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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Amprion möchte Grundstücke betreten
Zwischenüberschrift:
Netzbetreiber beginnt mit Untersuchungen für 380-kV-Leitung / Bürgerinitiative rät zum Widerspruch
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Es ist ein Thema, das Anliegern seit Jahren große Sorgen bereitet: Die geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung, die der Netzbetreiber Amprion zwischen Wehrendorf und Gütersloh bauen will, soll nicht als Erdkabel verlegt, sondern überwiegend als Freileitung realisiert werden.

In einem Schreiben an die betroffenen Grundstückseigentümer entlang der Trasse kündigt Amprion jetzt erste Informationen über Vermessungen und Bodenuntersuchungen an, die ab Herbst in dem Vorzugskorridor beginnen sollen und bittet um die Genehmigung, Privatgrundstücke betreten zu dürfen.

Grundlage der Planung ist das Energieleitungsausbaugesetz (Enlag), in dem die Leitung als Vorhaben Nummer 16 aufgeführt ist. Sie ist als Pilotstrecke deklariert, mithin sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine Erdverkabelung geschaffen. Für diese Verlegetechnik kämpfen die Bürgerinitiativen entlang der Trasse sowie die Politik auf unterschiedlichen Ebenen seit Jahren.

Amprion favorisiert allerdings eine Freileitung. In dem aktuellen Schreiben heißt es, dass in dem rund 20 Kilometer langen Abschnitt vom Punkt Königsholz in Melle bis zur Umspannanlage in Lüstringen geplant sei, den Trassenraum der bestehenden Höchstspannungsfreileitung [...] weitgehend zu netzen″.

Der genaue Trassenverlauf steht bis heute nicht fest. Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg hat für den Abschnitt Königsholz bis Lüstringen das Raumordnungsverfahren wieder aufgenommen: Im Anschluss an die landesplanerische Feststellung, die wir zum Ende des Jahres 2019 erwarten, werden wir das Planfeststellungsverfahren bei der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover beantragen″, schreibt Amprion in dem Brief an die Grundstückseigentümer und kündigt in diesem Zusammenhang Vermessungen und Bodenuntersuchungen an, um bestehende Planungen zu präzisieren und die Erstellung der Planfestellungsunterlagen weiter fortzuführen″. Die Grundstückseigentümer werden aufgefordert, einen beigefügten Vordruck auszufüllen, um das Betreten des Grundstücks zu erlauben.

Dieses Vorgehen ruft bei der Bürgerinitiative große Verwunderung hervor, denn das laufende Raumordnungsverfahren für den südlichen Streckenabschnitt ist noch nicht abgeschlossen. Das hat eine Nachfrage von Frank Vornholt bei der Oldenburger Behörde ergeben: Insofern verwundert es schon, dass Amprion bereits jetzt den Zutritt auf mögliche betroffene Grundstücke haben möchte. Offenbar soll damit das Verfahren beschleunigt werden. Nach unserer Bewertung gibt es jedoch keinerlei Verpflichtung der Eigentümer, diesen Willen auch unterstützen zu müssen″, erklärt der Initiativensprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

Die Initiative empfiehlt daher allen betroffenen Grundstückseigentümern, den Vordruck nicht auszufüllen, sondern lediglich mit dem Satz Mit dem Betreten meines Grundstücks bin ich nicht einverstanden″ zu versehen und an Amprion zurückzusenden.

Durch dieses Vorgehen werde Amprion beim Land Niedersachsen einen Antrag auf Betreten stellen müssen, unterstreicht Frank Vornholt: Dies wird das Verfahren nicht beschleunigen, was gut ist und der Politik weiterhin die Gelegenheit gibt, eine verträgliche Lösung für die Betroffenen anzubieten. Darüber hinaus wird es zeigen, inwieweit die politisch Verantwortlichen im Land Niedersachsen auf die nachgeordnete Behörde einwirken und sich damit auch ausdrücklich für die Belange der betroffenen Bürger einsetzen.″

Aktionstag

Die Bürgerinitiative Keine 380-kV-Leitung in Darum und Lüstringen″ lädt am morgigen Samstag von 14 bis 19 Uhr zu einem Aktionstag auf den Osnabrück Hof der Familie Vogt ein. Die Adresse ist Darumer Straße 52. Informativer Höhepunkt ist eine von Dorothee Kellermann von Schele moderierte einstündige Podiumsdiskussion zum Thema Stromautobahn, 380-kV-Freileitung und Erdkabel. Teilnehmer sind BI-Sprecher Frank Vornholt, Kreisrat Winfried Wilkens, Johannes Meyer zum alten Borgloh (Waldschutzgemeinschaft) und Dezernent Bernhard Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg. Musikalische Darbietungen, Info- und Verzehrstände und Aktionen für die Kinder runden die Veranstaltung ab.
Autor:
Simone Grawe


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