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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gibt es gutes Plastik?
 
Alternative für den Haushalt
 
Mit Details Klimabilanz verbessern
Zwischenüberschrift:
Im Alltag lieber auf Recycling als auf Bio-Alternativen setzen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Immer mehr Menschen wollen immer weniger Plastik nutzen. Denn dass dieser Müll die Weltmeere verschmutzt und in Form von Mikroplastik immer häufiger auch auf unseren eigenen Speisetellern landet, ist mittlerweile bekannt. Aber wo kann man im Alltag auf Kunststoffe leicht verzichten?

Ist Kunststoff per se schlecht?

Davon, Kunststoffe ganz generell zu verteufeln, rät Nora Sophie Griefahn vom Verein Cradle to Cradle ab. Man kann nicht sagen, einer ist gut und der andere ist schlecht, sondern es kommt darauf an, wie sie genutzt werden″, erläutert die Expertin für nachhaltige Ressourcennutzung. Ein Kunststoff kann gut sein, wenn er für das Nutzungsszenario passt, biologisch abbaubar ist oder leicht im technischen Kreislauf bleibt, also weiterverwertet werden kann.″

Ist Bio-Kunststoff eine bessere Alternative?

Mittlerweile taucht in den Supermarktregalen häufiger der Begriff Bio-Kunststoff auf. Hier allerdings ist Vorsicht geboten, denn der Begriff ist nicht fest definiert. Es gibt bio-basierte Kunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden″, erklärt Griefahn. Die müssen aber nicht gleichzeitig biologisch abbaubar sein. Genauso gibt es biologisch abbaubare Kunststoffe, die aber aus Erdöl hergestellt werden.″ Nur wenige Kunststoffe seien sowohl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt als auch biologisch abbaubar.

Tobias Quast vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagt sogar: Bio-Kunststoffe halten wir momentan noch eher für Greenwashing.″ Also bewusste Verbrauchertäuschung. Denn auch wenn ein Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sei, habe das noch lange nichts mit biologischem Anbau zu tun. Das ist meistens eher Genmais.″ Auch die biologische Abbaubarkeit, geregelt in der DIN-Norm EN 13432, sei ein leeres Versprechen, sagt Quast. Die Norm sagt nur, dass eine solche Verpackung sich in Großkompostanlagen innerhalb von zwölf Wochen zu 90 Prozent abbauen muss. In Deutschland liegt der Kompost aber nur fünf bis acht Wochen in solchen Anlagen.″

Wie sieht es mit recyceltem Kunststoff aus?

Recycelter Kunststoff sei wirklich gut für die Umwelt, sagt Sommer. Hier können Verbraucher sich auch durch Siegel leiten lassen: Mit dem Blauen Engel werden Verpackungen ausgezeichnet, die einen Recycling-Anteil von mindestens 80 Prozent haben.

Sollte ich Plastikprodukte aus dem Haushalt entfernen?

Aus dem Haushalt kaum wegzudenken ist Kunststoff bei Getränkeflaschen und Frischhalte- sowie Vorratsdosen. Sollte man diese so schnell wie möglich entsorgen und durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzen? Aus Umweltsicht auf keinen Fall!″, sagt BUND-Experte Quast. Alles, was mit Energie- und Ressourcenaufwand hergestellt wurde, soll ja möglichst lange genutzt werden.″ Eine Einschränkung macht Quast allerdings: Einweg-Plastik würde ich grundsätzlich gar nicht nutzen, aber wenn doch, dann wirklich nur einmal″, sagt Quast. Bei diesen Materialien ist die Gefahr höher, dass sich Stoffe unter Lichteinstrahlung oder in Verbindung mit Säure, wie sie zum Beispiel in Obstsaft enthalten ist, herauslösen und im Getränk landen.″

Was ist besser Glas- oder Plastikflaschen?

Die Menschen unterscheiden oft nach Plastik oder Glas, aber der entscheidende Unterschied ist Einweg oder Mehrweg″, erklärt Quast. Deshalb rät er von Getränkekartons ab: Diese sind oft aus mehreren Schichten aufgebaut, die nur schwer wieder voneinander zu trennen und entsprechend schwer zu recyceln seien. Der in Mehrwegflaschen verarbeitete, recyclingfähige PET-Kunststoff dagegen sei gut erprobt und auf längerfristige Nutzung angelegt. Beim ökologischen Effekt ist PET gegenüber Glas sogar leicht im Vorteil, weil der Energieaufwand in der Herstellung und beim Transport geringer ist.″ Allerdings sei Glas im Gegenzug langlebiger als PET. So lässt sich das Thema Getränke auf wenige Faustregeln zusammenfassen: lieber Flasche als Getränkekarton, lieber Mehrweg als Einweg, lieber Glas als Kunststoff und Wasser lieber aus dem Hahn als der Flasche.

Bildtext:
Plastiktüten sollte man bestmöglich vermeiden und etwa beim Einkauf auf einen Korb setzen.
Foto:
Christin Klose/ dpa-tmn

Osnabrück In unserem Alltag gibt es viele Wegwerfprodukte. Und viele davon sind aus Plastik nicht nur jene, die die EU künftig verbieten will. Der Handel bietet längst zahlreiche Alternativen, und vieles kann man selbst kreativ angehen.

Frischhaltefolie: Dauerhafte Alternativen bestehen aus Textilien, die mit Zusätzen wie Harz oder Bienenwachs behandelt wurden. So halten sie Lebensmittel einerseits frisch, sind aber andererseits über längere Zeit mit Wasser und etwas Seife abwaschbar. Und natürlich: Die beste Lösung ist das Verpacken in den guten alten Dosen. Auch leere Joghurtgläser mit Schraubverschluss halten zum Beispiel Wurst frisch.

Zahnbürsten: Umweltverträglichere Produkte haben Stiele aus Holz, die Borsten bestehen etwa aus Bambus-Kohle. Es gibt etwa in Unverpacktläden auch Zahnreinigungstabletten statt Zahnpasta.

Strohhalme: Längst findet man im Handel Produkte aus Glas, Metall und Holz. Übrigens fast immer mit dabei: eine dünne lange Reinigungsbürste für die Innenseite. Die meisten Varianten dürfen außerdem in die Spülmaschine.

Luftballons: Zwar werden die Stäbe verboten, aber nicht die Ballons selbst. Umweltfreundlicher Ersatz dafür sind Papier-Pompons oder Girlanden.

Bildtext:
Strohhalme aus Plastik sind Wegwerfartikel. Viele Glashersteller ergänzen ihre Kollektionen um dauerhafte Varianten, etwa Metall-Trinkhalme mit Cocktail-Loeffel.
Foto:
Franziska Gabbert/ dpa-tmn

Osnabrück Klimabilanzen geben an, welcher Ausstoß von Kohlendioxid oder anderen Treibhausgasen auf bestimmte Aktivitäten zurückzuführen ist. Dies kann für Staaten geschehen, aber auch auf ganz persönlicher Ebene.: Bei der persönlichen Klimabilanz werden beispielsweise für Urlaubsreisen oder Lebensmittel, für Strom oder Heizenergie der jeweilige Wert an dadurch ausgestoßenen Treibhausgasen ermittelt werden.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 868, 7 Millionen Tonnen an Treibhausgasen freigesetzt, das waren laut Umweltbundesamt rund 4, 5 Prozent weniger als im Jahr 2017. Die privaten Haushalte leisteten dabei einen deutlichen Beitrag zu diesem Rückgang, dem ersten nach einer Stillstandsphase von vier Jahren, vor allem aufgrund eines Rückgangs des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen. Dieser allerdings ist auch einem bemerkenswert heißen Sommer 2018 mit einhergehender kürzerer Heizperiode geschuldet.

Insgesamt tragen die privaten Haushalte rund 15 Prozent zum CO2-Ausstoß bei. Um seine CO2-Bilanz zu verbessern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Effiziente Elektrogeräte, bessere Fenster, moderne Heizungsanlage, gelegentlicher Verzicht auf Fleisch, das TV-Gerät nicht auf Standby stehen lassen all das kann sich schnell summieren.
Autor:
dpa, tmn, Sabine Metzger, lh


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