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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schülerfirmen zeigen, wie Upcycling geht
Zwischenüberschrift:
Vom Turnbeutel über Deko bis zum Honig: Im Kreishaus drehte sich alles um die Nachhaltigkeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Schlüsselanhänger aus Holzresten, Kissenbezüge aus alten Hemden und Deko aus Kaffeekapseln: Rund 150 Kinder und Jugendliche haben am Mittwoch ihre Schülerfirmen im Kreishaus des Landkreises Osnabrück präsentiert. Nachhaltigkeit spielte dabei eine große Rolle. Gleich mit zwei Abteilungen der Schülerfirma Manufakt″ war die Montessori-Schule vertreten.

Während bei Heiße Nadel″ allerlei selbst genähte Produkte angeboten wurden, kamen bei Werkart″ selbst gebastelte Deko aus Holz und Blech auf den Tisch. Wir bauen mit Holz und Dosen, zum Beispiel Halterungen für Kerzen oder Schlüsselanhänger″, sagte der 15-jährige Joel. Ihm macht die Arbeit in der Schülerfirma besonders viel Spaß: Ich habe schon früher sehr gerne mit Holz gearbeitet.″

Bei Werkart″ wird aber nicht nur gewerkelt, sondern fürs Leben gelernt″, vermerkte Montessori-Lehrerin Julia Bühren. Denn mithilfe der Schülerfirma lernen die Jungen und Mädchen, was es bedeutet, Mitarbeiter in einer Firma zu sein, und werden so an das Berufsleben herangeführt. Es geht um Verantwortung, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Ganz wichtig ist für unsere Schüler auch der Kundenkontakt″, fügte sie hinzu. Von der Bestellung bis zur Auslieferung des Produktes sind sie für alles verantwortlich.

Was ihr in eurer Schülerfirma lernen könnt, ist weit mehr als ganz normaler Unterricht im Klassenzimmer″, stellte Kreisrat Matthias Selle heraus, der die Kinder und Jugendlichen im großen Sitzungssaal begrüßte. Seit 2003 unterstütze der Landkreis mit seinem Förderprogramm Wir-AG″ Schülerfirmen. In diesem Jahr stand das Thema Upcycling, die Wiederverwertung von Abfall aller Art, im Fokus. Ich freue mich, dass damit das Thema Umweltbildung intensiv bei den Schülerfirmen angekommen ist″, so Selle.

Im Vorfeld der Messe hatten sich die Schüler bereits in Workshops mit den Fragen Was macht Müll zu Müll? und Ist alles Gebrauchte und Unbrauchbare gleich Abfall? beschäftigt. Dabei fanden sie kreative Upcycling-Lösungen. Und diese künstlerischen und nützlichen Produkte aus wertlos gewordenen Materialien präsentierten sie nun im Kreishaus.

Ralf Holzgrefe, Regionalkoordinator für nachhaltige Schülerfirmen, wies auf die Bedeutung des Nachhaltigkeitsaspekts bei den Schülerfirmen hin. Sie sollen gewinnorientiert arbeiten, aber darüber hinaus auch lernen, ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen und zum anderen das soziale Miteinander üben.″ Ökologie, Ökonomie und Soziales müssten in den Schülerfirmen in Einklag gebracht werden, um so eine Firma über Jahre handlungsfähig zu machen.

Gut umgesetzt wird das bereits bei den Beeologen″ des Gymnasiums Melle. Sechs Schüler kümmern sich um vier Bienenvölker, füllen Honig ab und gießen Kerzen. Es macht Spaß und ist gut für unsere Umwelt, denn die Bienen sind wichtig für unser Ökosystem″, sagte Jonas Droste. Ihre Produkte verkaufen sie jeden Freitag in der Pause an ihrer Schule. Und auch bei der Messe im Kreishaus waren ihr Honig Meller Vielfalt″ und ihre Kerzen heiß begehrt.

Ein paar Stände weiter präsentierte ein junges Mädchen unterdessen einer Kundin stolz einen grünen Turnbeutel. Das Besondere: auf der einen Seite wurde ein Dreieck aus einer alten Warnweste aufgenäht, damit der Träger der Tasche auch im Dunkeln gut zu sehen ist. Die andere Seite haben die Grundschüler der Heinrich-Schüren-Schule mit einem großen roten Kleeblatt bedruckt. Sieben Euro sollte das gute Stück kosten, was die Kundin gerne bezahlte. Filippa nahm das Geld entgegen, sortierte es in die kleine graue Metallkasse ein und notierte den Kauf ordentlich auf einem Block. Schließlich müssen auch in einer Schülerfirma nachher die Bücher und die Kasse stimmen.

Neben den Verkaufsständen der Schülerfirmen gab es bei der Messe Infostände und Mitmachaktionen von Awigo, Terra-Vita, dem Europabüro und der Klimainitiative der Ursulaschule. Bei einem Lerntheater der Abfallwirtschaftsgesellschaft Awigo mussten die Schüler Müll richtig entsorgen und stießen auf die eine oder andere Herausforderung. Wo gehören Tapetenreste hin? In welche Tonne kommt Katzenstreu? Und was mache ich mit einer Ravioli-Dose? Nach kurzem Hin und Her fanden die Schüler aber mithilfe der Müll-Profis doch die richtigen Lösungen: Tapetenreste gehören wegen des Kleisters in den Restmüll, ebenso wie die Katzenstreu, während die Dose in die gelbe Tonne muss.

Bildtexte:
Arbeiten wie die Großen: Die Schüler der Heinrich-Schüren-Schule sind die Chefs der Schülerfirma Kreativ 33″. Sie produzieren und verkaufen Turnbeutel, Handtücher und Selbstgenähtes.
In welche Tonne gehört welcher Müll? Beim Mitmachtheater der Awigo mussten die Schüler Tapetenreste, Verpackungen und Glasflaschen entsorgen.
Die Beeologen″ vom Gymnasium Melle verkaufen mit ihrer Schülerfirma selbst abgefüllten Honig und selbst gegossene Kerzen aus Bienenwachs.
Fotos:
Swaantje Hehmann
Autor:
Lea Becker


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