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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Limberg-Kasernen-Abriss steht bevor
Zwischenüberschrift:
Als Erstes verschwinden die Exerzierplätze / Warum keine Wohnungen gebaut werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In den kommenden Tagen rollen die Bagger an, um die ehemaligen Militärgebäude am Osnabrücker Limberg abzureißen. Anstelle von Panzerhallen, Mannschaftsunterkünften und Exerzierplätzen sollen dort künftig Gewerbe, Freizeit und Sport Platz finden. Bei einem Ortstermin wurden nun Medienvertreter über die Arbeiten informiert. Dabei ging es auch um die Frage, warum in diesem Bereich keine Wohnungen gebaut werden.

Vor zehn Jahren und sechs Monaten verließen die letzten Briten ihre Osnabrücker Kasernen, seit dem 1. April 2009 existiert die zwischenzeitlich größte britische Auslandsgarnison auch offiziell nicht mehr. Wo die Soldaten Ihrer Majestät jahrzehntelang Exerzierübungen abhielten, Munition herstellten und Panzer reparierten, soll nun ein Gewerbepark entstehen. Besonders das Wort Park″ betonte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert beim Ortstermin, denn am Limberg soll es nicht grau in grau zugehen, sondern vor allem grün. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Abbrucharbeiten voraussichtlich bis zum Sommer 2021 dauern, kündigte der Verwaltungschef an. Sobald die Erschließung neuer Kanäle und Straßen weitgehend abgeschlossen sei, würden die Flächen vermarktet. Im Herbst 2023 soll das so weit sein.

Als Erstes müssen die beiden Exerzierplätze im Norden und im Süden des Geländes weichen, die in ihrer Form einem Fußballfeld ähneln, mit 1, 3 beziehungsweise 1, 1 Hektar aber deutlich größer sind. Sowohl diese Plätze als auch die meisten Gebäude stammen noch aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Zu dieser Zeit wurden vornehmlich teerhaltige Baustoffe verbaut, die heute nicht mehr nutzbar seien und den Umweltvorschriften nicht mehr entsprächen, wie Bauleiterin Friederieke Pfaff von der Firma Wilhelm Knepper GmbH & Co. KG erklärte, die mit dem Abbruch der zwei Exerzierplätze beauftragt ist. Die Überreste müssen deswegen auf dafür zugelassene Deponien ins Ruhrgebiet oder nach Bremen transportiert werden.

Nach den Exerzierplätzen folgen die Abrissarbeiten der Mannschaftsunterkünfte, Panzerhallen und zuletzt das Baubüro. Um das Gelände für Baufahrzeuge befahrbar zu machen, wird zeitgleich eine Hauptstraße aufgebaut.

Keine Blindgänger?

Von Bombenblindgängern, vergessener Munition oder Ähnlichem gehe bei der Erschließung und beim Abriss nach derzeitigem Stand keine Gefahr aus, versicherte Marcel Haselof, Prokurist bei der ESOS Energieservice Osnabrück GmbH.

Angesichts des aktuellen Wohnraummangels kam die Frage auf, weshalb am Limberg keine bezahlbaren Mietwohnungen gebaut werden. Das liegt vor allem daran, dass bei den Konversionsplanungen, die bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Abzugs der Armee begonnen hatten, von unterschiedlichen Nachnutzungen der verschiedenen Kasernenflächen ausgegangen wurde. Das Gelände am Hafen sei als besonders vorteilhaft für Dienstleistung und Gewerbe eingestuft worden. Ein hohes Potenzial für Wohnungsbau haben wir im Landwehrviertel″, sagte Griesert. Dort entstünden in den nächsten Jahren mehr als 1000 Wohneinheiten. Da die Stadt bis 2030 außerdem einen hohen Bedarf an Gewerbeflächen habe, sei entschieden worden, diesen am Limberg zu decken zumindest teilweise. In den nächsten zehn Jahren benötigen wir 80 Hektar nur für Gewerbeanlagen. Also brauchen wir den Limberg praktisch noch zweimal, um diesen Bedarf zu decken″, sagte Finanzvorstand Thomas Fillep, zugleich Geschäftsführer der Osnabrücker Beteiligungsgesellschaft (OBG).

Das Ex-Kasernen-Gelände am Limberg erstreckt sich über etwa 70 Hektar. Davon sollen etwa 26, 6 Hektar für Gewerbebetriebe genutzt werden. Die restlichen 44, 4 Hektar werden für die Allgemeinheit zugänglich sein. Sie teilen sich auf in Grün- und Waldflächen, Straßen, Sport- und Freiflächen.

Bildtext:
Die ersten Bagger sind schon da, bald kann der Abbruch des ersten Exerzierplatzes losgehen.
Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Viktoria Koenigs


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