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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Open Air mit 20 500 Besuchern
 
Stimmung so großartig wie die Kulisse
 
Sänger mit Kratzern und Beulen
 
Open Air begeistert alle Beteiligten
Zwischenüberschrift:
Veranstalter zufrieden: Mehr als 20 000 Fans feiern ihre Stars beim Schlossgarten Open Air
 
Max Giesinger signiert Mika Springwalds Verkehrsschilder für guten Zweck
 
Nur bei Kellys Friedensminute bleibt es still / Entertainment auf höchstem Niveau
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Auch der Regen am zweiten Konzertabend konnte die Stimmung nicht trüben. Das Schlossgarten Open Air in Osnabrück zählte am Wochenende insgesamt 20 500 Besucher und damit einige mehr als im Vorjahr. Der erste Abend mit Lotte, Max Giesinger und Michael Patrick Kelly war mit 12 000 Besuchern ausverkauft. Am zweiten Abend feierten rund 8500 Fans Jan Delay, Samy Deluxe und Lokalmatador Christian Steiffen. Das zweitägige Open Air fand zum fünften Mal in Folge statt. Zur Premiere waren 2015 insgesamt 18 000 Besucher gekommen. Besonders erfolgreich war das zweite Open Air mit Rea Garvey und Cro, das mit zusammen fast 24 000 Besuchern an beiden Abenden quasi ausverkauft war. Die Veranstalter äußerten sich zufrieden zum Verlauf der Konzerte.

Osnabrück Das Schlossgarten Open Air war mit insgesamt rund 20 500 Gästen besser besucht als im Vorjahr. Am Freitagabend lockten Lotte, Max Giesinger und Michael Patrick Kelly viele Familien auf das ausverkaufte grüne Festivalgelände, während am Samstag Lokalmatador Christian Steiffen, Rapper Samy Deluxe und Jan Delay für ausgelassene Partystimmung sorgten.

Einmal bestes Festival-Wetter und ein familienfreundliches Programm und einmal starke Worte und fette Beats, aber ungemütliches Wetter mit Wind und Regen. Unterschiedlich waren die beiden Tage des diesjährigen Schlossgarten Open Airs in vielerlei Hinsicht, aber am Ende passte doch alles zusammen. Dafür, dass alles reibungslos und nach Plan abgelaufen ist, sorgten nicht nur die vielen Musiker auf der Bühne, sondern auch zahlreiche Menschen im Hintergrund.

Zum Beispiel Farina Thole, die beim Veranstalter Goldrush neben dem Ticketverkauf auch an beiden Tagen für die Künstlerbetreuung zuständig war. Schlaf ist da Mangelware″, gesteht sie, aber die vielen positiven Rückmeldungen aus dem Backstage-Bereich und die zahlreichen strahlenden Gesichter, wenn man abends durch die Menge geht, würden das mehr als entschädigen, fügt sie hinzu. Nicht nur Max Giesinger, den sie bereits zum zehnten Mal betreut hat, aber zum ersten Mal in einem so großen Rahmen, habe sich in Osnabrück so zu Hause gefühlt, dass er dieses Gefühl sogar auf der Bühne mit seinen Fans teilte.

Beim allerersten Schlossgarten Open Air vor vier Jahren ist Farina Thole im Zuge ihrer Ausbildung als Veranstaltungskauffrau nur mitgelaufen″. Nun mietet die gebürtige Osnabrückerin bereits im zweiten Jahr für Künstler wie Samy Deluxe, mit dessen Musik sie groß geworden″ sei, in einem nahe gelegenen Hotel sogenannte Duschzimmer″ an. So nennt man das, wenn die Künstler nach ihrem Konzert nicht in der Stadt übernachten, sondern im Nightliner″-Bus, um nach ihrem Auftritt weiterzuziehen. In diesem Jahr galt das für alle bis auf Christian Steiffen, verrät Thole. Aber der wohnt ja auch schließlich in Osnabrück.

Im Backstage-Bereich rundum versorgt wurde der heimische Gott of Schlager″ aber genauso wie alle anderen auch. Für die Verpflegung der Künstler sorgte in diesem Jahr im Schlossgarten erstmals die Shanti Catering″-Crew aus Münster. Viele Töpfe waren dabei nötig, um alle Sonderwünsche erfüllen zu können. Nicht nur vegane oder vegetarische. Wert gelegt werde gerade auch beim Fleisch auf Bio-Qualität und weniger Schwein″. Und die Zahl der Allergien, Intoleranzen und anderen Lebensmittelunverträglichkeiten, die es zu berücksichtigen gelte, nehme immer mehr″ zu, verrät Shanti-Chef Dirk Hoffmann, der seit 20 Jahren mit seinem Team Künstler vor und nach ihren Auftritten im großen Stil bekocht. Je härter der Sound, desto weicher die Leute″, plaudert er außerdem aus dem Kochtöpfchen mit Blick auf kulinarische Empfindlichkeiten von hart- gesottenen Rockern, während einer seiner Köche gerade lilafarbene Trüffelkartoffeln schält. Nur hochwertige, frische, saisonale und wenn möglich auch regionale Produkte stehen auf dem Speiseplan der Künstler, denen Hoffmann auch immer etwas Besonderes″ bieten möchte. Die meisten würden etwa zwei Stunden vor der Show noch etwas essen, manche aber auch hinterher, berichtet der Caterer aus seiner langjährigen Erfahrung.

Im aktuellen Fall war es Jan Delay, der noch ein Aftershow-Dinner für sich und seine Crew geordert hat. Verdientermaßen, denn mit seiner Band Disko No. 1 sorgte der Hamburger am späten Samstagabend für einen furiosen Abschluss des diesjährigen Schlossgarten Open Airs, das mit insgesamt mehr als 20 000 Zuschauern etwas besser besucht war als im vergangenen Jahr. Dabei ist gerade am Freitag die Rechnung buchstäblich voll aufgegangen, mit familientauglichen Stars wie Max Giesinger oder Michael Patrick Kelly mehrere Generationen in den zum grünen Festivalgelände umfunktionierten Schlosspark zu locken. Mit 12 000 Besuchern jeglichen Alters konnte ausverkauft″ vermeldet werden.

Aber auch die rund 8500 Gäste am zweiten Tag betrachtet Christoph Hengholt von Goldrush als Achtungserfolg″. Schlagergott Christian Steiffen mit kleinem, Rapper Samy Deluxe mit großem Orchester und Partykönig Jan Delay mit Crossover-Ensemble haben nach seinen Worten ein älteres, cooleres Publikum″ angezogen. Entsprechend ausgelassene Partystimmung herrschte am Samstagabend, obwohl es im Gegensatz zum Vortag nicht Konfetti, sondern tatsächlich regnete. Das durchwachsene Wetter hielt aber selbst die zahlreichen Trittbrettfahrer″, die sich auf den Flächen und Wiesen rund um den abgesperrten Bereich versammelt hatten, nicht davon ab, die Stars zu feiern. Die konnten sie von dort aus zwar nicht sehen. Aber ihre Musik war auch außerhalb gut zu hören.

Einen weiteren Bericht über die beiden Konzertabende lesen Sie auf der nächsten Seite Kultur regional″.

Bildtexte:
Pünktlich zum Auftritt von Samy Deluxe setzte Samstagabend Regen ein. Der Stimmung tat das keinen Abbruch.
Der zweite Konzertabend zog nach Ansicht der Veranstalter neben jungen Fans auch ein älteres, cooleres Publikum″ an.
Farina Thole kümmerte sich beim Schlossgarten Open Air um die Künstler.
Dirk Hoffmann sorgte mit seinem Catering für leckeres Essen bei den Künstlern und der Crew.
Im Schlossgarten zu Hause: Christian Steiffen.
Fotos:
André Havergo

Osnabrück Seit der ersten Auflage des Schlossgarten Open Airs vor vier Jahren lässt der Osnabrücker Sozialarbeiter und Street-Art-Künstler Mika Springwald Musiker ausrangierte Verkehrsschilder signieren, auf denen er deren Porträts aufgesprüht hat und versteigert sie für einen guten Zweck. In diesem Jahr hat Max Giesinger bei der ungewöhnlichen Charity-Aktion mitgemacht.

Der Zeitplan ist eng gestrickt bei Großveranstaltungen. Da ist es keine Selbstverständlichkeit, dass sich Künstler außer der Reihe Zeit nehmen, um noch einen Sondertermin dazwischenzu- legen. Für den Musiker und Sänger Max Giesinger war es aber Ehrensache, seine Unterschrift auf jene Verkehrsschilder zu setzen, die Mika Springwald seit Bestehen des Festivals anfertigt.

Eine schöne Aktion″, befand Giesinger, nachdem er sich hatte erklären lassen, wofür der Street-Art-Künstler das macht: Als Sozialarbeiter bei der Caritas hatte er vor vier Jahren die Idee, Objekte von den Stars, die im Schlossgarten auftreten, signieren zu lassen, um sie anschließend für karitative Zwecke zu versteigern. Die Fantastischen Vier waren 2015 die ersten, die sich an der ungewöhnlichen Charity-Aktion beteiligt haben. Seitdem haben rund 20 Musiker jene ausrangierten Verkehrsschilder signiert, auf die Springwald ihre Porträts gesprüht hat in fünffacher Ausführung und doch sind es allesamt Unikate, da jedes einzelne ganz unterschiedliche Gebrauchsspuren in Form von Kratzern und Beulen aufweist.

Nicht alle darauf verewigten Musiker möchten ein Exemplar für sich behalten. Max Giesinger aber hat es eine besonders abgewetzte, wilde Rock- n′-Roll-Version angetan, die er sich auch als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter vorstellen könnte. Von Schuhen bis hin zu Brüsten habe er ja schon allerlei Dinge″ unterschrieben, ein Verkehrsschild sei aber noch nicht dabei gewesen, verriet er außerdem und staunte nicht schlecht, als er erfuhr, welcher Arbeitsaufwand hinter den Objekten steckt. Mehrere von Hand geschnittene Schablonen kämen zum Einsatz, deren Anfertigung rund fünf Stunden dauere, während er für das Aufsprühen nur zehn Minuten benötige, erläuterte Springwald.

Zwei Exemplare behält der Künstler, der Musiker im Schilde führt, jeweils für sich, um sie in seinem Flur vis-à-vis aufzuhängen, solange der Platz reicht. Eines wird über das Online-Portal von unitedcharity.de versteigert.

Der Erlös kommt bedürftigen Familien mit Kindern zugute. Im Schnitt seien in den letzten Jahren für ein Schild sieben- bis achthundert Euro gezahlt worden, die bisherige Höchstmarke liege bei 1500 Euro.

Bildtext:
Auf der Überholspur: Eines der fünf Verkehrsschilder, das Street-Art-Künstler Mika Springwald mit dem Konterfei von Max Giesinger besprüht hat, wollte der Sänger für sich behalten.
Foto:
André Havergo

Osnabrück Es war ein bisschen wie vor zwei Jahren. Da waren Samy Deluxe und Eizi Eiz alias Jan Delay schon einmal beim Schlossgarten Open Air zu Gast allerdings in anderen Besetzungen. Damals rappte Samy mit kleiner Begleitband, Delay war mit seinen Beginnern dabei. In diesem Jahr wurde das große Besteck aufgefahren. Samy Deluxe hatte am Samstag das MTV-Unplugged-Ensemble in der Entourage, derweil Jan Delay seine auch nicht viel kleinere Band Disko No. 1 auffuhr. Daher war eine gewisse Abwechslung für die nahezu 9000 Zuschauer gesichert.

Mehr Gäste lockte allerdings der Freitagabend an, als Max Giesinger und Michael Patrick Kelly auf der Bühne vor dem Schloss ihre Runden drehten. Mit 12 000 Besuchern war das Areal komplett ausverkauft. Alles lief nach Plan, es gab keine Probleme oder Zwischenfälle″, waren sich Christoph Hengholt und Rüdiger Scholz von der Veranstalteragentur Goldrush einig.

Tatsächlich herrschte an beiden Abenden sehr angenehme Festivalatmosphäre, obwohl ein Regenschauer während des Auftritts von Samy Deluxe den Zuschauern am Samstag eine leichte Dusche bescherte.

Am Freitag staunten die Fans von Michael Patrick Kelly nicht schlecht, als ein mannshohes Gestell mit einer Glocke auf die Bühne geschoben wurde. Das ist meine Friedensglocke, sie wurde aus dem Material alter, gebrauchter Waffen gegossen″, sagte Michael Patrick Kelly. Dann schlug er einen Ton an, und der mit Menschen gefüllte Schlossgarten verstummte. Es war die Friedensminute, die der Sänger traditionell in seinen Konzerten zelebriert und die sogar mit 12 000 Zuschauern funktioniert. Nur im VIP-Bereich redeten einige Besucher munter weiter, weil sie gar nicht mitbekamen, was auf der Bühne passierte. Den Song Heimat″ von Johannes Oerding hatte Kelly gerade gesungen. Es war eine der wenigen Fremdkompositionen in einem Programm, das viel Abwechslung bot. Mal rockte Kelly mit seiner Band im Nu-Metal-Modus, mal dominierte der Pop, dann reicherte er seinen Sound mit Latino-Rhythmen an oder er shuffelte in Country-Gewässern. Das Publikum hing dem ehemaligen Mitglied der Kelly Family förmlich an den Lippen. Da ließ der Sänger sich nicht lumpen und nahm im wahrsten Sinne des Wortes ein Bad in der Menge.

Der Familienabend erfüllte alle Erwartungen: Kinder tanzten zu den Liedern von Lotte, die im Sonnenschein ihr musikalisches Tagebuch öffnete. Jugendliche, Erwachsene und nicht wenige ältere Fans sangen lauthals die Lieder von Max Giesinger mit, der mittlerweile zu einer Institution in Osnabrück geworden ist. Zahlreiche Auftritte im Rosenhof und auch beim Open Air 2017 haben das Publikum fest an den ehemaligen Straßenmusiker gebunden. Seine nette Popmusik mit den eingängigen Stadionchören funktionierte vor der bombastischen Kulisse ausgezeichnet. Besonders das Akustik-Intermezzo auf einer kleinen Plattform mitten im Publikum, auf der Giesinger ausführlich seine Band vorstellte und Die Ausnahme″ sang, wurde frenetisch gefeiert. Besonders toll fanden es die Zuschauer aus der Region, dass Giesinger der Stadt an der Hase ein Lied widmete: Kalifornien″ wurde zu Osnabrück″.

Ich hatte zufällig in der Gegend zu tun″, sagte am Samstagabend der Mann, der plötzlich auf der Bühne von Samy Deluxe auftauchte. Es war Eizi Eiz alias Jan Delay. Zum Klassentreffen trafen sich die beiden in Osnabrück und ließen es sich nicht nehmen, den gemeinsam aufgenommenen Klassiker Füchse″ von 1998 zu rappen.

Am frühen Abend hatte der Gott of Schlager″ Christian Steiffen seine Fans begrüßt: Schön, dass ich hier bin″ meinte er in symptomatischer Bescheidenheit. Begleitet vom Original Haseland-Orchester, schunkelte er zünftige Lieder wie Die dicksten Eier der Welt″ oder In Budapest beim Schützenfest″. Dabei war Saxofonist Tommy Schneller für Live-Gebläse und zweite Stimme zuständig.

Bei Samy Deluxe waren 15 Musiker auf der Bühne im Einsatz, um den Raps des Reimeschmieds eine voluminöse Klangkulisse zu verleihen. Streicher, Chor, Bläsersektion, zwei Schlagzeuger, hier fehlte nichts. Die gute Stimmung im Publikum wurde auch von einsetzendem Regen nicht getrübt. Souverän und dennoch voller Kraft agierte der Frontmann und geizte nicht mit Gästen. So trat Rapperin Fantasma Gloria an seine Seite und verlieh zwei Tracks mit ihren hohen, an Nina Hagen erinnernden Vokalarabesken besondere Klangfarben, derweil das Publikum begeistert die Hände hoch″ hob.

Zum absoluten Höhepunkt schaukelte sich schließlich Jan Delay mit seiner Disko No. 1 hoch. Der Mann ist wahrlich ein Vulkan. Gleich zu Beginn griff er in die Vollen, forderte mit Türlich, Türlich″ mehr Bass und bekam ihn. Klar″ brach komplett das Eis, circa 8500 Zuschauer tanzten und tobten. Seine Band spielte mit Power auf den Punkt und lieferte zwischendurch mal deftigen Rock oder ein jazziges Trompetensolo. Das ist Entertainment auf höchstem Niveau und setzte dem Festival am Samstagabend ein fettes Sahnehäubchen auf.

Bildtexte:
Fröhlicher Auftakt: Sängerin Lotte öffnete ihr muskalisches Tagebuch.
Was für ein Anblick: 12 000 Fans sangen lauthals die Lieder von Max Giesinger mit.
Abwechsungsreiches Programm: Michael Patrick Kelly bot rockige und besinnliche Momente.
Er zeigte allen, wo es langgeht: Jan Delay präsentierte am späten Samstagabend eine mitreißende Show.
Lokalmatador: Christian Steffen eröffnete den zweiten Konzertabend im Schlossgarten.
Volle Bühne: Beim Auftritt von Samy Deluxe waren 15 Musiker im Einsatz.
Foto: André Havergo
Autor:
Matthias Liedtke


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