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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Zahl der Drogentoten bleibt auf hohem Niveau
Zwischenüberschrift:
In den vergangenen zwölf Monaten starben in Osnabrück 17 Menschen an Überdosis oder Langzeitfolgen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück 17 Menschen sind in und um Osnabrück in den vergangenen zwölf Monaten an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Am Montag wird ihrer gedacht um 17 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Gertrudenkirche.

Seit 1993 führt das Osnabrücker Drogenhilfenetzwerk Buch über diejenigen, die durch eine Überdosis oder an den Langzeitfolgen ihres Konsums ums Leben kommen, sagt Diakonie-Sozialarbeiter Norman Zipplies und zwar nicht pro Kalenderjahr, sondern stets im Zeitraum zwischen dem 21. Juli des einen und dem 20. Juli des Folgejahres. Der Grund: Der 21. Juli ist der internationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige.

In den vergangenen 25 Jahren sind 188 Menschen ums Leben gekommen″, nennt Zipplies die Zahl für Osnabrück und Umgebung. Registriert werden dabei diejenigen, die im Netzwerk namentlich bekannt sind. Im Langzeitschnitt seien es pro Jahr immer rund zehn Männer und Frauen gewesen. Doch in jüngster Zeit habe sich die Zahl auf einem höheren Niveau eingependelt: In diesem Jahr waren es insgesamt 17 Drogentote, im Vorjahr waren es 19.

Die Gedenkfeier findet in diesem Jahr einen Tag nach dem eigentlichen Gedenktag statt: Am Montag, 22. Juli, um 17 Uhr. Auf den Gottesdienst folgt eine Andacht am Gedenkstein hinter der Kirche, ab 18 Uhr singen der Abseits-Chor und der Singer-Songwriter Timo.

Die Todesursachen der 17 Verstorbenen in diesem Jahr, die das Hilfenetzwerk teils direkt, teils aus Gerüchten erfahren hat, seien in vielen Fällen nicht die klassische Überdosis gewesen, sondern die Langzeitfolgen einer Drogenkrankheit: Organversagen, Hirnschlag, teilweise auch Suizid. Auch in der Beratung seien derzeit viele Langzeitklienten und die seien im Schnitt älter geworden. Die Verstorbenen der vergangenen zwölf Monate waren zwischen 29 und 61 Jahren alt.

Zipplies koordiniert in Osnabrück die psychosoziale Begleitbetreuung für Drogenabhängige, die mithilfe von Substitutionsmitteln wie Methadon versuchen, von harten Drogen wegzukommen. Viele fühlten sich stigmatisiert, gibt der Sozialarbeiter zu bedenken. Viele haben von sich selbst die Meinung, dass sie für nichts zu gebrauchen seien.″ Der Gedenktag sei eine Gelegenheit, solche gesellschaftlichen Probleme öffentlich zu thematisieren.
Autor:
Sandra Dorn


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