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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Den Geheimnissen der Stadt auf der Spur
Zwischenüberschrift:
Heinz Wüppen hat eine Fahrradtour zu skurrilen Orten ausgearbeitet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Osnabrück steckt voller skurriler Orte und rätselhafter Kunst. Das findet auch Heinz Wüppen. Der passionierte Radfahrer hat deshalb eine Tour durch die Stadt konzipiert, um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen.

Neben all der barocken Pracht grinst einen das einst populäre Hörzu″-Maskottchen Mecki″ von der Fassade des Osnabrücker Schlosses an. Ja, tatsächlich: Mecki, der Comic-Igel der TV-Zeitschrift. Dieser wurde ohne Wissen der Bauherren Ende der 1940er-Jahre bei der Rekonstruierung des im Weltkrieg zerstörten Schlosses von gewitzten Steinmetzen an der Ostseite des Hauptgebäudes über ein Erdgeschossfenster gebaut.

Das ist eine Skurrilität, wie ich sie schätze″ sagt Heinz Wüppen und freut sich. Der 68-Jährige war Lehrer, ein von ihm einst für seinen Matheunterricht erfundenes Spiel hat es unter den Namen Würfel-Bingo″ zu nachhaltigem Ruhm gebracht. Aber Wüppen hat auch ein Faible für rätselhafte Orte, die man im Alltag oft übersieht, bis man innehält und sich fragt: Wie kommt das hierher? Und warum...?

Zudem ist Wüppen passionierter Radfahrer und langjähriges Mitglied des ADFC. Bei vielen Fahrten in und um Osnabrück sind mir immer mehr seltsame Dinge aufgefallen, die mich stutzig machten oder auch zum Lachen brachten.″ Und da Wüppen gerne tüftelt, hat er nun eine Radtour durch Osnabrück zusammengestellt, die zu zahlreichen dieser seltsamen Orte führen soll. Eben zu Mecki oder zur wohl ältesten noch erhaltenen Toilette der Stadt am Ledenhof.

Auch das rätselhafte Tor am Parkhaus des Marienhospitals gehört zu der Rundfahrt: Es diente einst als Tor für die sich außerhalb des Wohngrundstückes der Familie Hoberg befindliche Gartenanlage. Am Gartentor sieht man noch den Ritterhelm über Bäumen, der sich in aufwendigerer Form am Haus Hoberg in der Johannisstraße Nummer 92/ 93 wiederfindet. Im Laufe der Zeit wurde der Garten an der Bischofsstraße zu einem Baugebiet und das Tor um einige Meter versetzt. Nun steht es vor dem nüchternen Parkhaus und wird einer der Punkte sein, die Wüppen anradeln wird.

Osnabrück wird oftmals als etwas biedere, sehr normale Stadt empfunden. Mit meiner Tour will ich zeigen, dass das zum einen nicht so ist. Darüber hinaus will ich die Menschen dazu animieren, selbst originelle Dinge aufzustellen oder zu installieren, die aufmerksame Passanten stutzen lassen.″

So wie die Wandbemalung an einem Gebäude Ecke Schnatgang/ Lange Straße: Statt grauer Fassade sieht man hier bunte Pusteblumen. Auch die Neugestaltung des Hauses an der Ecke von Wiesenbachstraße und Heinrichstraße passt perfekt in die Tour: Weil die Hauswand oftmals durch illegale Sprayer beschmiert wurde, haben die Besitzer sich Profis geholt und das Haus willentlich besprühen lassen.

Derartige Straßenkunst hat es Heinz Wüppen besonders angetan: Wenn normale Dinge verschönert werden, ist es einfach toll.″ Passend dazu hat er selbst ein kleines Rätsel entworfen: Ein auf den Bürgersteig gemaltes Puzzleteil findet seine Erwiderung an der Fassade des Hauses, in dem er wohnt.

Ebenfalls auf der Route sind etwas versteckt gelegene Kunstwerke wie beispielsweise Nicolas Dings′ Der Lügner″ an der Ecke von Natruper-Tor-Wall und Natruper Straße.

Bis die Tour startet, will sich der Pensionär noch gründlich auf die einzelnen Punkte vorbereiten, sagt er, damit er die Mitfahrer über die Hintergründe der Kuriositäten aufklären kann. Beispielsweise darüber, warum bei der Kneipe Countdown″ in der Lohstraße eine nackte Figur den Sims erklettert, auf dem Dutzende Frauenschuhe stehen: Der Wirt mag es, sich künstlerisch zu betätigen. Die Figur ist eine ausgemusterte Schaufensterpuppe von L& T, die Schuhe hat er nach und nach von seinen weiblichen Gästen bekommen.″

Doch das Erklären der rätselhaften Dinge fordert Zeit, hat Wüppen erkannt: Ursprünglich hatte ich 54 Sehenswürdigkeiten, die ich in der Stadt anfahren wollte. Bei einer Testfahrt mit Freunden habe ich aber gemerkt, dass wir in drei Stunden nicht einmal die Hälfte geschafft haben.″ Nun muss er entscheiden, welche Orte einen Besuch verdienen und welche vielleicht beim nächsten Mal dran sind.

Leicht wird es ihm nicht fallen, aber vielleicht biete ich mehrere Touren an. Denn auch außerhalb der Innenstadt gibt es Dinge, die einfach so seltsam sind, dass sich eine Stippvisite lohnt.″ Was er damit meint? Beispielsweise die an Hinkelsteine erinnernden Felsbrocken auf dem Westerberg.

Die ADFC-Radtour Ungewöhnliche Orte in Osnabrück Skulptur und Skurril, Kunst und Kitsch″ geht über zehn Kilometer und dauert aufgrund mehrerer kurzer Stopps etwa drei Stunden. Los geht es an diesem Freitag um 16 Uhr sowie an diesem Sonntag um 10.30 Uhr auf dem VG-Platz an der Großen Gildewart. Anmeldungen per E-Mail an die Adresse osnaradeln@ gmail.com.

Bildtexte:
Heinz Wüppen vor dem seiner Funktion beraubten Tor am MHO-Parkhaus.
Puzzleteile.
Der Lügner″.
Mecki″.
Bunt statt grau.
Kneipenkunst.
Alte Außentoilette.

Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Corinna Berghahn


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