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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Überschrift:
Gratis-ÖPNV – nein danke!
Zwischenüberschrift:
Was die Ratsfraktionen in Osnabrück vom Münsteraner Vorstoß halten
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Wenig erfolgversprechend finden die Stadtwerke Osnabrück den Vorstoß in Münster, wo Busfahren an allen vier Adventssamstagen in diesem Jahr erstmals kostenlos ist. Sehen die Entscheider im Rat das genauso? Unsere Redaktion hat die Fraktionen nach ihrer Meinung gefragt.

Die SPD im Rat teilt die ablehnende Haltung der Stadtwerke gegenüber Gratis-Busfahrten zur Vorweihnachtszeit. Das Ganze kostet viel Geld, ist ein Strohfeuer und hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun″, erklärte Fraktionsvorsitzender Frank Henning bereits am Mittwoch, als unsere Redaktion erstmals über die bevorstehende Aktion in Münster berichtete. Die CDU schaut indes gespannt auf das Experiment in der Nachbarstadt. Wir können aus diesem Versuch lernen: Gutes wie Schlechtes″, sagt Fraktionschef Fritz Brickwedde. Unsere Prioritäten sind jedoch andere.″

Dazu gehöre die Verbesserung des gesamten Liniennetzes in Osnabrück ab Februar, außerdem die Elektrifizierung der Busflotte mit dem Ziel, Schadstoffe und Lärm zu reduzieren. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf Park and ride (P+ R) am Stadtrand – „ mit großen kostenlosen Parkplätzen und preiswerten Bussen, die im Zehn-Minuten-Takt ins Zentrum und zurückfahren″. Vorbild sei hier die Stadt Groningen in Holland.

Für die Grünen erklärt Fraktionsvorsitzender Volker Bajus: Ob die Gratis-Aktion in Münster tatsächlich erfolgreich ist, werden wir genau beobachten. Für Osnabrück befürchten wir jedoch einen teuren Einmal-Effekt, der weitgehend wirkungslos verpuffen würde.″ Gleichwohl könne ein Preissignal sinnvoll sein″, um dauerhaft neue Buskunden zu gewinnen. Guter Zeitpunkt für eine Werbeaktion nach dem Motto Ein Tag, ein Euro″ wäre aus Sicht der Grünen die anstehende Busnetz-Reform. Dann hat Osnabrück im ÖPNV deutlich mehr zu bieten.″

Kostenloses P+ R testen

FDP-Fraktionschef Thomas Thiele hält die Gratis-Aktion in Münster nicht für übertragbar. Kostenfreies Busfahren an den Adventssamstagen bringt nur was, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und das ist in Osnabrück zurzeit nicht der Fall.″ Insbesondere fehle es an einem guten P+ R-Angebot. Als Sofortmaßnahme schlagen wir deshalb vor, den P+ R-Parkplatz am Kinderhospital an der Iburger Straße während der Adventszeit kostenfrei zu stellen und von dort Gratis-Busfahrten in die Innenstadt zu ermöglichen.″

Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) glaubt ebenfalls nicht daran, dass eine Gratis-Aktion nach Münsteraner Vorbild in Osnabrück von Erfolg gekrönt wäre. Hauptargument auch hier: das schlechte Park-and-ride-System. Es sind doch hauptsächlich Besucher aus dem Umland und den Niederlanden, die die Osnabrücker Innenstadt in der Vorweihnachtszeit mit dem Auto besuchen. Denen fehlt gänzlich die Möglichkeit, das Fahrzeug am Stadtrand abzustellen, um dann den kostenlosen Bus zu nutzen″, stellt Fraktionsvorsitzender Ralph Lübbe fest.

Die Linkspartei fordert, das Busfahren in Osnabrück für Nutzer grundsätzlich billiger zu machen. Preissenkungen im ÖPNV sind für uns ein Dauerthema″, sagt Fraktionsvorsitzende Giesela Brandes-Steggewentz. Öffentliches Geld solle deshalb nicht nur zum weiteren Ausbau des Angebots eingesetzt werden, sondern auch zur stärkeren Subventionierung der Fahrpreise.
Autor:
Sebastian Stricker


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