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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt will Park & Ride ausbauen
 
Neue Park-&-ride-Plätze im Umland?
Zwischenüberschrift:
Planer wünschen sich Pendlerparkplatz am Marktkauf in Belm
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Stadt will mehr Pendler zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen. Dazu soll es mehr Park-and-ride-Angebote geben, wie der Geschäftsführer der Planungsgesellschaft, Stephan Rolfes, unserer Redaktion sagte. Auf der Suche nach Flächen für Pendlerparkplätze richtet sich der Blick vermehrt auf die Umlandgemeinden. In Belm etwa könnte sich Rolfes einen Park-and-ride-Platz beim Marktkauf-Verbrauchermarkt vorstellen, wo sich Bahnlinie und die neue Umgehungsstraße nahekommen. Außerdem läge der Umsteigepunkt in Ortskernnähe. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde kündigte an, dass sich die CDU-Fraktion im September das P& R-Modell im niederländischen Groningen ansehen will. Dazu lade er die CDU-Kollegen aus den Umlandgemeinden ein, so Brickwedde.

Osnabrück Die Stadt Osnabrück will mehr Park-&- ride-Plätze schaffen und wirft das Netz ins Umland aus. In Belm ist ein Platz beim Marktkauf ins Auge gefasst worden. Und was passiert Richtung Süden?

In der Hauptversammlung der Stadtwerke Ende Juni ließ CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde eine Bemerkung fallen, die neugierig macht: Er würde es sehr begrüßen, wenn das Park-&- ride-Angebot möglichst bald unter Einbeziehung des Umlandes″ ausgeweitet werden könnte. Die Stadt Groningen mache es vor, so Brickwedde.

Das Beispiel Groningen hatte Werner Linnenbrink, Leiter Mobilitätsangebot bei den Stadtwerken, bei einem Vortrag vor der CDU-Fraktion ins Spiel gebracht, wie Brickwedde auf Nachfrage erklärte. Die Stadt im Norden der Niederlande hat in den vergangenen Jahren drei große Umsteigeparkplätze außerhalb der Stadt gebaut. Berufspendler oder Citybesucher fahren von dort aus im Zehn-Minuten-Takt in die Innenstadt. Das Busticket kostet sechs Euro für maximal fünf Personen.Besuch in Groningen

Am 20. September fährt die CDU nach Groningen, um sich das System erklären zu lassen. Brickwedde lädt ausdrücklich auch die CDU-Fraktionen der Umlandgemeinden und des Kreistages zur Mitfahrt ein. Osnabrück ist zu klein, wenn wir bei diesem Thema etwas bewegen wollen, ist die Region gefragt″, sagt Brickwedde.

Park & ride fristet in Osnabrück ein Nischendasein, nachdem in den Neunzigerjahren Probeläufe gescheitert sind. Experten sagen, die Entfernungen vom Stadtrand in die City sind zu kurz, um Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen. Besser wäre es, die Berufspendler und Citybesucher schon weiter außerhalb durch ein bequemes und kostengünstiges Angebot abzuholen, sagt der Geschäftsführer der Planungsgesellschaft Nahverkehr (Planos), Stephan Rolfes.

Einen möglichen Standort für einen Park-&- ride-Platz hat Rolfes am Marktkauf in Belm ausgemacht. Der Ort hat das Potenzial für einen Umsteigeknoten, denn er liegt nah am Belmer Ortskern, unmittelbar an der Bahnlinie Bremen–Münster und an der Ausfahrt der neuen B 51. Hier würde sich Rolfes einen Bahnhalt Belm-Mitte wünschen. Und zwischen der Umgehungsstraße und der Bahn wäre Raum für einen Pendlerparkplatz.

Damit nicht genug. Rolfes hält es für möglich, Belm und Vehrte enger über die Bahn an Osnabrück zu binden. Die Eurobahn (RB 66), die heute stündlich zwischen Osnabrück und Münster pendelt, könnte ohne Probleme über Osnabrück weiter nach Belm und Vehrte fahren. Dort müsste eine Wendemöglichkeit geschaffen werden, was grundsätzlich möglich wäre, so Rolfes. In den Entwürfen für die künftige OS-Bahn ist die Verlängerung der RB 66 bis Vehrte bereits eingetragen. Auch die Gemeinde Belm dringt seit Jahren auf die Reaktivierung des Bahnhaltes in Vehrte.

Die Gemeinde Belm sei mit einer Stadtbusanbindung im 10-Minuten-Takt prädestiniert für einen Park-&- ride-Parkplatz, teilte Gemeindesprecher Dirk Meyer mit. Wir begrüßen und unterstützen dabei die Förderung und den Ausbau des ÖPNV ausdrücklich.″ Mit einer möglichen Einrichtung eines Bahnhaltes in Belm würden sich weitere Perspektiven ergeben. Insgesamt bedarf es aber zur Konkretisierung noch weiterer Gespräche, insbesondere über die Eignung auch von öffentlichen Flächen″, so Meyer in einer Stellungnahme.

Problematisch ist die Park-&- ride-Anbindung dagegen nach Georgsmarienhütte und Bad Iburg. Das Parkdeck des Kinderhospitals an der Iburger Straße ist seit Oktober 2017 als P& R-Platz ausgewiesen, wird aber kaum genutzt. An der Autobahnanschlussstelle Nahne ist kein Platz für einen Pendlerparkplatz. Infrage käme möglicherweise eine Fläche unweit des Nahner Friedhofes, die für Busse und Autofahrer leicht zu erreichen wäre.Wenig Platz im Süden

Frühere Überlegungen, im Zentrum von Georgsmarienhütte einen Park-&- ride-Punkt einzurichten, werden nicht weiterverfolgt. Angedacht war die Brachfläche unterhalb der B-51-Talbrücke. Doch, erstens, sind die Entfernungen zum Bahnhalt Oesede und dem Busknoten Gildehaus grenzwertig, und, zweitens, für Autofahrer aus dem Südkreis wäre es unattraktiv, die Bundesstraße zu verlassen und den Parkplatz unter der Brücke anzusteuern.

Im Norden richten sich die Blicke auf die Kreuzung B 68/ Fürstenauer Weg/ Oldenburger Landstraße. Im Westen brütet die Stadt seit Jahren über dem Bau eines Park-&- ride-Platzes in der Nähe des Rubbenbruchsees. Im Osten an der Hannoverschen Straße ist unklar, ob die Pendler an der A 33 oder weiter östlich vor dem Ortseingang von Voxtrup abgeholt werden sollten. Daher ruhen hier die Überlegungen.

In Hellern dagegen sind die Pläne weit fortgeschritten, kollidieren aber mit den Wünschen des Baumarkt-Betreibers Globus, der einen Pendlerparkplatz nicht in seinen Kundenparkplatz integrieren möchte. Deshalb sollen zwei getrennte Abstellflächen über eine gemeinsame Zufahrt an die Rheiner Landstraße angebunden werden. Die Entscheidung steht noch aus.

Bildtext:
Der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel soll erleichtert werden. Dazu braucht es Pendlerparkplätze am Stadtrand und im Umland von Osnabrück.
Foto:
Jens Wolf/ dpa

Kommentar
Als Region denken und handeln

Wie oft schon in der Vergangenheit ist die reginale Zusammenarbeit beschworen worden? Wie oft schon haben die Spitzenleute in Stadt und Landkreis, ganz gleich welcher Partei, gelobt, die Kleinstaaterei überwinden und die Region voranbringen zu wollen? Wir hören es immer wieder aber wenn es konkret wird, ziehen sich alle doch gern auf ihr Kerngebiet zurück. Osnabrück ist bei der Gebietsreform in den Siebzigerjahren zu klein geschnitten worden, wie wir heute feststellen. Es braucht das Umland, und das Umland braucht das Oberzentrum. Die Suche nach Park-&- ride-Standorten im Umland ist ein erneuter Test, wie ernst es den Politikern auf beiden Seiten mit der regionalen Zusammenarbeit ist.

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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