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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Höhere Töchter, Studenten und Wissenschaftler
Zwischenüberschrift:
Viele Erinnerungen an das Pottgrabenbad
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ein Schwimmbad mit nur einem Becken, in dem Schwimmer und Nichtschwimmer durch ein Seil getrennt sind, und mit einem Fünfmeterturmals einziger Attraktion dasist heute, in Zeiten von Freizeit-, Spaß- und Wellness-Bädern, kaum noch vorstellbar. Bis Mitte der 60er-Jahre war das Pottgrabenbad das einzige Hallenbad in der Stadt. Und vielleicht ist es deshalb so vielen OS-Nachbarn noch in Erinnerung geblieben.
Als junger Kunstspringerin der VfL-Schwimmabteilung habe ich Mitte bis Ende der Fünfzigerjahre einen Großteil meiner Freizeit im Pottgrabenbad verbracht″, erzählte uns Klaus Stromberg. Die Schwimmvereine VfL, VSK und Neptun hatten abends Schwimmstunden für Vereinsmitglieder. Während des Schwimmtrainings haben wir Springer unsere Schrauben und Saltos gedreht. Es war recht gefährlich auf dem Dreimeterbrett. Seitliche Abstützungen waren nicht vorhanden, und man hätte leicht auf die Fliesen fallen können. Die Abstimmung mit den Schwimmern klappte eigentlich ganz gut. In den freien Sekunden sprangen wir zwischen die Bahnen. Als aber einmal die Abstimmung nicht stimmte, sprang ich vom Dreimeterbrett einem bekannten Osnabrücker Schwimmer in den Nacken. Bei meinem Leichtgewicht ist aber Gott sei Dank nicht viel passiert.″
Der Sprungturm zog die Jugendlichen natürlich besonders an. Als Jugendlicher war ich öfters mit meinen Freunden da″, schreibt S. R. Gereizt hat uns immer der Fünfmeterturm, der bei großer Nachfrage für kurze Zeit zum Springen freigegeben wurde. Das Schwimmbecken war nicht sehr breit, und vom Turm aus gesehen wurde es noch kleiner, und man hatte immer Angst, danebenzuspringen und auf dem Beckenrand zu landen, was natürlich nur Einbildung war.″
Vom Fünfmeterbrett ist Michael Remarne aus diesem Grund nur selten gesprungen. Er erzählte uns, dass er in den 60er-Jahren mit seiner Schulklasse einmal in der Woche zum Schwimmunterricht im Pottgrabenbad war und dort den Frei-, Fahrten- und Jugendschwimmer machte.
H. T. hatte keine guten Erinnerungen an den Schwimmunterricht: Wir mussten Samstag morgens um 8 Uhr von der Schule aus zu Fuß zum Pottgrabenbad pilgern. Es herrschten strenge Regeln bezüglich des gesetzten Zeitfensters für das Umkleiden und Duschen. Wenn mal jemand dieses Zeitfenster überschritten hatte, gab′s gleich eine Sonderbehandlung durch unsere Lehrer, wie zum Beispiel vier Bahnen extra schwimmen oder gesondert Tauchübungen machen. Besonders gut kann ich mich an die speziellen Methoden eines bestimmten Lehrers erinnern, wie er bestimmte Mitschüler dazu überredet′ hat, vom Dreimeterbrett zu springen. Wenn das Verhalten der Kandidaten′ zu zögerlich schien, gab es von ihm den berühmten Schlag mit der langen Bambusstange, die eigentlich als Schwimmhilfe dienen sollte, auf das Gesäß und schon sprang der Kandidat mit dem Mut der Verzweiflung ins Wasser!
Das Gebäude auf dem neuen unbekannten Foto erkennen sicher viele Osnabrücker wieder. Es zeigt die Höhere Töchterschule″, das spätere Mädchengymnasium, am Wall. Sind Sie dort noch zur Schule gegangen? Erinnern Sie sich noch an die Direktorin Maria Brunkhorst? Haben Sie 1970 den Umzug in das Gymnasium In der Wüste″ miterlebt?

Bildtexte:
Das Pottgrabenbad war Osnabrücks erstes und lange Zeit auch einziges Hallenbad.
Ein Schulgebäude mit Geschichte: die Höhere Töchterschule am Kanzlerwall heute Heger-Tor-Wall auf einer Postkarte von 1911. Heute studieren hier Juristen und Wirtschaftswissen-schaftler.
Fotos:
Archiv, entnommen aus dem Buch Alt-Osnabrück″, Band 1 (erschienen bei H. Th. Wenner)
Autor:
r.


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