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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Turnen als patriotische Übung
Zwischenüberschrift:
Im Juni 1911 wurde Friedrich Ludwig Jahn noch einmal groß gefeiert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der 19. Juni wurde vor 100 Jahren als patriotischer Tag begangen. Reichsweit feierte man den 100. Jahrestag des deutschen Turnens. Friedrich Ludwig Jahn ging es nicht allein um die Bewegung. Nachder Schlacht bei Jena hatte er die Jugend auf den Kampfgegen Napoleon eingeschworen.

In Hasenheide bei Berlin hatte Jahn 1811 den ersten Turnplatz eröffnet. Aus den Leibesübungen wurde die Turnkunst, aus dem Initiatorwurde der Turnvater Jahn. Und sein Geist wirkte auch 100 Jahre später nach: Herrlich ist die von ihm ausgehende Saat aufgegangen″, schwärmte der Reporter des Osnabrücker Tageblattes. 1911 zählte man reichsweit 10 000 Vereine der Deutschen Turnerschaft mit etwa einer Million Aktiven.
Im Tivoli, einem beliebten Ausflugslokal an der Iburger Straße, feierten Pfingsten die Mitglieder des Turnvereins Jahn ihr Stiftungsfest. Alle Räume und die weitläufigen Gartenanlagen waren mitturnenden und staunenden Menschen bevölkert. Schauturnen und Freiübungen wurden vorgeführt, dazuspielte die Langesche Kapellemunter auf. Ein Ball schloss das Fest ab.
Im Juni erfreuten auch die ersten Schützenfeste die Menschen. Der neu gegründete Schützenverein Natruper Tor″ beging in Atter seinerstes Fest. Die Vereine Harderberg, Schölerberg und Quellenburg luden ihr Publikum am selben Wochenende zum vergnüglichen Treffenein.
St. Johann beging das 900. Jubiläum. Vorgesehen war die Aufführung eines großen Musikwerkes für Soli und Orchester mit lebenden Bildern. Man beabsichtigte aberauch, die Grundsteinlegungder Filialkirche St. Josef im Festjahr zu begehen.

Fronleichnam

Die Fronleichnamsprozessionen fanden Mitte des Monats bei regnerischem Wetterstatt, waren aber wie immer sehr gut besucht. Alle Häuser waren laut Zeitungsbericht mit Girlanden und Flaggen geschmückt.
Lang anhaltende Trockenheit und frühsommerliche Wärme führten im Juni 1911 zu Waldbränden, die besonders im Emsland und im Großraum Celle einen größeren Umfang annahmen. Auch der Wald um Bersenbrück brannte und bedrohte zum Teil angrenzende Siedlungen.
Im Hinblick auf die bevorstehenden Pfingsttage, die gewohnheitsgemäß viele Tausende von Ausflüglern in Wald und Feld verbrachten, galt die Warnung, draußen mit Zündhölzern und Zigarrenresten äußerst vorsichtig umzugehen. Die Waldbesitzer drohten mit energischen Maßnahmen und erwogen, ganze Waldgebiete zu sperren.
Nach der wochenlangen Hitze trat über Nacht ein segensreicher Regenfall ein. Die Garten- und Feldfrüchte, die schon ganz schlaff und matt geworden waren, hatten die Niederschläge bitternötig.
Die städtischen Schul- und Spielhöfe wurden Anfang Juni endlich geteert. Damit sollte die lästige Staubentwicklung unterbunden werden.

Bildtext:
Das waren noch Männer: Die Kunstturnriege des TV Jahn auf einem Foto von 1908. Aus dem Buch Getreuer noch als wie im Spiegel″
Autor:
Christiana Keller


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