ausgeräumt, wie unsere Redaktion nun auf Nachfrage erfuhr. Wir prüfen nach wie vor, ob das geht, und wenn ja, wo das geht″, sagte Stadtsprecher Sven Jürgensen gestern. Weiterhin diskutieren die Verkehrsexperten der Stadt, ob sie die symbolträchtige Idee so überzeugend finden, dass sie sich über rechtliche Bedenken hinwegsetzen sollten. Am Donnerstag habe es noch einmal einen Austausch gegeben, aber man sei sich nicht einig geworden.

Zumindest scheint sich herauszukristallisieren, dass die Stadt lediglich an einer Ampel in der Innenstadt die Symbole austauschen würde wenn die Idee denn grünes Licht erhält. Es seien mehrere zentrale Standorte im Gespräch, bestätigte der Stadtsprecher. Wichtig sei jedoch, dass es sich um einen übersichtlichen Ort ohne hohen Verkehrsdruck handelt, bei dem wir das ausprobieren können, ohne dass es gefährlich wird″. Würde nur eine Ampel umgerüstet, hielten sich vermutlich auch die Kosten im Rahmen. Emden etwa hatte für sein bei Grün hüpfendes Otto-Waalkes-Männchen rund 2500 Euro veranschlagt pro Exemplar.

Das Recht, Verkehrszeichen zu erfinden, liegt ausschließlich beim Bund. Städte, die ein eigenes Ampelmännchen für sich entwarfen, widersetzten sich dieser Vorgabe. Zudem werden an Lichtsignalanlagen, wie Ampeln im Behördenjargon heißen, hohe technische Ansprüche gestellt. Sie dienen schließlich der Verkehrssicherheit und sollen gewährleisten, dass alle unversehrt von A nach B kommen.

Lassen sich beim Steckenpferdreiter eindeutige Posen für Stehen und Gehen entwickeln, also für Grün und Rot, sodass beispielsweise farbenblinde Menschen erkennen können, was die Ampel anzeigt? Das sei nur eine von vielen Detailfragen, die sich die Verkehrsexperten stellten, berichtet Jürgensen. Wenn alles nach Plan läuft, soll es in eineinhalb Wochen Antworten geben. Dann will die Verwaltung das Für und Wider abschließend beraten haben. Dann wird nicht nur über die grundsätzliche Idee abgestimmt, sondern gegebenenfalls auch über den Standort.

Bildtext:
So könnte es aussehen, das Osnabrücker Ampelmännchen.
Fotos:
imago images/ Westend61, Jörn Martens/ Collage: Matthias Michel
Autor:
Meike Baars


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