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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sehbehinderte protestieren gegen leise E-Fahrzeuge
Zwischenüberschrift:
OB-Dienstwagen und E-Busse sollen nachgerüstet werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Sehbehinderte aus Osnabrück und Umgebung haben in dieser Woche vor dem Rathaus auf Gefahren durch Elektrofahrzeuge hingewiesen. Von allen öffentlichen Stellen forderten sie, Busse und Dienstfahrzeuge mit einem sogenannten AVAS″ (Acoustic Vehicle Alerting System, also akustisches Fahrzeug-Warnsystem) nachzurüsten, das künstlich Warngeräusche erzeugt.

Dass E-Autos nahezu geräuschlos über die Straßen rollen, galt lange Zeit als einer der Vorteile gegenüber Autos mit Verbrennungsmotor. Die deutlich geringere Geräuschkulisse bringt jedoch einen unangenehmen Überraschungseffekt mit sich: Andere Verkehrsteilnehmer merken oft gar nicht, dass sich ein E-Auto nähert.

Und das betrifft ja längst nicht nur Sehbehinderte″, sagt Steven Brentrop vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen. So sind am vergangenen Dienstag dem Tag des Weißen Stocks″ auch das Behindertenforum Osnabrück, der Seniorenbeirat Osnabrück, der ADFC-Kreisverband Osnabrück sowie der Sozialverband Deutschland in der Region Osnabrück Stadt und Land vor das Rathaus gekommen.

Eine aktuelle Unfallstatistik liegt dem Blinden- und Sehbehindertenverband nicht vor, doch er verweist auf eine US-Studie, aus der hervorgeht, dass Elektrofahrzeuge 74 Prozent näher sein müssen als konventionell betriebene Pendants, um von Fußgängern angemessen wahrgenommen zu werden.

Wir haben ein absolutes Interesse daran, dass Autos lauter werden″, sagt Volker Woida, der in Osnabrück als Rehalehrer für Blinde und Sehbehinderte arbeitet. So trainiert er unter anderem Menschen, deren Sehkraft schwächer wird, darin, sicher eine Kreuzung zu überqueren. Doch gerade wenn noch etwa Straßen- oder in Osnabrück nicht selten Baustellenlärm hinzukommen, hätten Sehbehinderte keine Chance, die E-Autos wahrzunehmen.

Wie sieht es in Osnabrück mit dem öffentlichen Nahverkehr und Dienstwagen aus? In der Polizeidirektion Osnabrück gibt es derzeit 19 Elektro-Autos und drei Elektro-Motorräder. Mit dem sogenannten AVAS sind die Fahrzeuge nicht ausgestattet das müssen sie auch nicht. Erst ab Juli 2021 müssen laut Gesetz alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein System haben, das Fahrgeräusche simuliert. Bereits zugelassene oder bis dahin zugelassene Autos könnten allerdings nachgerüstet werden.

In der Stadtverwaltung werden derzeit vier Hybridautos und zwölf Elektroautos eingesetzt. Als Dienstwagen für den Oberbürgermeister werden ein 5er-BMW-Hybrid und ein 7er-BMW-Hybrid eingesetzt. Der im August ausgelieferte 5er-BWM verfügt bereits über den BMW-eigenen akustischen Fußgängerschutz″, teilt Stadtsprecher Gerhard Meyering mit. Der 7er-BMW habe kein entsprechendes System, und es sei auch nicht nachrüstbar. Allerdings verfüge der Wagen über zahlreiche Sicherheitsassistenzen, die das Risiko eines Unfalls des Fahrzeuges mit einem Passanten deutlich minimieren, so Meyering. Und: Gemäß der Leasingverträge würden die Autos in regelmäßigen Abständen ausgetauscht, der nächste Austausch stünde kurz bevor. Der neue Wagen soll dann entsprechend ausgestattet sein.

Und wie sieht es bei den Stadtwerken aus? Auf Anfrage unserer Redaktion teilen diese mit, dass die nächsten Elektrobusse, die geliefert werden 49 Stück bis Mitte 2020 und 2021 mit AVAS ausgestattet sein werden.

Grundsätzlich ist eine Nachrüstung der 13 bereits im Einsatz befindlichen Busse möglich und auch vorgesehen″, sagt Annika Müller von den Stadtwerken. Bevor diese erfolge, sollen aber zunächst erste praktische Erfahrungen Mitte 2020 mit den ersten neu ausgelieferten Fahrzeugen abgewartet werden. Seit einem guten halben Jahr sind die Elektrobusse mittlerweile in Osnabrück im Einsatz. Das Fazit nach rund 400 000 gefahrenen Kilometern: Bislang gibt es noch keinen Zwischenfall oder Unfall, der mit den geringeren Fahrgeräuschen im langsamen Geschwindigkeitsbereich im Zusammenhang steht″, so Annika Müller.

Von den 78 Dienstfahrzeugen der Stadtwerke, die elektrisch oder mit Hybridmotor betrieben werden, verfügen bis auf sechs Fahrzeuge aus dem Jahr 2010 alle über ein entsprechendes System.

Bildtext:
Vor dem Rathaus haben in dieser Woche der Blinden- und Sehbehindertenverband, aber auch andere Verbände gegen die Gefahr durch leise E-Fahrzeuge protestiert.
Foto:
M. Gründel
Autor:
Cornelia Achenbach


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