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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sorgen um die Natur im Landwehrviertel
Zwischenüberschrift:
Anlieger sprechen im Bürgerforum von „Zupflasterung″ des ehemaligen Kasernengeländes
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Es ist derzeit das größte Neubaugebiet der Stadt. Auf dem Gelände der britischen Quebec-Kaserne in Atter entstehen nach und nach Wohnhäuser. Das Quartier umfasst 37 Hektar.

Lars Bielefeld vom Fachbereich Städtebau berichtete nun im Bürgerforum Atter über den Stand der Dinge. Demnach ist ein Bauabschnitt fast fertig: Die ersten Reihenhäuser werden im Oktober übergeben.″ Für einen anderen Abschnitt liege die Baugenehmigung vor, für einen weiteren laufe derzeit ein Interessenbekundungsverfahren. Und es stünden fortlaufend Bieterverfahren an.

Das frühere Offiziersheim wird derzeit zu einer Interims-Kita″ umgebaut, berichtete Bielefeld. Und auch der Spatenstich für eine neue Kindertagesstätte im Bereich der Grünen Mitte sei erfolgt. Bald soll ein Supermarkt gebaut werden. Die Genehmigung sei bereits erteilt.

Um Keller und Tiefgaragen bauen zu können, wird das Grundwasser abgesenkt. Manfred Niemann und Paul Bartelt-Hirschberg vom Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ nicht zu verwechseln mit dem von der Stadt ausgerichteten Bürgerforum, das an die Stelle des 2006 abgeschafften Ortsrates getreten ist fragten, ob die Grundwasserabsenkung angesichts der Dürre noch zu vertreten sei und ob nicht für Selbstversorger in der benachbarten Strothesiedlung ein enormer Schaden″ entstehe. Annette Niemann, ebenfalls Akteurin in dem Verein, sorgt sich zudem um die Vegetation und befürchtet Folgeschäden.

In der Tat sei dies ein Eingriff, räumte Lars Bielefeld ein, doch sei die Grundwasserabsenkung zu vertreten. Sie sei im Frühjahr vergangenen Jahres für eine Reichweite von 50 Metern genehmigt worden und werde demnächst beendet. Fünf Messstellen dienen demnach zur Kontrolle der Wasserstände. Die betroffenen Bäume würden mit dem geförderten Grundwasser bewässert, damit sie keinen Schaden nähmen. In einer Entfernung von etwa 800 Metern zu den Brunnen in der Strothesiedlung seien Auswirkungen auszuschließen.

Im Westen des Landwehrviertels ist im Laufe der Jahre ein Biotop entstanden das Ergebnis einer extensiven Nutzung des sandigen und nährstoffarmen Bodens. Früher haben dort britische Soldaten Fußball gespielt. Es handelt sich nun um eine Magerwiese, für deren Schutz sich der Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ einsetzt. Die Akteure fragten, wie dies geschehe. Indem dort regelmäßig gemäht werde, lautete die Antwort. Lars Bielefeld erläuterte, dass die städtischen Mitarbeiter das Mahdgut entfernten, um eine Nährstoffanreicherung zu vermeiden. Die Stadt wolle zum Schutz der Fläche aber keinen Zaun bauen.

Auch für den Platz für Autos im Landwehrviertel interessiert sich der Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″: Wie viele Stellplätze waren bei 800 Wohneinheiten eingeplant? Wie viele Stellplätze sind aktuell bei 1000 Wohneinheiten eingeplant? Die Verwaltung rechnet mit einem Anteil von jeweils einem Besucher-Einstellplatz für drei Wohneinheiten – „ Wohneinheiten geteilt durch drei″, rechnete Bielefeld vor. Aber: Dafür gibt es keine Verordnung. Es handelt sich um eine Selbstverpflichtung der Stadt.″ Es seien fünf zentrale Stellplatzanlagen für Besucher vorgesehen. Aber auch an den Straßen würden Parkplätze zur Verfügung stehen. Für private Stellplätze gelte aber die Satzung der Stadt mit der Niedersächsischen Bauordnung. Wie viele Wohneinheiten in dem Quartier genau gebaut werden, wird sich offenbar erst noch herausstellen.

Das alles behagt dem Verein Bürgerforum für Umwelt und Soziales Atter″ nicht. Annette Niemann bezeichnete das Bauvorhaben im Landwehrviertel als Zupflasterung″.

Bildtexte:
Die ersten Reihenhäuser sind fast fertig: Das Landwehrviertel ist das größte Neubaugebiet der Stadt.
Blick nach Westen: Das künftige Landwehrviertel war bis vor etwa zehn Jahren ein britisches Kasernengelände. Im hinteren Teil ist eine Magerwiese entstanden. Dort wurde früher Fußball gespielt.
Fotos:
Gert Westdörp
Autor:
Jann Weber


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