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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Nachtbürgermeister für Osnabrück?
Zwischenüberschrift:
SPD und Jusos wollen einen Vermittler zwischen Gastronomen, Anwohnern und Stadtverwaltung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Osnabrücker SPD-Ratsfraktion fordert einen Nachtbürgermeister für Osnabrück. Ein Vorstoß, der in der hiesigen Gastro-Szene zwar wohlwollend, aber ohne große Begeisterung aufgenommen wird.

So ein Nachtbürgermeister soll eine Schnittstelle zwischen Bürgerschaft, Kneipen- und Klubszene sowie Stadtverwaltung sein, erläutert die Fraktion in einer Pressemitteilung. So eine Stelle gibt es bislang in Metropolen wie Amsterdam und London und seit 2018 auch in Mannheim als erster deutscher Stadt. Die Nachtbürgermeister kümmern sich unter anderem darum, bei Konflikten zwischen Anwohnern, Partygästen und Gastronomen zu vermitteln, aber auch zwischen Gastronomen und Stadtverwaltung.

Angedockt werden könne so ein Mitarbeiter etwa bei der OMT, der Osnabrücker Marketing- und Tourismusgesellschaft, schlägt die SPD vor. Das ist keine Spielerei, sondern Wirtschaftsförderung″, findet Frederik Theiling von den Osnabrücker Jusos, die diese Idee schon im Kommunalwahlkampf 2016 ins Spiel gebracht hatten. Allein schon die Existenz eines Nachtbürgermeisters″ mache die Stadt für junge Leute interessanter, sagt Theiling, weil das zeigt, dass die Stadt sich ums Nachtleben kümmert.″

Größere Konflikte zwischen Gastronomen und Anwohnern, die sich von lauten Partygästen belästigt fühlen, gibt es in Osnabrück indessen kaum. Selbst da, wo es an warmen Abenden draußen sehr voll wird, geht das Miteinander recht friedlich vonstatten. Wir haben am Adolf-Reichwein-Platz keine Probleme″, sagt Pascal Rupp, Inhaber der Kneipe Grüner Jäger″. Aber das kann sich von Tag zu Tag ändern″, meint er. Ein Nachtbürgermeister könne also nicht schaden.

Etwas anders ist die Situation im sogenannten Bermuda-Dreieck, wo an der Lohstraße in der Altstadt gleich drei Lokale von nächtlichen Partygästen angesteuert werden. Dort gab es eine Zeit lang wegen Konflikten in der Nachbarschaft einen Runden Tisch, berichtet Sonderbar″-Betriebsleiter Sebastian Heukamp.

Er allerdings setzt mehr darauf, frühzeitig selbst auf Anwohner zuzugehen, sodass sein Laden von den Konflikten ausgenommen sei. Trotzdem hält auch Heukamp einen Nachtbürgermeister für sinnvoll zumindest, wenn es um Vermittlung zwischen Anwohnern und Gastronomen geht. Die Kommunikation mit der Stadtverwaltung klappe bereits reibungslos.

Andere Gastronomen sehen das allerdings anders. Bei ihnen herrscht Unmut. Wir haben den Wunsch, dass sich Stadt und Politik häufiger an uns wenden und uns mehr Gehör schenken″, sagt Tobias Neumann. Der Inhaber der Steakmeisterei″ an der Rolandsmauer ist Vorsitzender des Vereins Wirtuos″, dem seinen Angaben nach knapp 20 Osnabrücker Individualgastronomen angehören. Vor einem Jahr erst hatte sich der Verein gegründet. Man fühlt sich als Gastronom häufig nur angesprochen, wenn die Gewerbesteuer fällig ist″, so Neumann. Bei größeren Veranstaltungen wie Maiwoche oder Weihnachtsmarkt hingegen blieben die Osnabrücker Gastronomen außen vor.

Zum Thema Nachtbürgermeister äußert er sich eher zurückhaltend: Keiner von uns kann etwas dagegen haben, wenn es ein Bindeglied geben soll zwischen uns, der Stadt und den Bürgern″, sagt der Wirt. Uns ist das Profil aber noch zu schwammig.″

SPD-Ratsmitglied Heiko Schlatermund kündigt im Gespräch mit unserer Redaktion an, dass die Osnabrücker SPD nun ein Konzept entwickeln und dann eine Ratsinitiative starten wolle. Vorher wollen die Initiatoren noch möglichst viele Beteiligte an einen Tisch holen. Den Mannheimer Nachtbürgermeister hatten sie bereits in Osnabrück empfangen.

Und wer soll so einen Nachtbürgermeister bezahlen? An diese Frage gehe er ganz entspannt″ ran, sagt Heiko Schlatermund. Rein steuerfinanziert kann ich mir das aber nicht vorstellen″, so Schlatermund. Wir müssen gucken, ob die Gastronomen oder Veranstalter vielleicht bereit sind, einen Fonds aufzulegen.″

Bildtext:
Wenn es Nacht wird in Osnabrück, gehen viele Bürger noch lange nicht schlafen, sondern bevölkern die unterschiedlichen Gastronomie-Betriebe von der Eckkneipe über die Diskothek bis zum Spitzenrestaurant. Das bringt Spaß und Entspannung, birgt aber auch Konfliktpotenzial.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel
Autor:
Sandra Dorn


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