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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
200 Kilo Lebensmittel vor dem Müll gerettet
Zwischenüberschrift:
„Schnippeldisko″ gegen Lebensmittelverschwendung auf dem Hochschul-Campus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Krumm gewachsene Gurken, Bananen mit dunklen Stellen und zweibeinige Möhren sind genauso genießbar, werden im Supermarkt aber häufig beiseitegelegt und schließlich weggeschmissen. Warum? Weil sie nicht den gewohnten Normen entsprechen. Bei einer Schnippeldisko″ wurden genau solche Lebensmittel nun in der Caprivi-Lounge am Westerberg zu köstlichen Gerichten verarbeitet.

Schritt eins: Hände waschen. Schritt zwei: Schnippeln. Schritt drei: Kochen. Schritt vier: Die köstlichen Gerichte genießen. In vier Stationen war die Caprivi-Lounge auf dem Hochschul-Campus aufgeteilt, an denen sich die Schnippler″ verteilten und zunächst allerlei Gemüse schnitten. Draußen in einem Zelt verkochten dann die Köche die Lebensmittel zu Ratatouille, Salaten, Shakes und Eintöpfen. Verwendet wurden nur Lebensmittel, die von Supermärkten aussortiert worden waren. Sie sind alle noch gut und haben lediglich kleine Schönheitsfehler″, erzählte die Organisatorin der Veranstaltung, Maria Pinsker.

Auf Anfrage bekam das Team um Pinsker von sieben Supermärkten aus Osnabrück Lebensmittel gespendet, die sonst in der Mülltonne gelandet wären. Etwa 40 Kisten erhielten die Veranstalter und konnten so mehr 200 Kilo Lebensmittel verwerten. Nachdem alles sortiert war, musste mit den Rezepten improvisiert werden: Wir wussten vorher ja nicht, welches Obst und Gemüse bei uns ankommen würde, deswegen müssen wir ein wenig spontan kochen″, sagte Pinsker. Zudem gab es auch aussortierte Getränke, die beispielsweise wegen eines falschen Etikettaufdrucks hätten entsorgt werden müssen oder das Mindesthaltbarkeitsdatum knapp überschritten hatten.

Pinkser studiert Nachhaltigkeitsökonomie in Oldenburg, wo jährlich solche Schnippeldiskos″ stattfinden. Dort kam sie mit der Idee dieser Veranstaltung das erste Mal in Kontakt. Um diese nachhaltige Möglichkeit weiter publik zu machen, reifte der Gedanke, die Schnippeldisko″ auch nach Osnabrück zu bringen. Die Studentin stellte sie gemeinsam mit einer Gruppe von zehn Freunden auf die Beine. Für sie und ihre Mitstreiter ist Lebensmittelverschwendung ein Unding, gegen das aktiv etwas unternommen werden muss. Es wird viel zu viel Nahrung einfach weggeschmissen, und wir müssen anfangen, sie wieder mehr wertzuschätzen″, mahnte Maria Pinsker.

Bis in den späten Abend hinein kochten und schnippelten die rund 50 Teilnehmer zu Livemusik. Dabei wurde mehr verwertet, als sie essen konnten. Deswegen verteilten sie die Reste, ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens, an die Fairteiler-Kühlschränke in Osnabrück.

Die Schnippeldisko″ fand unter dem offiziellen Schirm von Slow Food Osnabrück statt. Das Motto dieser Organisation lautet gut, sauber, fair″. Sie setzt sich für eine nachhaltige und lebendige Trink- und Esskultur ein und organisiert lehrreiche Veranstaltungen zum Thema nachhaltige Ernährung und unterhält auch einen Stammtisch. Das nächste Treffen von Slow Food findet am 26. August statt. Wer Interesse hat, findet weitere Infos unter slowfood.de.

Als Lebensmittelwertschätzerin″ war auch Christiane Högermann vor Ort. Sie hat eine Datenbank zusammengestellt, in der man nachschauen kann, welcher Händler gute Lebensmittel über dem Mindesthaltbarkeitsdatum oder mit Schönheitsmängeln zu einem niedrigen Preis abgibt. Aktionen wie diese seien eine gute Weise, um bei den Menschen ein Umdenken zu bewirken, und mit ihrer Datenbank möchte auch Högermann dazu beitragen. Diese ist zu finden unter lebensmittelwertschätzer.de.

Bildtext
Fleißig am Kochen waren die Teilnehmer der Schnippeldisko″. Sie hatten von Supermärkten bereits aussortiertes Gemüse und Obst geschenkt bekommen.
Foto:
Viktoria Koenigs
Autor:
Viktoria Koenigs


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