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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lichtblick in der Neumarkt-Tristesse
Zwischenüberschrift:
Sebastian Rolf hat den Zaun der Hotel-Baustelle zu einem Kunstwerk gemacht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Viele Osnabrücker ärgern sich zurzeit über das Chaos am Neumarkt. Doch dank Sebastian Rolf ist der zentrale Platz in der Innenstadt nun zumindest ein bisschen farbenfroher. Seit Anfang Juli arbeitet der Ibbenbürener am Bauzaun der Zauberwürfel-Baustelle und lässt dort ein meterlanges Kunstwerk entstehen.

Statt der braunen Sperrholzplatten, die das schwere Gerät für den Hotelbau verstecken, sehen Fußgänger nun die Skyline und einige Wahrzeichen der Hasestadt. Zu sehen sind unter anderem der Dom oder auch der Türgriff des Rathauses.

Rolf verdient sein Geld normalerweise mit Auftragsarbeiten. Vom grauen Garagentor bis zum langweiligen Kinderzimmer wird von ihm alles auf Wunsch farbenfroh gestaltet. Die Zaunfläche am Neumarkt dagegen hat er selbst entdeckt und bei der Baufirma Wittfeld nachgefragt, ob er hier malen″ dürfe. Seine Idee kam so gut an, dass das Wallenhorster Unternehmen sogar die Materialkosten für den Profi-Sprayer übernommen hat.

Das Wichtigste bei der Motivwahl war für Rolf, dass die Osnabrücker damit etwas anfangen können″: Meine Bilder sollen nicht im Museum hinter Glas sein, sondern ich möchte die da haben, wo die Menschen leben. Da soll auch mal ein Fahrrad drangelehnt werden.″

Mit dem Sprayen begonnen hat er schon im Alter von 17 Jahren, damals auch an Wänden, deren Eigentümer nicht damit einverstanden waren. Aber ich bin relativ schnell erwischt worden und habe es dann auch wieder sein lassen″, sagt er und schmunzelt. Heute nutzt er daher auch keinen kryptischen Sprayer-Namen mehr, sondern seinen Nachnamen als Statement, sagt Rolf.

Die meisten seiner Graffiti fallen in die Kategorie Auftragsarbeit, gekennzeichnet mit dem Firmennamen Bunte Wände″. Seit er sich vor fünf Jahren selbstständig gemacht hat, reist Rolf durch die Republik. Auf seiner Internetseite findet man ein Potpourri verschiedener Einsatzorte und Kunstwerke: von lebensgroßen Avatar-Figuren, die einem aus Kindergeburtstagsräumen entgegenzuspringen scheinen, hin zu Trafostationen, in die man meint, hineinsehen zu können. Sogar in einem Seniorenheim war er und hat zusammen mit den Bewohnern eine Hauswand neu gestaltet.

Dass die Wünsche seiner Kunden oft nicht seinen eigenen Interessen entsprechen, findet Rolf gut: Man kann aus jedem Bild wieder etwas mitnehmen, und es macht auch Spaß, sich in Dinge hineinzuarbeiten, die man noch nicht so gut kann.″ Er selbst verwirklicht sich in seiner Freizeit meist an öffentlichen Flächen, die legal besprüht werden dürfen. Besonders angetan hat es ihm dreidimensionale und fotorealistische Kunst. Inspiration holt sich Rolf unter anderem von den Sprayern Daim″ und Tasso″, die zu den besten auf ihrem Gebiet zählen.

Doch Rolf war nicht immer professioneller Graffiti-Künstler. Davor habe ich etwas Vernünftiges gelernt und meine Ausbildung zum Lehrer gemacht.″ Zwei Jahre lang hat er in den Fächern Geschichte und katholische Theologie gelehrt, ist aber nie von seiner Leidenschaft weggekommen. Mit seinen Schülern hat Rolf damals schon die Schule bunt gemacht″, erzählt er. Mit der Entscheidung, sein Hobby zum Beruf zu machen, ist der Künstler heute nach wie vor glücklich.

Bildtexet:
Auf dem Bauzaun hat der Sprayer unter anderem Osnabrücker Sehenswürdigkeiten als Motive verarbeitet.
Von Hause aus eigentlich Religionslehrer: Sebastian Rolf hat das Sprayen zum Beruf gemacht.
Fotos:
Finja Jaquet
Autor:
Finja Jaquet


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