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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Unterstützung für junge Klimaaktivisten
Zwischenüberschrift:
In Osnabrück entsteht eine „Parents for Future″-Ortsgruppe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Schüler und Studenten von Fridays for Future″ haben den Klimaschutz im Blickfeld der Gesellschaft ganz nach vorne gerückt. Sie haben Wahlen beeinflusst und Politiker unter Druck gesetzt. Am Ziel sind sie noch lange nicht, doch immer mehr Menschen wollen ihnen dabei helfen, es zu erreichen: In Osnabrück neuerdings auch die Parents for Future″.

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie sechs Freunde, die sich an einem schönen Sommerabend auf ein kühles Getränk getroffen haben. Doch dann fallen Wörter wie Infostand″, vernetzen″ und Banner″. Außerdem gibt es die Gruppe erst seit rund sechs Wochen. Es ist schon ihr viertes Treffen, und sie haben eine Sache, die sie eint: Sie wollen nicht mehr passiv sein, wenn es um Klimaschutz geht.

Seit Monaten bilden sich überall in Deutschland Ortsgruppen von Parents for Future″, die die Fridays for Future″ unterstützen. Obwohl Parents for Future″ übersetzt Eltern für die Zukunft″ heißt, muss man selbst keine Kinder haben, um sich anschließen zu können. Die Gruppen sind offen für alle Erwachsenen, die aktiv werden wollen. Die Unterstützung für die jungen Leute von Fridays for Future″ kann viele Formen haben: Infostände, Gespräche mit Schulen und Politikern, Hilfe bei Rechtsfragen oder kostenlose Nachhilfestunden, um die versäumte Schulzeit nachzuholen.

Zwei der neuen Mitglieder sind unter anderem wegen der Doku Klimafluch und Klimaflucht″, die sie im Ersten gesehen haben, zu den Parents for Future″ gekommen. Der Film habe sie aufgewühlt. Eine Teilnehmerin erzählt, sie habe danach schlecht geschlafen und beschlossen: Da kann ich nicht mehr nur zuschauen. Ihre beiden Kinder, 14 und 16 Jahre alt, sind bei Fridays for Future″ dabei. Ihr Sohn sei zunehmend frustriert, weil er den Eindruck habe, dass die Politik auch nach Monaten nicht reagiert. Dabei habe zum Beispiel der Mauerfall gezeigt, welche Macht Demonstrationen entwickeln können. Der Wissensaustausch und die Verbindung mit anderen Ortsgruppen haben Fridays for Future″ zu einer starken Organisation gemacht. Die Parents″ wollen es ihnen nachmachen. Bei ihrem Planungstreffen geht es um Fragen wie: Mit wem können wir uns vernetzen und zu welchem Zweck? Vorschläge gibt es viele: Die Grünen, die Volkshochschule, das Museum am Schölerberg, der Zoo, der Stadtelternrat. Auch private Kontakte könnten weiterhelfen. So ist Angelika Breymann als Pastorin gut in der Kirche vernetzt und kann den Gemeindebrief zur Verbreitung nutzen. Auch der VfL könnte zum Partner werden. Dirk Zeiher, Initiator der Gruppe, formuliert das so: Wenn der Fußball auf unserer Seite ist, haben wir es geschafft!

Diese Frage beschäftigt sie alle. Schließlich seien viele Leute am Thema Klimawandel interessiert, die Grünen erzielten Rekordergebnisse, und Nachhaltigkeit werde immer mehr zum Marktfaktor. Aber sich engagieren, Gesicht zeigen und öffentlich auftreten das machen die wenigsten. Ist es die Angst, nicht genug zu wissen? Kritik einstecken zu müssen? Dirk hat schon erlebt, dass es Unverständnis in seinem Freundeskreis gab. Klara Meyer-Notbohm ergänzt, dass man nicht als Weltuntergangsmensch″ gesehen werden will. Es gehe schließlich vor allem um Lösungen und Lebensqualität.

Der nächste Schritt sei oft einfacher als gedacht. Online-Petitionen unterschreiben, für Fridays for Future″ spenden oder den Flug in den Urlaub kompensieren. Möglichkeiten gebe es viele, man müsse sie nur kennen.

Heute informieren die Parents for Future″ ab 10 Uhr zum zweiten Mal mit einem Infostand auf dem Nikolaiort über ihr Vorhaben. Die sonstigen Kommunikationskanäle sind gerade noch in der Diskussion. Es gibt zwar eine Whatsapp-Gruppe, die soll aber wegen Datenschutzbedenken nicht fortgeführt werden. Die Gruppe hat sich stattdessen für Rocket Chat″ entschieden und damit den gleichen Nachrichtendienst, den Fridays for Future″ verwendet. Eine Webseite ist gerade im Bau. Man findet sie unter osnabrueck.parentsforfuture.de und muss sich in der Arbeitsgruppe anmelden, um Zugriff zu haben. Die Treffen finden etwa alle zwei Wochen jeweils abends statt.

Auch Fridays for Future″ wird heute wieder aktiv mit einer Fahrraddemo, die um 13.30 Uhr im Anschluss an die allwöchentliche Streikaktion vor dem Theater startet. Am Freitag, 2. August, soll es eine Fahrradtour zum Aktivhof des Bissendorfer Vereins Leben und Lernen″ geben (Treffen um 10.30 Uhr vor dem Theater).

Bildtexte:
Sechs der aktuell acht Mitglieder von Parents for Future″ bei einem Gruppentreffen in Osnabrück.
Ein Logo haben sie schon.
Fotos:
Stella Essmann
Autor:
Stella Essmann


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