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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neue Mobilität, neue Fragen
 
Die Sonne macht die Batterie voll
 
Selten Strom in der Tiefgarage
Zwischenüberschrift:
In Zeiten der aufziehenden Elektromobilität müssen Autofahrer umlernen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Auf der Straße verhalten sich Elektroautos prinzipiell nicht anders als Pkw mit Diesel oder Benziner. Vor und nach der Fahrt gibt es jedoch durchaus Unterschiede. Wir klären ein paar wichtige Fragen.

Benötige ich eine Wallbox?

Wer sein Elektromobil regelmäßig zuhause laden will, braucht einen geeigneten Anschluss. Die normale Haushaltssteckdose ist dafür lediglich eine Notlösung. Sie ist weniger sicher und in der Regel auch deutlich weniger effizient als eine Wandladestation. Die sogenannten Wallboxen gibt es in verschiedenen Leistungsklassen ab rund 500 Euro plus Montage durch eine Fachkraft. Empfehlenswert ist für die meisten Nutzer ein Gerät mit elf kW Leistung, das einen guten Kompromiss aus relativ schnellem Laden und überschaubaren Kosten bietet.

Sind brennende E-Autos besonders gefährlich?

Brennt ein Akku, ist er nur schwer zu löschen. Dass man ein E-Auto, wie in sozialen Medien häufig behauptet wird, daher nur komplett ausbrennen lassen kann, ist allerdings nicht korrekt. Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt die Brandbekämpfung mit sehr viel Wasser zur Kühlung der brennenden Batterie. So kann die Kettenreaktion in ihrem Inneren unterbrochen werden.

Wie lange dauert es, ein E-Auto zu laden?

Die an der Steckdose benötigte Zeit hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigste Rolle spielen die Stromquelle und das Ladegerät im Auto. Und auch das verwendete Kabel hat einen Einfluss. Aus der Haushaltssteckdose fließen lediglich 2, 3 kW, die meisten privaten Wallboxen kommen auf 11 kW, an öffentlichen AC-Ladesäulen stehen meist bis zu 22 kW zur Verfügung. Flotter geht es an den DC-Stationen, die 50 kW und mehr liefern. Allerdings limitiert zusätzlich auch das Auto die Tank-Geschwindigkeit, etwa durch den vorhandenen Bordlader oder den Batteriezustand. Während der Fahrt warm gewordene Akkus laden deutlich langsamer.

Wie teuer ist das Laden eines E-Autos am öffentlichen Ladepunkt?

Die Preisstruktur an den Schnell- und Normalladesäulen ist weiterhin unübersichtlich und intransparent. Die Abrechnungsarten variieren von Anbieter zu Anbieter, neben den Kilowattkosten kommen manchmal noch Zeit- oder Grundgebühren hinzu. An der Ladesäule selbst findet sich dazu in der Regel keine Information, will man es genau wissen, hilft nur das Durchklicken der jeweiligen Internetseite. Wer viel unterwegs ist und nicht immer beim gleichen Anbieter lädt, sollte sich eine Roaming-Karte zulegen, die das deutschlandweite Tanken bei unterschiedlichen Betreibern erlaubt. Allerdings können die Tarife an einzelnen Säulen von denen der örtlichen Anbieter abweichen. Bezahlt wird an Ladesäulen in der Regel online, Kartenschlitze oder Münzeinwürfe gibt es nicht.

Wie lang sind die Lieferzeiten für E-Autos?

Auf einige Modelle müssen Käufer bis zu ein Jahr warten, andere sind mehr oder weniger sofort zu haben. Vor allem dienstältere Modelle stehen vergleichsweise schnell bereit allerdings gibt es auch dort Ausnahmen. Häufige Gründe für die wenig kundenfreundlichen Lieferzeiten sind Produktionsengpässe, vor allem bei der Batterie, oder zu pessimistische Absatzplanungen der Hersteller.

Wie lange hält ein E-Auto-Akku?

Die Traktionsbatterien sind auf lange Lebensdauer ausgelegt, sollen in der Regel ein Autoleben lang funktionieren. Die Hersteller gewähren in der Regel Garantien von acht Jahren oder 100 000 Kilometern Laufleistung. Auch danach sind die Energiespeicher nicht nutzlos, sie bieten aber etwas weniger Kapazität als am Anfang. Wie lange ein individueller Akku hält, hängt aber auch vom Einsatzprofil des Autos ab. Häufiges Schnellladen oder Schnellfahren kann den Alterungsprozess beschleunigen.

Wie teuer ist der Austausch einer Batterie?

Der Akku ist mit großem Abstand die teuerste Komponente eines E-Autos. Muss sie nach Ablauf der Garantie komplett getauscht werden, kostet das den Halter schnell einen fünfstelligen Betrag. Wer das Risiko scheut, kann bei einigen Herstellern die Batterie für seinen Neuwagen auch mieten.

Hält das Stromnetz die wachsende Zahl an E-Autos aus?

Auf absehbare Zeit macht das E-Auto dem nationalen Stromnetz keine großen Schwierigkeiten. Sollte die Zahl der Fahrzeuge stark wachsen, müsste mehr Strom erzeugt werden allerdings kommt der Mehrbedarf nicht über Nacht. Wallboxen müssen trotzdem schon heute beim örtlichen Energieversorger gemeldet werden, damit dieser das Netz stabil halten kann. Langfristig könnten Elektroautos dabei helfen, indem sie Energie bei Bedarf zwischenspeichern oder ins Netz zurückspeisen.

Bildtext:
Klappe auf, Stecker rein: Der reine Ladevorgang beim Elektroauto ist simpel allerdings dauert der Ladevorgang häufig noch sehr lange.
Foto:
Renault

Osnabrück Es wäre eine perfekte Kombination: das E-Auto und die Solarzelle. Die kleinen Photovoltaik-Kraftwerke könnten Reichweiten-Angst und Infrastruktur-Defizite vergessen machen, die Fahrzeug-Akkus das Problem mit der Speicherung von Sonnenenergie mildern. Die ersten Solar-E-Autos sollen schon bald auf die Straße kommen.

Pionier unter den automobilen Sonnenanbetern ist der Toyota Prius. Bereits seit 2017 kann die Plug-in-Hybrid-Ausführung des Kompaktautos auf Wunsch mit einem Solardach bestellt werden, dessen Photovoltaik-Zellen tagsüber eine Zusatzbatterie aufladen, die während der anschließenden Fahrt den Elektromotor mit Strom versorgt. Gerade einmal fünf Kilometer zusätzliche elektrische Reichweite lassen sich so mit den Modulen generieren.

Ganz ausspielen kann die Solarzelle ihr Potenzial also noch nicht. Ihr prinzipieller Reiz liegt darin, das E-Auto ein Stück weit unabhängig von Ladeinfrastruktur zu machen. Wer etwa zum Entspannen aufs Land fährt, muss sich dort nicht sofort um eine Steckdose kümmern, sondern kann zumindest einen Teil der Energiebeschaffung seinem Solarauto überlassen.

Möglicherweise dauert es gar nicht mehr lange, bis das erste richtige Solarauto auf der Straße ist. Das Münchner E-Auto-Start-up Sono Motors will Ende 2020 den Kleinwagen Sion auf den Markt bringen, dessen Karosserie serienmäßig mit Photovoltaik-Zellen gepflastert ist. Diese leisten 1, 2 kW und sollen an sonnigen Tagen Strom für bis zu 34 Kilometer Fahrt generieren, an einem bedeckten Dezembertag immerhin genug für drei Kilometer.

Bildtext:
Der Sono Sion soll Ende 2010 an den Start gehen.
Foto:
Sion

Hamburg In Mehrfamilienhäusern fehlt es an Lademöglichkeiten für E-Autos. Lediglich bei vier Prozent aller Objekte mit Tiefgarage in Deutschland ist zumindest ein Stromanschluss für Fahrzeuge verfügbar. Lediglich in der Hälfte davon ist bereits eine Wallbox für das schnelle und regelmäßige Laden installiert, wie aus einer Untersuchung des ADAC hervorgeht. An der Situation dürfte sich in den kommenden Jahren wenig ändern: Nur für 13 Prozent aller Mehrfamilienhäuser gibt es Pläne, eine Lademöglichkeit zu installieren.

Zu den Gründen für die vielerorts fehlende Infrastruktur zählen neben den teils hohen Installationskosten und der noch geringen Verbreitung von E-Autos auch die speziellen rechtlichen Hürden bei gemeinsam genutztem Wohneigentum. Eine Ladesäule kann in der Regel nur bei einstimmigem Beschluss der Miteigentümer installiert werden, was in der Praxis oft schwierig zu erreichen ist. Der Automobilclub setzt sich daher wie auch andere Verbände für eine neue gesetzliche Regelung ein.

Die praktische Unmöglichkeit, Ladestationen in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern zu installieren, gilt als großes Hindernis beim Ausbau der E-Mobilität. In Deutschland gibt es mehr als neun Millionen Mehrfamilienhäuser in Gemeinschaftsbesitz, zu ihnen gehören rund vier Millionen Pkw-Stellplätze.
Autor:
SP-X, Holger Holzer


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