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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Containerdorf, Eisdiele, Bauernhof
Zwischenüberschrift:
Wie und wo in Osnabrück zusätzliche Betreuungsplätze entstehen / Neuer Waldorfkindergarten in Planung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Zum Stichtag 1. August hatten 216 Mädchen und Jungen in Osnabrück keinen Betreuungsplatz. Doch in einem rund 20 Millionen Euro teuren Kraftakt entstehen derzeit in allen Teilen der Stadt neue Kitas, Krippen und altersübergreifende Gruppen.

Jetzt tun Sie mir doch bitte den Gefallen und schreiben Sie nicht wieder von Containern.″ Fachdienstleiter Marcus Luttmer mag das Wort nicht. Er spricht lieber von Pavillons″. Das klingt freundlicher. Doch den Gefallen können wir ihm leider nicht tun der Begriff Container″ hat sich unter Osnabrücker Eltern längst etabliert. Und natürlich können Container trotz ihres schmucklosen Äußeren im Inneren durchaus gemütlich sein.

Für die Einrichtung neuer Betreuungsplätze habe man die Stadt quasi in vier Tortenstücke eingeteilt, erläutert Luttmer: Norden, Süden, Osten, Westen.

Der Westen: Hellern, Weststadt, Wüste und Westerberg stellen in den Kita-Planungen den Westen der Stadt dar und den Bereich, in dem der Bedarf an Betreuungsplätzen besonders groß ist. Etwa 96 Plätze sollen hier geschaffen werden, die meisten davon an der Großen Schulstraße in Hellern.

Eigentlich sollten nach der Eröffnung der neuen Grundschule die dort als Provisorium aufgestellten Container weitestgehend verschwinden oder anderen Osnabrücker Kindergärten zugewiesen werden. Tatsächlich wurden jetzt auch ein paar Container im hinteren Bereich, neben der Sporthalle, abgebaut und nach Sutthausen gebracht. Siehe Der Süden″.

Doch die Container im vorderen Bereich bleiben. Unter Trägerschaft des Internationalen Bunds (IB) sollen hier zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen untergebracht werden. Voraussichtlicher Start: 1. Dezember.

Es kann auch sein, dass wir erst im Januar loslegen können es hängt einfach davon ab, wie zügig wir mit den Bauarbeiten vorankommen″, sagt IB-Betriebsstättenleiter Mirko Möller. Wer schon mal ein Haus gebaut hat, kennt das. Die Auflagen für den Brandschutz seien hoch, ergänzt Möller, das gesamte Bauvorhaben eng terminiert. Auch der Außenbereich soll noch ansehnlicher werden. Derzeit befindet sich zwischen den Containern einfach eine asphaltierte Fläche. Ein Teil davon wird erhalten bleiben, damit die Kinder dort mit Bobbycars herumflitzen können. Der Rest wird begrünt, neue Bäume und Büsche werden angepflanzt.

Einen Namen hat die Kita übrigens schon: „, Lüttenhütt′ soll sie heißen″, verrät die stellvertretende Leiterin Lydia Eickhoff. Eine kurze Umfrage unter Kinder habe gezeigt: Der Name gefällt.

Die Container-Kita″ soll allerdings nur eine Übergangslösung sein. Derzeit ist sie nach Angaben des Fachbereichs auf rund fünf Jahre angelegt.

Dass es mit dem Martinskindergarten, der Grundschule Hellern und der neuen Kita auf der Großen Schulstraße eng werden könnte Stichwort Elterntaxis″ – , ist dem Fachbereich bewusst. Wir wissen, dass das eine Herausforderung wird, und haben uns auch mit der Verkehrsplanung zusammengesetzt″, sagt Marcus Luttmer. Derzeit werde überlegt, einen Walking Bus″ zu installieren, die Kinder den Weg zur Kita also gemeinsam zu Fuß zurücklegen zu lassen, indem ein Kind nach dem anderen zu Hause eingesammelt wird.

Auch der Wiho-Kindergarten in Hellern wird erweitert. Durch einen Container und die Nutzung des ehemaligen Gemeinderaums können hier vermutlich schon zum 1. November 18 weitere Plätze geschaffen werden.

Der Norden: Wenn es nach den Kindern ginge, könnte in der Eisdiele am Östringer Weg in Haste alles so bleiben, wie es ist. Eltern sehen das vermutlich anders. Erzieher auch. Daher wird hier gerade umgebaut und gewerkelt. Wenn alles nach Plan läuft, soll in dem Raum, der direkt an die Kita Haste anschließt und künftig auch zu dieser gehören wird, zum 1. Dezember alles fertig sein. In einer altersübergreifenden Gruppe entstehen hier 18 Plätze.

In der Knollstraße sind bereits zum 1. August bei der von der Heilpädagogischen Hilfe betriebenen Kita Schatzkiste″ zehn neue Betreuungsplätze entstanden. Die HHO konnte dabei auf Räume auf dem eigenen Gelände zurückgreifen und an eine bestehende Gruppe anschließen.

Im Landwehrviertel im Stadtteil Atter wird derzeit außerdem ein neuer Kindergarten gebaut. Da dieser voraussichtlich erst Ende 2020 fertig wird, soll vorübergehend das ehemalige Offizierskasino genutzt werden. Wenn die Handwerker rechtzeitig fertig werden, können hier ab dem 1. Dezember 36 Kinder in einer altersübergreifenden Gruppe untergebracht werden.

Der Süden: Siehe Der Westen″. Aus Hellern werden derzeit Container nach Sutthausen gebracht. An der Apostel-Kita wird so zum 1. Februar Platz für 15 Krippenkinder geschaffen.

Der Osten: Im Stadtteil Schinkel soll der Hof Entrup, ein altes Bauernhaus, zu einem Waldorfkindergarten umgebaut werden. In dem Gebiet um den Hof wird derzeit ein neues Baugebiet geplant; hier sollen zahlreiche bezahlbare Wohnungen geschaffen werden. Auf dem Hof sind zwei Gruppen vorgesehen, die insgesamt 36 Kinder aufnehmen können.

Da es sich um eine größere Baumaßnahme handelt, wird der Kindergarten jedoch nicht vor dem nächsten Kindergartenjahr, also im Sommer 2020, fertig werden. Zudem steht der Hof-Entrup-Plan noch unter Vorbehalt im Oktober muss er nämlich erst noch durch den Ausschuss.

Was nicht klappt: Ursprünglich hatte die Stadt noch weitere Pläne für Ausbaumöglichkeiten. Ein paar wurden jedoch vom Landesjugendamt kassiert. So zum Beispiel die Idee, Bauwagen auf dem Gelände der städtischen Kitas in Atter oder Schölerberg aufzustellen. Bauwagen seien aber nur in Zusammenhang mit dem Konzept Waldkindergarten″ eine Option, erläutert Luttmer. Doch dieses Konzept liege nicht vor. Auch die Nutzung einer ehemaligen Gärtnerei wurde von der Behörde abgelehnt.

Wie groß ist der weitere Bedarf? Rund 300 zusätzliche Betreuungsplätze für unter Dreijährige wird die Stadt in den nächsten drei Jahren benötigen. Das haben Rechnungen auf Grundlage des Portals Kita online″ ergeben. Durch die jetzt ergriffenen Maßnahmen werden erst einmal 75 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 154 Plätze für Kinder über drei Jahren geschaffen.

Was Eltern jetzt wissen müssen: Nach Angaben der Verwaltung sind alle Osnabrücker Eltern, die derzeit noch auf der Suche nach einem Betreuungsplatz sind und sich mit dem Familien- und Kinderservicebüro in Verbindung gesetzt haben, bereits angeschrieben worden. Sie dürften also über die neuen Kita- und Krippenplätze, die in Kürze in Betrieb genommen werden, bereits informiert sein. Wer noch Fragen hat, kann sich unter Telefon 0541 323-4340 beim Familien- und Kinderservicebüro melden.

Bildtexte:
Bis vor Kurzem noch Eiscafé, bald Kita: Auch in Haste sollen neue Betreuungsplätze entstehen.
Die Kita Lüttenhütt″, betrieben vom Internationalen Bund (IB), entsteht in Hellern in zuvor von der Grundschule genutzten Containern. Von links: die stellvertretende Leiterin Lydia Eickhoff und IB-Betriebsstättenleiter Mirko Möller.
Das ehemalige britische Offizierskasino soll provisorisch als Kita genutzt werden, bis voraussichtlich Ende 2020 der Kindergarten im derzeit neu entstehenden Landwehrviertel fertig wird.
Fotos:
Jörn Martens


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