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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Grillen auf Schinkelberg verboten
 
Grillen auf dem Schinkelberg verboten
Zwischenüberschrift:
Waldbrandgefahr ruft die Behörden auf den Plan
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Derzeit gilt in der Region die zweithöchste Waldbrandstufe. Die Osnabrücker Stadtverwaltung hat darauf reagiert und das Grillen auf dem Schinkelberg auch an den bisher dafür offiziell zugelassenen Stellen verboten. Mitarbeiter des Ordnungsamtes überwachten am Wochenende die Einhaltung der Waldbrandverordnung. Wald- und Wiesenböden am Schinkelberg sind knochentrocken. Aber nicht nur hier, auch in anderen Stadtteilen sorgt die anhaltende Trockenheit für Probleme. Was am Schinkelberg bislang verhindert werden konnte, ereignete sich in einem kleinen Waldstück in der Nähe der Vehrter Landstraße. Hier brach am Samstagabend ein Feuer aus, das die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen aus Haste löschen konnten. Schaulustigen musste die Polizei Platzverweise erteilen.

Osnabrück Um die Gefahr eines Waldbrandes am Schinkelberg zu minimieren, hat die Stadt Osnabrück eine Waldbrandverordnung für die Region rund um den Fernmeldeturm erlassen. Grillen, Rauchen und Parken ist in dem gefährdeten Bereich streng verboten. Mitarbeiter des Ordnungsamts kamen an Samstagabend zur Kontrolle.

Sonne und am Abend etwas Grillen das ist für viele der perfekte Sommer in der Stadt. Wäre da nicht die Gefahr von Waldbränden. Vom 1. März bis 31. Oktober ist es daher grundsätzlich verboten, im Wald zu rauchen oder offenes Feuer zu entzünden. Das Verbot gilt auch in der Nähe zu solchen Flächen. Das Grillen ist nur auf entsprechend angelegten Grillplätzen erlaubt.

So einen gibt es eigentlich auch auf dem Schinkelberg. Zu Füßen des Fernmeldeturms müssen in den nächsten Wochen allerdings die Grills kalt bleiben. Für den Schinkelberg gilt seit vergangener Woche eine spezielle Waldbrandverordnung der Stadt. Die extreme Trockenheit hat hier eine besonders gefährliche Lage entstehen lassen. Der Boden im Wald und die Wiesen sind vollkommen ausgetrocknet.

Die neue Verordnung hat sich allerdings noch nicht zu allen durchgesprochen. Am Samstagabend brannten auf dem Schinkelberg wieder die Grillfeuer. Gut 70 Erholungssuchende hatten sich vier mobile Grills angezündet, als Mike Döking und Thorsten Pohl vom Ordnungsamt zur Kontrolle kamen. Ein kleiner Funkenflug kann hier ganz schnell einen großen Brand auslösen″, erklärten die beiden den Grund dafür, dass alle Feuer sofort gelöscht werden mussten. Das tut uns natürlich auch sehr leid″, stellte Pohl fest. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes wissen genau, wie ärgerlich es ist, wenn das Grillgut erst halb durch ist und die Kohle kalt ist. Das Verbot gilt übrigens nicht nur für Kohlegrills″, sagt Döking. Gas- und Elektrogrills seien genauso wenig gestattet. Alles, was heiß ist″, meint Döking.

Dazu gehören auch die sehr heißen Katalysatoren und Auspuffanlagen von Autos. Sie können auf trockenen Waldböden und Wiesen leicht einen Brand verursachen. Deswegen duldet das Ordnungsamt im Moment auch keine Autos im oberen Bereich des Schinkelbergs. Fahrzeuge müssen auf dem Parkplatz unten abgestellt werden″, so Pohl.

Grundsätzlich bittet das Ordnungsamt, gerade jetzt im Sommer den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Leichtfertig weggeworfene Zigarettenkippen, eine vergessene Glasflasche, die wie ein Brennglas wirkt, oder ein nicht sachgemäß gelöschtes Grillfeuer können bei diesen Temperaturen schnell verheerende Auswirkungen haben″, meint Pohl.

Damit auch jeder weiß, dass zurzeit striktes Grillverbot am Schinkelberg herrscht, hat das Ordnungsamt provisorische Schilder aufgehängt und plant, die Kontrollen mehrmals täglich fortzusetzen. In den nächsten Tagen kommen auch noch größere Schilder″, so Döking. Zurzeit belassen es die Mitarbeiter der Stadt noch bei einer freundlichen Belehrung, vor allem wenn die Belehrten einsichtig sind und die Grills sofort löschen. Grundsätzlich stellt der Verstoß gegen die Waldbrandverordnung eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Wer bei den weiterhin heißen Temperaturen nicht auf einen Grillabend verzichten will, kann selbstverständlich auf dem heimischen Balkon, im Garten oder dem Hof den Grill anheizen. Und wenn es doch ins Grüne gehen soll, steht am Rubbenbruchsee ein sicherer öffentlicher Grillplatz bereit.

Grundsätzlich ist es auch kein Problem, auf dem Schinkelberg einen schönen Nachmittag oder Abend zu verbringen, sagt Pohl. Nur Grillen und Rauchen geht nicht! Der Stadt geht es nicht allein um die Feuergefahr. Sie bittet auch darum, den Müll wieder mit nach Hause zu nehmen oder wenigstens in einer der bereitgestellten Mülltonnen zu entsorgen.

Wie schnell es zu einem Brand kommen kann, zeigte sich am Samstagabend, als in Haste ein kleines Waldstück nahe der Vehrter Landstraße brannte. Nach Polizeian- gaben wurden dabei mehreren Schaulustigen Platzverweise erteilt. Das Feuer wurde am Samstag um 21.30 Uhr an der Straße Zum Gut Nette″ gemeldet. Nach Auskunft der Polizei brannte es in einem Wäldchen auf einer Fläche von etwa 70 Quadratmetern. Die Berufsfeuerwehr und die freiwillige Feuerwehr Haste konnten den Brand löschen. Ihre Arbeit wurde aber durch Schaulustige behindert. Die Polizei schickte die Neugierigen deshalb nach Hause.

Personen kamen bei dem Feuer nicht zu Schaden, zur Höhe des Sachschadens wurden keine Angaben gemacht. Auch die Brandursache ist bislang ungeklärt. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0541 327 2215 oder 0541 327 3103 entgegen.

Bildtexte:
Mit provisorischen Schildern weist die Stadt auf die Waldbrandverordnung hin.
Um die Gefahr von Waldbränden zu minimieren, ist am Schinkelberg zurzeit das Grillen verboten.
Sport und Spaß gern, Feuer nein. Und der Müll gehört in die Mülltonnen.
Fotos:
Robert Schäfer

Kommentar
Es brennt

Dieser Tage lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass es sprichwörtlich an allen Ecken und Enden brennt.

Bei Cuxhaven bedroht ein Feuer Camper. Im Landkreis gehen Strohpressen und mit Stroh beladene Anhänger in Flammen auf. Und zu guter Letzt hat auch noch ein Wald im Ausflugsziel Nummer eins der Osnabrücker, im Nettetal, Feuer gefangen.

Unter diesen Umständen muss man über ein Grillverbot auf dem Schinkelberg überhaupt nicht mehr diskutieren. Schon der gesunde Menschenverstand sagt, dass offenes Feuer und knochentrockener Wald- und Wiesenboden eine brandgefährliche Kombination sind.

Die Stadt wird es allerdings nicht bei einem Verbot belassen können. Regelmäßige Kontrollen sind unabdingbar, denn es ist leider davon auszugehen, dass der gesunde Menschenverstand eben doch nicht bei jedem Mitbürger vorhanden ist.

d.kroeger@ noz.de
Autor:
Robert Schäfer, Dietmar Kröger


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