User Online: 1 | Timeout: 24:17Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nicht vor deren Haustür
Zwischenüberschrift:
Warum eine Gruppe Lüstringer die 380-kV-Leitung komplett ablehnt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück In den Osnabrücker Stadtteilen Darum und Lüstringen gibt es eine Bürgerinitiative, die fordert, dass die geplante 380-Kilovolt-Leitung als Erdkabel gebaut wird. Und es gibt eine kleine Gruppe Lüstringer, die sagen: Wir wollen weder eine Freileitung noch Erdkabel. Sie lehnen den Leitungsbau durch ihre Nachbarschaft rigoros ab.

Viele Fragen offen

Der Bau der Höchstspannungsleitung von Wehrendorf über Lüstringen nach Gütersloh erhitzt die Gemüter im Osnabrücker Land schon seit Jahren. In Lüstringen macht sich erst seit wenigen Wochen Widerstand breit seit bekannt wurde, dass die Netzbetreiberfirma Amprion die 380-kV-Trasse am liebsten durch ihr Naherholungsgebiet bauen würde, nämlich in der nördlichsten von drei vorgeschlagenen Varianten (s. Grafik).

Rasch gründete sich eine Bürgerinitiative, die sich mit den anderen Initiativen entlang der Trasse zusammenschloss und fordert, die gesamte Trasse als Erdkabel zu bauen. Doch 39 Anwohner auf dem Lüstringer Berg unterschrieben nicht diese Forderung. Sie unterstützen stattdessen die Einwände von Beatrix Leliveldt und Dieter Rödel, sagt das Ehepaar. Erdkabel wie Freileitung zerstören die Landschaft, beide haben nachhaltige Auswirkungen auf die Natur″, betont Leliveldt. Ihre Befürchtung: Wenn die Bürgerinitiative Erdkabel fordert, signalisiere sie: Prinzipiell sei der Leitungsbau dann ja in Ordnung.

Leliveldt und ihrem Mann, die früher gemeinsam ein Planungsbüro betrieben, ist das gesamte Vorhaben zu intransparent und sind zu viele Fragen offen.

Sinn und Zweck

Welchem Zweck soll die 380-kV-Trasse eigentlich dienen? Dem Transport von Windenergie Richtung Süden oder Speicherzwecken? Ist die Leitung überhaupt notwendig? Solange uns das nicht dargelegt wird, lehnen wir die Trasse ab″, sagt Leliveldt. Wie lief der seinerzeit von Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter initiierte Trassenfindungsprozess mit Bürgerbeteiligung überhaupt ab und warum hatten die Lüstringer nichts davon mitbekommen? Schließlich sind die drei Trassenkorridore, die Amprion jetzt der zuständigen Genehmigungsbehörde vorgeschlagen hat, auf Grundlage dieses Prozesses entstanden.

Viele Fragen

Was sie auch nicht verstehen: Warum soll die 380-kV-Leitung mit der Projektnummer 16 durch die freie Landschaft gebaut werden und nicht wie im Landesraumordnungsprogramm eigentlich gefordert mit einer bereits bestehenden Leitung gebündelt werden? Warum nicht mit der Stromleitung an der nahen Bahnstrecke? Außerdem ist ihnen die Argumentation des Netzbetreibers für seine Vorzugsvariante A zu schwammig. Raumwiderstände seien nicht sorgfältig genug bewertet worden, so sei etwa die geplante Kabelübergabestation am Hömmelkenbrinkweg also der Bereich, wo die Freileitung auf den letzten hundert Metern bis zum großen Umspannwerk in Erdkabel überführt werden soll nicht als Konfliktschwerpunkt bewertet worden, obwohl sie im Landschaftsschutzgebiet und nahe an Wohngebäuden liegen würde.

Würden die Konfliktschwerpunkte in der Raumverträglichkeitsstudie anders ermittelt, sei eigentlich Variante C die sinnvollste, finden sie.

Sankt-Florian-Prinzip″

Man könnte den Anwohnern am Lüstringer Berg nun vorwerfen, nach dem Sankt-Florian-Prinzip vorzugehen getreu dem Motto: Nicht vor meiner Haustür! Dazu sagen sie: Wir wollen diese Leitung in Stadt und Landkreis Osnabrück gar nicht.″ Sie stünden in gutem Austausch mit der Bürgerinitiative. Und falls die Leitung doch gebaut werde, kämpften die direkt Betroffenen eben für ihre eigenen Ziele. Den anderen wollen wir ja nicht schaden″, sagt Leliveldt. Und ihr Mann Dieter Rödel ergänzt: Dass ich den schönen Raum, wo ich immer spazieren gehe, näher betrachte, ist doch verständlich.″

Bildtext:
Das Vorhaben des Leitungsausbaus im Osnabrücker Land ist ihnen suspekt: (von links) Beatrix Leliveldt, Barbara und Ulrich Pöhler, Dieter Rödel.
Foto:
Sandra Dorn
Quelle:
Amprion,
Bearbeitung NOZ:
Sascha Nabrotzky/ Stand: 6.5.2019
Autor:
Sandra Dorn


Anfang der Liste Ende der Liste