User Online: 1 | Timeout: 05:20Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum die Stadt die Verkehrsspiegel abbaut
Zwischenüberschrift:
Mehr Sicherheitsrisiko als nützliches Hilfsmittel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Nach und nach verschwinden sie aus dem Stadtbild, und das wird nicht jedem Verkehrsteilnehmer gefallen: Konvexspiegel an unübersichtlichen Stellen. Die Stadt Osnabrück baut sie sukzessive ab. Aus guten Gründen, wie sie sagt.

Ein Leser unserer Zeitung hatte sich an unsere Redaktion gewandt und berichtet: An der Bramscher Straße auf Höhe des Hasefriedhofs habe die Stadt einen Verkehrsspiegel entfernt und nicht ersetzt, nachdem dieser mit Farbe beschmiert worden war. Der Spiegel sollte Autofahrern die Ausfahrt aus einer Seitenstraße erleichtern. Der Leser schreibt: Es hat sich gezeigt, dass nunmehr das Herausfahren aus der Ausfahrt an dieser Stelle erheblich schwieriger und gefährlicher geworden ist. Der Spiegel war selbst im besprühten Zustand eine große Hilfe, um sich gefahrlos in den Verkehr einfädeln zu können, zumal die Bramscher Straße von mehreren Buslinien frequentiert wird.″Trügerisches Gefühl

Nun ist der Spiegel weg, und ein neuer wird nicht folgen. Unfallstatistiken zeigen, dass die Verkehrsspiegel den Zweck der Unfallprävention nicht erfüllen″, sagt Gerhard Meyering, Sprecher der Stadt. Stattdessen würden die Spiegel oftmals das Unfallrisiko aufgrund eines gefühlt erhöhten, aber trügerischen Sicherheitsempfinden″ erhöhen.

Autofahrer würden das Tempo anderer Autos im Spiegel wegen der gewölbten Oberfläche falsch einschätzen. Und auch bei diesen Spiegeln sei das Phänomen des toten Winkels″ ein Problem. Gerade bei vorgelagerten Rad- und Fußwegen vor den Ein- und Ausfahrten ist dies ein hohes Risiko für die schwächsten Verkehrsteilnehmer.″

Damit nicht genug: Die Erfahrung zeige, dass sich viele Verkehrsteilnehmer einzig und allein auf die Spiegel verließen und gar nicht mehr auf die Straße achteten.Verkehrswacht kritisch

Die Deutsche Verkehrswacht sieht die Konvexspiegel ebenfalls kritisch, verurteilt sie aber nicht pauschal. Ja, die Spiegel würden Objekte verzerrt darstellen, und das tatsächliche Tempo eines Objekts darin sei schwer einzuschätzen, sagt Heiner Sothmann, Sprecher der Verkehrswacht in Berlin, auf Anfrage. Aber: Verkehrsteilnehmer nun blind herausfahren zu lassen ist auch keine Lösung.″

Eine Empfehlung für oder gegen die Spiegel spricht die Verkehrswacht nicht aus. Falle jedoch ein Spiegel weg, sollte die Kommune Alternativen prüfen, so Sothmann weiter. Gegebenenfalls müsste etwa das Tempo angepasst oder die gefährliche Stelle durch einen Umbau entschärft werden.

Die Stadt vertraut da eher auf die Verkehrsteilnehmer. Meyering: Gerade dort, wo es unübersichtlich ist, agieren Verkehrsteilnehmer umso vorsichtiger.″

Bildtext:
Sie verschwinden nach und nach aus dem Stadtbild in Osnabrück: Verkehrsspiegel.
Symbolfoto:
imago images/ Steinach
Autor:
Jörg Sanders


Anfang der Liste Ende der Liste