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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt soll Kleiderkammer unterstützen
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Enttäuschung im Kleiderlager″ (Ausgabe vom 13. September) erhielten wir die Zuschrift von Rainer Hafke, Vorstandsvorsitzender Solidarisches Osnabrück e. V.

Wieder einmal zeigt sich die Ferne der Politiker von der Realität. Zu sagen, dass die Bedürftigen eine Begleitung von Sozialarbeitern benötigen, um ihnen zu zeigen, welche Fördermöglichkeiten es gibt, ist schon ziemlich vermessen, da ja sicher alle im Stadtrat wissen, dass es viel zu wenig Sozialarbeiter in der Stadt gibt. Auch hier werden ja keine Mittel zur Verfügung gestellt. Weiterhin wird auf die große Zahl von sozialen Kaufhäusern über das gesamte Stadtgebiet hingewiesen. […]

Ich kann ja die Stadträte verstehen. Es ist natürlich einfacher, nichts zu tun, zumal diejenigen, die darunter leiden, keine Lobby haben, um ihr Anliegen durchzusetzen. Dafür haben wir sie aber nicht gewählt. Sie sollten endlich anfangen, ihre Aufgabe als Vertreter der Bürgerschaft ernst zu nehmen, sonst leisten sie denjenigen Vorschub, die diese Lücke füllen. Und wer das ist, sehen wir in anderen Städten. Bis heute konnten die Bürger der Stadt das Aufkommen der Populisten erfolgreich verhindern, das kann und wird sich vermutlich ändern, wenn unsere Vertreter im Rat weiterhin nur noch Prestigeobjekte finanzieren und bürgerschaftliches Engagement so abschätzig mit einem Federstrich von der Tagesordnung nehmen.

Dass sich dann auch noch die Vertreter der einzelnen Parteien für die umfangreiche Arbeit der Verwaltung bedanken, ist sicher eine schöne Sache. Sich aber nicht bei den Ehrenamtlichen zu bedanken, die diese Arbeit über Jahre entgegen den Mitarbeitern der Verwaltung umsonst geleistet haben, lässt schon tief blicken. […]

Die Mehrheit der Bürger dieser Stadt hat ein großes Herz, das erfahren wir schon seit Jahren durch die umfängliche Unterstützung, die wir in unserer Initiative erhalten. Und das haben über Jahre auch Frau Michels und ihre Mitstreiter erfahren. Wenn also die Bürger dieser Stadt jetzt schon über Jahre ihre Kleidung für Bedürftige spenden, haben die Vertreter dieser Bürger auch die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Möglichkeit geschaffen wird, diese Kleidung adäquat an die Bedürftigen weitergeben zu können.″

Rainer Hafke
Osnabrück

Was 2015/ 2016 mit der Versorgung Geflüchteter im heutigen Erich-Maria-Remarque-Haus mit einer Grundausstattung angemessener jahreszeitlicher Bekleidung begann, hat sich längst ausgeweitet zu einer Versorgung Bedürftiger der Stadt, bisweilen auch des Landkreises Osnabrück. Die Ehrenamtlichen um Elisabeth Michel leisten seit bald fünf Jahren eine herausragende, hoch engagierte Arbeit für jedermann.

Diese Arbeit nimmt kaum zählbare Stunden im Monat ein. Spenden und kleine Nachlässe werden gesichtet und sortiert, werden gegebenenfalls auch gewaschen oder gespült und kostenfrei (!) an Bedürftige abgegeben. In der Kleiderkammer des Erich-Maria-Remarque-Hauses, in den Ausgabestellen der Tafel und für Kinder im Westwerk können Bedürftige sich Benötigtes aussuchen, ohne Scham ob ihrer Bedürftigkeit! Nicht wahllos, nein, es wird genau mit hoher sozialer Kompetenz hingeschaut, wer wirklich bedürftig ist.

Neben der sozialen Komponente bewirkt die Initiative eine auch ökologisch sinnvolle Wiederverwertung von Gütern. Es stünde einer Friedensstadt, die sich der Lokalen Agenda angeschlossen hat, sehr zu Gesicht, dieses beispielhafte ehrenamtliche Engagement nicht nur mit wichtigen Kontakten, sondern auch weiterhin zum Wohl von uns Bürgern mit einem geeigneten Ladenlokal, wofür die Stadt die Kosten trägt, zu unterstützen! Das erwarten wir als Bürger Osnabrücks von einer sozialen Stadt!

Lilly und Josef Hugenberg
Osnabrück

Bildtext:
Im Kleiderlager werden Spenden sortiert, um sie dann an Bedürftige weitergeben zu können.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Rainer Hafke, Lilly und Josef Hugenberg


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