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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Queen Mum eroberte lächelnd die Osnabrücker
Zwischenüberschrift:
Erinnerungen an die Schulzeit im Mädchengymnasium
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Vom nationalsozialistischen Bildungsideal für junge Frauen bis zur Mengenlehre in den 70er-Jahren so weit spannten ehemalige Schülerinnen den Bogen in ihren Erinnerungen an das Mädchengymnasium am Heger-Tor-Wall, das wir in der vergangenen Woche in unserer Reihe Das unbekannte Foto″ vorstellten.
Mitten im Krieg, am 21. März 1942, machte eine Leserin ihr Abitur an der Städtischen Oberschule für Mädchen, wie die Schule damals noch hieß: Für die Oberstufe (die letzten 3 Jahre) gab es die Wahlmöglichkeit zwischen hauswirtschaftlichem′ und sprachlichem Abitur′, wobei Letzteres anders als der Begriff vermuten lässt eine insgesamt eher wissenschaftliche Ausrichtung implizierte. Hatte man sich für diesen Zweig entschieden, so musste man an einem Vormittag in einer Zweigstelle der Schule am Schölerberg eine Kochprüfung ablegen. Wir empfanden diese zusätzliche Prüfung durchaus als Schikane für die jenigen Mädchen, diesich gegen den erwarteten quasi , klassisch-national-sozialistischen′ Lebensweg entschieden hatten und ein Studium dem alleinigen Muttersein vorzogen. Noch heute erinnere ich mich gut, wie ich im Losverfahren die Aufgaben geschmorte Leber′ erhielt. Ich bekam einen riesigen Brocken des Organs vorgelegt und musste diesen zunächst von Haut und Sehnenbefreien und dann zubereiten.″
Bis in die 50er- und 60er-Jahre waren die äußeren Bedingungen für den Schulbesuch schwierig. Das fing beim Schulweg an, wie H. B.schrieb: Wer in einem Radius von zwei Kilometern zur Schule wohnte, musste laufen. Erst bei Strecken über zwei Kilometer durfte ein Rad für den Schulweg benutzt werden. Bus? Undenkbar! Das Schulgebäude konnte die große Zahl der Schülerinnen bald nicht mehr fassen: Die Schule platzte aus allen Nähten, sodass im Schicht unterricht gelernt werden musste. Das heißt, an zwei Tagen in der Woche war erst am Nachmittag Unterricht, weil die Räume am Vormittag schon von den anderen Klassen belegt waren. Jeder Samstag war ein ganz normaler Schultag″, erzählte H. B. weiter.
Anneliese Miete beschriebihre Schulzeit in den 50er-Jahren trotz aller äußeren Schwierigkeiten als wunderschöne Zeit″. Die Lehrer waren streng, aber gerecht und setzten sich für jede einzelne Schülerin ein, berichtete sie uns. Eine weitere Leserin stellte uns ein Foto des Lehrerkollegiums aus dem Jahr 1948 zur Verfügung, das wir auf OS-Nachbarn.de eingestellt haben.
Der Montagmorgen in der Adventszeit war für die Mädchen immer etwas Besonderes: Dann versammelten sich alle Schülerinnen und Lehrer im Treppenhaus und sangen Adventslieder. Mit dem Umzug ins Gymnasium In der Wüste″ im Februar 1970 änderte sich einfach alles nicht nur räumlich″, berichtete H. B. weiter. Es gab einen teilweisen Generationenwechsel im Lehrerkollegium, die 68er-Bewegungs chwappte auch auf das Schulleben über, das Einmaleins wurde durch die Mengenlehre ersetzt, alles wurde infrage gestellt [...] Ach ja mit dem Umzug in die Wüste war es auch endgültig mit dem Mädchengymnasium vorbei, die Jungen zogen ein, zu unserem Leidwesen jedoch nur in den jeweils neueingeschulten 5. Klassen.″
Erinnerungen an Osnabrück könnten auch die Gäste der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton in der nächsten Woche austauschen. Schließlich waren zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie schon einmal zu Besuch in Osnabrück, als die britischen Streitkräfte hier noch stationiert waren: Prinz Charles (1971), Prinz Philip (1974), Prinz Andrew (1999) und Prinzessin Anne (2002). Ein besonderes Ereignis war sicher der Besuch von Königinmutter Elizabeth, die mit ihrem Charme einige Hundert Osnabrücker auf dem Marktplatz begeisterte. Erinnern Sie sich an diesen hohen Besuch im Juli 1965?
Erzählen Sie uns auf OS-Nachbarn.de, wenn Sie vor dem Rathaus dabei waren, Queen Mum zujubelten oder ihr sogar die Hand geben durften. Vielleicht erinnern Sie sich auch an die Besuche anderer Mitglieder des Königshauses. Wir freuen uns auf Ihre Geschichten.

Bildtexte:
Bewegte Zeiten erlebte das Mädchengymnasium am Heger-Tor-Wall.
Königlicher Besuch im Osnabrücker Rathaus: Oberbürgermeister Willi Kelch überreicht Königinmutter Elizabeth ein Buch über Rittersitze im Osnabrücker Land.
Fotos:
Buch Alt-Osnabrück″, Band 1, erschienen bei H. Th. Wenner, Hartwig Fender
Autor:
r.


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