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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Busfahren in der Region bald billiger?
 
Grüne regen Ein-Euro-Ticket für den Bus an
Zwischenüberschrift:
Wie Politik und Verwaltung Pendlern eine gute Alternative zum Auto schaffen wollen
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Die Grünen aus Stadt und Landkreis Osnabrück fordern einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region und regen dabei auch massive Fahrpreissenkungen an. Überall kommen jetzt die Ein-Euro-Tickets ins Gespräch. Darüber sollten wir auch mal nachdenken, wenn wir es mit der ÖPNV-Offensive ernst meinen″, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der künftigen Landrätin Anna Kebschull und des verkehrspolitischen Sprechers der Osnabrücker Ratsfraktion, Michael Kopatz. Um mehr Menschen für Bus und Schiene zu gewinnen, müsse das Angebot deutlich attraktiver werden. Unter anderem brauche es einfachere und billigere″ Tarife, eine höhere Liniendichte sowie Park-and-ride-Plätze.

Osnabrück Wird das Busfahren in der Region demnächst deutlich billiger? Um den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, bringen die Grünen ein Ein-Euro-Ticket ins Gespräch. Die Stadt Osnabrück hofft auf Fördermittel vom Bund, um den Umweltverbund zu stärken.

Die Grünen in Stadt und Landkreis Osnabrück wollen mit günstigeren Tarifen neue Anreize zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel schaffen. Die Fahrpreise für den Bus müssten einfacher und billiger″ werden, fordern die künftige Landrätin Anna Kebschull und der verkehrspolitische Sprecher der Osnabrücker Ratsfraktion, Michael Kopatz, nach einem Informationstreffen mit Vertretern der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS).

Überall kommen jetzt die Ein-Euro-Tickets ins Gespräch. Darüber sollten wir auch mal nachdenken, wenn wir es mit der ÖPNV-Offensive ernst meinen″, erklären die Grünen in einer gemeinsamen Mitteilung. Auf Nachfrage unserer Redaktion verweist Kopatz auf die Stadt Wien. Dort könne man für 365 Euro im Jahr das gesamte Nahverkehrsnetz nutzen. Der Preis sei eingängig und schon deshalb attraktiv. Außerdem würde in Osnabrück das Monatsticket dadurch deutlich günstiger.″

Insgesamt müsse der öffentliche Nahverkehr schneller und zuverlässiger als das Auto werden″, betonen die Grünen. Hierfür seien eine deutlich stärkere Zusammenarbeit und mehr Engagement von Stadt, Umlandgemeinden und Landkreis notwendig.

Angesichts von fast 55 000 Einpendlern und mehr als 25 000 Auspendlern in Osnabrück bestehe dringender Handlungsbedarf. Über die Hälfte aller Arbeitsplätze in Osnabrück würden somit von Auswärtigen besetzt. Zugleich arbeiteten 40 Prozent aller Arbeitnehmer in Osnabrück jenseits der Stadtgrenze Tendenz steigend. Kebschull: Die meisten Menschen nutzen dabei das Auto und belasten damit das Klima, die Umwelt und die Anwohner. Diesen Trend müssen wir umkehren.″Park and ride ausbauen

Eine Möglichkeit sehen die Grünen im Park and ride (P+ R). Hier gebe es erheblichen Nachholbedarf, sowohl was Menge als auch Kapazität und Ausstattung der Plätze betrifft. In Osnabrück seien die Straßen im Berufsverkehr völlig überlastet. Da geht gar nichts mehr. Deswegen müssen wir den Menschen Umstiegsangebote machen″, folgert Kopatz.

P+ R-Plätze dürften sich jedoch nicht zu nah an der Stadt befinden. Wer nur noch drei, vier Kilometer fahren muss, steigt nicht mehr um.″ Besser sei P+ R entlang regionaler Bahnhalte wie Melle und Bramsche sowie an wichtigen Busstrecken im Umland. Dies erfordere allerdings mehr regionale Koordination bei der Planung. Am Geld, so die Grünen, dürfe es jedenfalls nicht scheitern. Kopatz: Eigentlich müssten zukünftig alle Investitionen in den Autoverkehr umgelenkt werden in ÖPNV und Radverkehr.″

Unterdessen bemüht sich die Stadt Osnabrück zur Stärkung des sogenannten Umweltverbunds um finanzielle Unterstützung durch den Staat. Mit Umweltverbund sind Bus und Bahn, Fahrrad oder auch Carsharing (Stadtteilauto) als Alternativen zum Privat-Pkw gemeint.

Wie aus einer Vorlage für den am Donnerstag tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hervorgeht, nimmt die Stadt am Förderwettbewerb Mobilitäts-Werk-Stadt 2025″ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teil. Dabei geht es um die Frage, wie sich der Anteil städtischer Mobilität zugunsten des Umweltverbundes verlagern lässt und welche Maßnahmen dafür notwendig sind.

Ausgewählten Kommunen sponsert das Ministerium für ein Jahr eine Vollzeitstelle, in der das Projekt bearbeitet und gesteuert wird. Weiterhin können unter anderem Forschungs- und Entwicklungsaufträge vergeben werden. Die Stadt Osnabrück setzt auf eine wissenschaftliche Begleitung durch die Technische Universität Hamburg. Sie soll untersuchen, in welchen Quartieren es sich anbietet, den Menschen den Umstieg auf den Umweltverbund durch passgenaue Angebote zu erleichtern.

Für die Stadt Osnabrück ist es eine tolle Chance, wenn sie bei dem Wettbewerb erfolgreich sein sollte″, sagt Stadtbaurat Frank Otte. Wir können kurz-, mittel- und langfristige Szenarien entwickeln, die sich damit beschäftigen, was passiert und was es braucht, damit mehr Menschen die Möglichkeiten des Umweltverbundes nutzen, und somit ganzheitliche Mobilitätskonzepte für die Stadt Osnabrück entwickeln.″

Mit einer Förderzusage wird im Oktober gerechnet. Das Projekt könnte dann bereits am 1. Januar 2020 beginnen.

Bildtext:
Zu einer echten ÖPNV-Offensive gehören nach Ansicht der Grünen in Stadt und Landkreis Osnabrück auch günstigere Busfahrkarten.
Foto:
David Ebener

Kommentar
Rechnung mit vielen Unbekannten

Vor ein paar Jahren war es das Bürgerticket, von dem sich so mancher Politiker in Osnabrück versprach, es könne die Menschen scharenweise zum Umstieg vom eigenen Auto in den Bus bewegen. Selbst über einen komplett kostenlosen ÖPNV wurde schon nachgedacht, zuletzt Anfang 2018 damals sogar auf Bundesebene. Nun werden landauf, landab und mithin auch bei uns Forderungen nach einem Ticket laut, das beliebig viele Fahrten ermöglichen, aber nur einen Euro am Tag kosten soll bzw. 365 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Ein Monatsticket für das Osnabrücker Stadtbusnetz kostet heute knapp 60 Euro.

Hinter dem jetzt diskutierten Superspartarif steckt eine simple Idee: Ist die Nutzung öffentlicher Transportmittel bloß billig genug, lohnt es sich für viele Verkehrsteilnehmer nicht mehr, für alle Wege den Privat-Pkw zu nehmen. Aus finanzieller Sicht mag das sogar stimmen. Preissenkungen in erheblichem Ausmaß dürften zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen führen. Unklar ist nur, in welchem Umfang. Reicht er, um die wegbrechenden Einnahmen in einem ohnehin stark defizitären Geschäft aufzufangen? Auch ist die Kapazität etwa des Osnabrücker Bussystems begrenzt. Es bräuchte wohl jede Menge zusätzliche (Elektro-) Fahrzeuge und Fahrer, um einer sprunghaft wachsenden Nachfrage gerecht zu werden beides allerdings zurzeit ein rares Gut. s.stricker@ noz.de
Autor:
Sebastian Stricker


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