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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
. . . und der rote Lippenstift blieb
Zwischenüberschrift:
Jugenderinnerungen an das Kino „Astoria″ – Altes Foto vom Kaufhaus Strickling
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Ja, ja, die guten alten Zeiten! An das traditionsreiche Osnabrücker Kino Astoria″ an der Ecke Möserstraße/ Georgstraße erinnerten sich viele OS-Nachbarn. Ach ja, das, Astoria, da habe ich 1969 mit meiner heutigen Frau den Film Easy Rider′ gesehen. War noch ein Kino mit verschiedenen Sitzkategorien (Parkett, Sperrsitz etc.). Schöne Erinnerung″, schrieb etwa Ernst Siebrecht.
Eine besondere Beziehung zu dem Kino hat Manfred K.: Im , Astoria′ habe ich 1957 als 17-jähriger Bursche etwa ein Jahr lang als Umroller gearbeitet. Ein abendfüllender Film bestand damals aus mehreren Rollen, die nacheinander über zwei Projektoren abgespielt wurden. Jede Rolle musste immer wieder per Hand zurückgespult werden. Für die eigentliche Vorführung war ein wegen der Brandgefahr amtlich geprüfter Filmvorführer zuständig.[. . .] Täglich gab es vier Vorstellungen: 13, 15, 17, 20 Uhr.Freitag und Samstag kamen noch um 22 Uhr Spätvorstellungen, am Sonntag um 11Uhr eine Matinee dazu. Kassenknüller, die wochenlang (viermal täglich!) liefen, waren die , Immenhof′ - Folgen und, Verdammt in alle Ewigkeit′.
An diesen Filmklassiker kann sich auch Karen Marin erinnern: Ein Samstag Endeder sittenstrengen 50er-Jahre. Verboten jung standen das Käthchen und ich im Foyer des Astoria-Kinos. Mein älterer Bruder kam hereingeplatzt, kehrte mal wieder die Vaterrolle raus: , Wisch dir sofort deine rot bemalten Lippen ab!′ – , Nö! Das hast du mir nicht zu sagen!′ – , Dann sag ich das Mutti!′ – , Sag doch, sag doch!′ – Und, schwupp, mischten das Käthchen und ich uns unter das Publikum, tauchten ein in den Film , Verdammt in alle Ewigkeit′ mit den Filmgrößen Burt Lancaster und Deborah Kerr und Montgomery Clift sowie , Fazzo′, dem Bösewicht. Unvergessen, dieser Film. Seltsam, als ich das Foto sah, war es so, als sei es gestern gewesen. Ach ja . . . Übrigens: Mein Bruder hat dichtgehalten.″
Ebenso persönlich sind die Erinnerungen von Wolfgang Langemann aus Hagen-Gellenbeck: Als ich das Foto sah, fielen mir meine vielen Kinobesuche mit Freunden wieder ein. Aber nicht nur Kinobesuche sind mir in Erinnerung geblieben. In den 60er-Jahren fanden im Astoria-Kino auch die Lossprechungsfeiern der Industrie-und Handelskammer statt. So wurde ich auch nach meiner kaufmännischen Lehredort losgesprochen. Der Vertreter der IHK sagte damals, wir müssten uns alle noch aufgewaltige berufliche Veränderungen einstellen; jeder müsse wohl seinen Beruf noch einmal wechseln. Wir haben damals als junge Angestellte gelächelt, hatten wir doch gerade die Kaufmannsgehilfenprüfung in der Tasche. Ja, und so kam es: Ich habe noch Theologie studiert und bin jetzt Pastor.″
Auch das Astoria″ selbst erlebte große Veränderungen. Eröffnet worden war der Palast der Träume″ am 24.Oktober 1953 mit 950 Plätzen und einer großen Bühne vor der Kinoleinwand; oft war der riesige Saal ausverkauft. Doch in den 1970er-Jahrenkam es zur Kinokrise, von der auch das Astoria″ nicht verschont blieb. Am 1. Februar 1979 lief mit Der Duellist″ der letzte Film in dem ehrwürdigen Filmpalast. Im März 1980 wurde das alte Gebäude abgerissen; zwei Jahre später öffnete an gleicher Stelle der heutige Büro- und Ladenkomplex. Darin: das neue Astoria″ mit insgesamt 513 Plätzen in fünf kleinen Sälen. 15 Jahre hielt sich dieses Kino, bevor hier am 25.Juni 1997 der letzte Film lief.
Auch das Geschäft auf unserem aktuellen unbekannten Foto ist seit 2002 Geschichte: das Kaufhaus Strickling in Bad Rothenfelde. Was wissen Sie über das einstige Kaufhaus oder das Gebäude, in dem bis 1974 ein Kinderheim untergebracht war? Schreiben Sie Ihre Geschichten in der Internetgemeinschaft OS-Nachbarn.de!

Bildtexte:
Das alte Astoria-Kino weckteviele Erinnerungen.
Das Kaufhaus Strickling an der Salinenstraße in Bad Rothenfelde, aufgenommen 1989. Erinnern Sie sich?
Fotos:
Archiv
Autor:
cbi


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