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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrück stellt neue Blitzer auf
 
Neue Blitzer finanzieren sich selbst
Zwischenüberschrift:
Erste Anlage ist ausgetauscht, weitere sollen folgen / Anhänger wird angeschafft
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück An der Iburger Straße werden Autofahrer von einem neuem Blitzgerät begrüßt. Die schwarze Säule kontrolliert die Geschwindigkeit mit moderner Lasertechnik. Es ist der erste von mehreren Blitzern, die in den kommenden Wochen in Osnabrück ausgetauscht werden. Die alten stationären und mobilen Radarfallen sind in die Jahre gekommen. Die Stadt muss sie austauschen, weil die Lieferfirma ihre Serviceleistungen einstellt und die Geräte nicht mehr geeicht werden können. Die neuen Geräte sind ferngesteuert. Verwaltungsmitarbeiter können von ihrem Büro aus die Anlagen lenken und Daten abrufen. Die Blitz-Erneuerung kostet nach Angaben der Stadt 740 000 Euro. Wenn die Autofahrer weiter so rasen wie bisher, macht sich Investition schon in einem Jahr bezahlt.

Osnabrück Die Stadt Osnabrück will oder besser gesagt: muss ihre Blitzer modernisieren. Da der Hersteller der alten Anlagen seine Serviceleistungen wie Wartung, Eichung und Reparatur vor rund eineinhalb Jahren eingestellt hat, muss die Verwaltung tätig werden und die drei stationären Verkehrsüberwachungsanlagen an Iburger Straße, Hansastraße und Bramscher Straße austauschen. Die Starenkästen weichen laut Stadtsprecher Gerd Meyering schwarzen Messsäulen mit neuer Technik.

An der Iburger Straße steht bereits eine der neuen Säulen, deren Technik laserbasiert ist. Es handelt sich um Messsysteme mit berührungsloser Sensorik. Die Kontrolle der Geschwindigkeit erfolgt auf Basis einer Laserpuls-Laufzeitmessung, oder im sperrigen, englischsprachigen Fachjargon: Lidar Light Detection and Ranging″. Diese Laser-Stationen brauchen keine Sensorschleifen im Straßenbelag mehr, was die Kosten für Wartung und Reparatur senkt. Sie können imPrinzip den Verkehr in beiden Fahrtrichtungen überwachen und, der wichtigste Vorteil, sie sind ferngesteuert. Mitarbeiter der Verwaltung können von ihrem Schreibtisch aus die Anlage steuern und die Daten auslesen.

Wann die Blitzer an Hansastraße und Bramscher Straße ausgetauscht werden, steht derzeit noch nicht fest. Da die Standorte leicht verändert werden sollen, seien vorher noch kleinere Arbeiten notwendig, sagt Meyering. Diese würden derzeit koordiniert. Für die Umstellung der Blitzer sind Haushaltsmittel in Höhe von 740 000 Euro eingeplant.

Neben den drei stationären Anlagen betreibt die Stadt Osnabrück auch drei mobile Blitzer zu erkennen an den auffällig-unauffälligen Kombis am Straßenrand. Auch sie haben ihre Altersgrenze erreicht. Wartung, Eichung und Reparatur werden durch den Hersteller nur noch bis Ende 2020 garantiert. Von den drei Radarwagen mit alter Technik will die Verwaltung einen stilllegen und durch einen halb stationären ersetzen.

Diese bewegliche Messstation auch bekannt unter dem Begriff Blitzer-Anhänger″ ist im vergangenen Jahr drei Monate lang in Osnabrück getestet worden. Und das Fazit fiel positiv aus. An elf verschiedenen Standorten, unter anderem an der Hannoverschen Straße, der Pagenstecherstraße und am Kurt-Schumacher-Damm, stellte der Anhänger insgesamt 9920 Überschreitungen fest. Die Station ist in der Lage, ohne Unterbrechung 8 bis 14 Tage an einem Standort Geschwindigkeitsüberwachungen durchzuführen. Damit kann sie sehr effizient und flexibel eingesetzt werden″, sagt Meyering.

In der dreimonatigen Testphase habe die Messtechnik einwandfrei funktioniert. Lediglich einmal sorgte sie für Aufsehen: Im April 2018 blitzte sie wegen eines Defekts auf dem Kurt-Schumacher-Damm alle stadteinwärts fahrenden Autos also auch jene, deren Fahrer sich völlig regelgerecht verhalten hatten. Die Daten wurden sofort gelöscht. Und auch Vandalen zog die Anlage an. Sie wurde laut Meyering mit Farbe besprüht und durch Schläge mit harten Gegenständen traktiert.

Auch der Landkreis Osnabrück will eine solche semistationäre Messanlage anschaffen. Laut Sprecher Burkhard Riepenhoff sind die dafür notwendigen Ausschreibungsverfahren inzwischen gestartet. Auch im Landkreis wurde der Blitzer-Anhänger erst einmal getestet und für gut befunden. Von April bis Juni 2018 stand er an unterschiedlichen Orten im nördlichen und südlichen Kreisgebiet. In diesem Zeitraum wurden etwa 4000 Fahrzeuge erfasst, deren Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten.

Im Prinzip finanzieren die Raser die Überwachungssysteme in Osnabrück übrigens selbst. Die Stadt nimmt pro Jahr im Schnitt zwischen einer und anderthalb Millionen Euro durch die Tempokontrollen ein. Für das Jahr 2019 zum Beispiel sieht der Haushaltsplan unter Verkehrsüberwachung″ einen Überschuss von 947 000 Euro vor.

Bildtexte:
So sehen die neuen Blitzeranlagen aus, auf die die Stadt Osnabrück derzeit umstellt. An der Iburger Straße stadteinwärts, kurz nach dem Autobahnkreuz Nahne, ist bereits eine installiert worden.
Die alten Starenkästen″ haben bald ausgedient.
Getestet und für gut befunden.
Fotos:
Michael Gründel, Ralf Reinecke
Autor:
Nadine Sieker


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