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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
BOB will aus Parkplatz einen Park machen
Zwischenüberschrift:
Zankapfel Dominikanerkirche: Soll die Freifläche bebaut werden?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) lehnt den Bau eines Bürogebäudes für die Verwaltung auf dem Parkplatz an der Dominikanerkirche ab und schlägt vor, dort einen Stadtpark zu schaffen.

Wenn wir es mit dem Klimaschutz wirklich ernst meinen, dann müssen Bäume erhalten bleiben, denn deren wichtige Funktion für das Stadtklima wird durch Thermografiebilder eindrucksvoll belegt″, heißt es in einer Mitteilung. Der Bürgerbund verweist auf Aufnahmen der Nasa, die die Wärmeverteilung in der Stadt farblich darstellen. Die Bilder zeigten deutlich die kühlende Wirkung der durch die Innenstadt fließenden Hase und den ebenfalls kühlenden Einfluss des Bürgerparks auf das Stadtklima″, sagt BOB. Auch begrünte Hinterhöfe wirkten einer Aufheizung der Stadt im Sommer entgegen.

Gegen Stadthaus 3

Deshalb stellt BOB in der Mitteilung die Frage: Warum wird der Parkplatz unter Erhalt einiger Parkplätze für Anwohner und die Nahversorger vor Ort nicht zu einem Park umgestaltet, um für weitere Klimaresilienz zu sorgen? Der BOB will dort auf keinen Fall ein Stadthaus 3″, wie er in der Mitteilung schreibt.

Am kommenden Donnerstag wird sich der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Parkplatz an der Dominkanerkirche befassen. Bebauen ja oder nein? Der Ausschuss und der Rat sollen dazu einen Grundsatzbeschluss fassen.

Ein privater Investor wollte schon vor einiger Zeit der städtischen Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) das Grundstück abkaufen, um dort eine Büroimmobilie zu errichten. Die Stadt lehnte den Verkauf ab auch weil die Verwaltung selbst mehr Büroflächen braucht. Direkt nebenan, im alten Dominikanerkloster, ist das städtische Bauamt untergebracht.

Das Grundstück ist insgesamt gut 3000 Quadratmeter groß, der Parkplatz umfasst rund 2000 Quadratmeter. Die Verwaltung schlägt den Bau eines Verwaltungs- und Dienstleistungsgebäudes mit vier Vollgeschossen und einem Sattelgeschoss auf dem Parkplatz vor. Die Umsetzung wäre nicht leicht. Das ehemalige Kloster und die Kirche stehen unter Denkmalschutz und dürfen vom neuen Gebäude nicht in den Schatten gestellt werden. Außerdem stehen vor dem früheren Klostereingang und auf dem Parkplatz mehrere schützenswerte Bäume. Zu prüfen wären auch die stadtklimatischen Folgen einer Bebauung.

Büros oder Wohnungen?

Die Fläche diente früher als Klostergarten. Als Soldaten in das ehemalige Kloster einzogen, wurde aus dem Garten ein Exerzierplatz. Mit Gebäuden bebaut war der Platz nie, wie die Verwaltung in der Vorlage für die Ausschusssitzung schreibt. Trotzdem müsste der Platz vor einem Eingriff archäologisch gündlich untersucht werden, was etwa 300 000 Euro kosten würde.

Der Parkplatz ist schon einmal in die politische Diskussion geraten. In der jüngsten Ratssitzung hatte die SPD den Vorschlag eingebracht, das ehemalige Finanzamt an der Hannoverschen Straße zu kaufen und dort Büros für die Stadtverwaltung einzurichten. Der Parkplatz an der Dominikanerkirche sollte dagegen für ein Wohn- und Geschäftshaus genutzt werden. Gern auch auf Stelzen, um die Stellplätze darunter zu erhalten.

Bildtext:
Parkplatz Dominikanerkirche: Bürohaus oder Stadtpark?
Foto:
Jörn Martens

Kommentar
Was ist denn mit BOB los?

Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) ist 2015 aus einer Facebook-Gruppe hervorgangen, die den Namen trug: Gebt den Neumarkt wieder frei.″ Die Interessen der Autofahrer in der Kommunalpolitik zu wahren ist natürlich nicht das einzige Thema der Bürgergruppe, aber das Auto ist Teil der DNA von BOB. Wo dem Autoverkehr Hindernisse in den Weg gestellt werden sollen, schaut BOB besonders genau hin und stellt kritische Fragen. Da kommt es schon sehr überraschend, wenn ausgerechnet BOB die Idee auftischt, einen Stadtpark zu schaffen, wo jetzt Autos parken. Eine Kehrtwende bei ihrem Kernthema: Was ist denn mit BOB los?

Es liegt der Verdacht nahe, dass es BOB in erster Linie darum geht, den Bau eines städtischen Verwaltungsgebäudes zu verhindern. Vor allem eines vor dem Büro von Frank Otte, dem grünen Stadtbaurat und Lieblingsfeind der Bürgerbündler. Um ein Stadthaus 3 zu verhindern, sattelt BOB auf die Klimadebatte auf. Plötzlich ist der Schutz des Klimas wichtiger als die Rettung von Stellplätzen sehr glaubwürdig ist das nicht.

In einem Punkt hat BOB recht: Ein Stadthaus muss es an dieser Stelle nicht sein. Besser wäre allerdings nicht ein Park, sondern ein attraktives Gebäude mit Büros, Geschäften und vor allem: Wohnungen.

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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