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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Evangelische Stiftungen ziehen in die Poggenburg
Zwischenüberschrift:
Historisches Gebäude an der Katharinenkirche neuer Standort der Geschäftsstelle
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Viele Osnabrücker kennen die sogenannte Poggenburg an der Katharinenkirche noch als Domizil des städtischen Konservatoriums. Nun sind dort die Evangelischen Stiftungen Osnabrück eingezogen.

Wir haben hier ein richtiges Ensemble″, sagte Superintendent Joachim Jeska vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück über das Gebäude an der Hakenstraße 9. Zuvor war die Geschäftstelle in einem Gebäude am Markt untergebracht gewesen.

Die Poggenburg, die aus dem 15. Jahrhundert stammt, sei in einem guten Zustand, erklärte Johannes Andrews, Geschäftsführer der Evangelischen Stiftungen. Künftig stehen den 15 Mitarbeitern der Stiftungen dort 360 Quadratmeter zur Verfügung. Wir haben ein gut funktionierendes Haus übernommen″, betonte Andrews. Das zweistöckige Gebäude mit Teilkeller sei in acht Räume, einen Saal und eine Küche aufgeteilt, berichtete er weiter.

Wie es jedoch bei alten Gebäuden nun einmal so ist, hat auch die Poggenburg so ihre Tücken. Das Gebäude sei im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden. Nur die Außenwände sind stehen geblieben″, erläuterte Superintendent Jeska. Der Wiederaufbau fand in den Fünfzigern statt.

Eigentlich sollten für die Renovierung nur neue EDV-Leitungen gelegt werden. Doch dabei wurde in vier Wänden Asbest gefunden. Die Entsorgung sei zwar teuer gewesen, sagte Geschäftsführer Andrews, dafür sei die gesundheitsschädliche Wärmedämmung aber fachmännisch entfernt worden: Jetzt haben wir hier ein gutes Gewissen.″

Möglicherweise habe es sich bei den betroffenen Wänden auch um einen Schallschutz gehandelt, der eingebaut worden sei, als das Gebäude das städtische Konservatorium beherbergt habe. Zuletzt war dort eine Rechtsanwalts- und Notarkanzlei untergebracht gewesen.

Ebenfalls aus der Zeit des Konservatoriums stammt die ehemalige Aula, die etwa 100 Quadratmeter groß ist. Der Saal steht zur Verfügung″, bekräftigte der Geschäftsführer. Dort werde künftig nicht nur gearbeitet, sondern man sei auch auf Fremdnutzungen vorbereitet. Bestuhlt sei Platz für 50 bis 70 Personen. Auch eigene Veranstaltungen sollen dort stattfinden, der Saal als Ort der Begegnung genutzt werden.

Damit sei die neue Heimat in der Poggenburg eine logische Weiterentwicklung der Evangelischen Stiftungen, die sich mehr nach außen öffnen wollten, sagte Andrews weiter. Zwar komme die Kommunikation zu den Bürgern traditionell vor allem über die verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden zustande, es suchten aber immer öfter auch Einzelpersonen direkten Kontakt zu den Stiftungen, die sich als paritätisch besetztes Hilfswerk bei ihrer wohltätigen Arbeit auf sichere Vermögenswerte, vor allem in Form von Mietwohnungen, Erbbaurechten und Waldflächen, stützen können.

Die Poggenburg habe insgesamt recht schnell bezogen werden können. Wir haben hier bis auf die Asbestentsorgung nur Kosmetik gemacht″, erklärte Andrews. Weitere Arbeiten, etwa am Dach oder an der Heizung, sollen im laufenden Betrieb erfolgen. Die Brücke zum derzeitigen Megathema Umweltschutz und Nachhaltigkeit schlug Wolfgang Griesert, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Evangelischen Stiftungen: Was ist ökologischer als die Nachnutzung eines alten Gebäudes?

Bildtexte:
Keine Burg im herkömmlichen Sinn: Die ursprünglich als Wohnhaus einer reichen Familie gebaute Poggenburg an der Katharinenkirche erhielt diesen Namen im Mittelalter vom Volksmund als Anspielung auf den Poggenbach, in dem viele Poggen also Frösche quakten.
Im rund 100 Quadratmeter großen Saal der Poggenburg sollen künftig auch Veranstaltungen stattfinden und zwar ausdrücklich nicht nur solche der Evangelischen Stiftungen, die es sich ohnehin vorgenommen haben, mehr in der Öffentlichkeit zu agieren.
Fotos:
Andre Havergo
Autor:
Mareike Bader


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