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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neumarkt-Pläne komplett auf den Prüfstand stellen
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Der Neumarkt-Umbau bekommt Risse″ (Ausgabe vom 22. Juni) und Neumarkt-Umbau wird verschoben″ (Ausgabe vom 26. Juni).

Da wundert man sich doch arg. Es werden auf der Vehrter Landstraße, Höhe Eishalle, Proben des (rosa) Betons eingebracht, um zu testen. Jetzt gibt es Risse am Rosenplatz. Wenn ich überlege, die Betonplatten an der Vehrter Landstraße von der Haster Mühle bis zur Kreuzung Haster Weg (Panzerstraße) lagen bereits vor meiner Geburt (1952) dort, und haben keine Risse. Gab es damals , besseren′ Beton, oder wird heute nur noch gepfuscht?

Ernst Siebrecht
Bramsche

Eine in Grautönen gestufte Ortbetondecke mag dem Gewinner des Architektenwettbewerbes, dem Planungsbüro , Lützow 7, Berlin′, dessen Teilhaberin gleichzeitig an der Hochschule Haste im Bereich Landschaftsarchitektur lehrt, als die Ausgeburt von Ästhetik aus Sicht eines Landschaftsarchitekten entsprechen für einen , Platz mit hoher Aufenthaltsqualität′ ist Beton eine Katastrophe!

Wie unzumutbar eine zubetonierte Fläche ist, zeigt sich am rosa Beton des Rosenplatzes Rosen oder anderes prägendes Grün ist dort übrigens nicht zu erkennen auch keine Leute, die sich dort gemütlich niederlassen, um dem vorbeirauschenden Autoverkehr zuzuschauen. Und nun am Neumarkt: Nicht nur ästhetische Gründe sprechen gegen eine Betonfläche, sondern auch ökologische, stadtklimatechnische und eben auch der Wunsch nach echter Aufenthaltsqualität: Bäume spenden Schatten, grüne Flächen sorgen tagsüber durch Verdunstungskälte für angenehme Lufttemperaturen und filtern Feinstaub heraus. Gegenüber Beton, Teerstraßen und Gebäuden, die tagsüber gespeicherte Wärme nachts wieder abgeben, sorgen Grünflächen auch nachts für erholsame Innenstadttemperaturen für die nächtliche Erholungsphase gerade der Innenstadtbewohner essenziell.

Die Bedeutung von innerstädtischem Grün als Lebensraum und Futterquelle für Vögel oder auch für den Insektenschutz (Bienen) oder generell für den Artenschutz sei hier nur angerissen.

Die aktuelle Entwicklung um den Center-Investor könnte die Osnabrücker Stadtpolitik als Chance eines völlig neuen Ansatzes für den gesamten Neumarkt nutzen. Dabei könnten Aspekte des Stadtklimas und einer Einschränkung von Autoverkehr zugunsten von Fußgängern und Radverkehr einer Besserung der Luftqualität und die Aufwertung der Innenstadt als lebenswerter Wohnort den neuen Rahmen bilden.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Sommers 2018 [...] bekommen die an die Stadt gerichteten , Fridays-for-Future′-Forderungen besonderen Nachdruck. Auch gemeinsame Projekte von Stadtverwaltung und Hochschule zur Klimaresilienz (zum Beispiel Grüne-Finger-Projekt, Dach- und Fassadenbegrünungen, Kritik an privaten Steinwüstengärten, generelle Rücknahme von Versiegelung für bessere lokale Starkregenversickerung) sowie die Beschlüsse des Stadtrates, alle Bauvorhaben auch unter stadtklimarelevanten Aspekten zu steuern, könnten nun in die Praxis von Städtebau und Verkehrsplanung einfließen. [...] Ja, das ist komplex und erfordert deshalb interdisziplinäre Verknüpfungen und, nicht nur unter Partizipationsgesichtspunkten, immer auch die Einbeziehung der Fachkompetenz von Bürgern und Experten unserer Forschungseinrichtungen.

Daher erscheint mir wie im Artikel angedeutet eine Neuausschreibung der Neumarktgestaltung als sehr vernünftig, dann aber mit festgelegten, ganz präzisen wohlüberlegten Rahmenbedingungen, die auch die oben genannten Ziele und die auf der Zukunftskonferenz Osnabrück 2030 jüngst erarbeitete strategische Ausrichtung der Stadt umsetzen. […]″

Dr. sc. agr. Wolfgang Schaefer
Osnabrück

Der Neumarkt entwickelt sich zum BER! Warum nicht Fakten schaffen und dort bezahlbare Mietwohnungen bauen, eine Allee mit Bäumen in der Mitte, Blumenwiesen drum herum für die Bienen anstatt scheußlichen Beton. Das würde auch dem Klima in der Innenstadt erheblich helfen! Nicht mehr reden, einfach mal machen! Wo ist der Enthusiasmus von früher geblieben?

Marion Naber
Osnabrück

Hausfassaden mit nackter Betonoberfläche haben oft den architektonischen Charme von [...] Bunkern, betonierte Plätze den von Flughafen-Rollfeldern. Mit einem zubetonierten Neumarkt, wie es dem Wettbewerbsgewinner zur künftigen Neumarkt-Gestaltung, dem Architekturbüro Lützow 7, offenbar vorschwebt, eine bessere , Aufenthaltsqualität′ für Einkäufer und Flaneure schaffen zu wollen, grenzt deshalb an Zynismus.

Die geplante Aufhübschung der tristen Betonoberfläche durch eine , grau gestreifte′ Struktur erscheint da schon fast wie Realsatire und erinnert an einen Sketch von Loriot, in welchem er nach seiner Lieblingsfarbe gefragt Grau in allen möglichen Nuancierungen (, Mausgrau, äh eher Taubengrau…′) benennt. Im Grunde läuft es auf eine gestalterische Bankrotterklärung hinaus!

Wie der Architekt Wehberg laut , NOZ′ ja auch zugibt, wurde eine Betonoberfläche ausschließlich aus funktionalen Gründen nämlich bessere Haltbarkeit für die Befahrung von täglich rund 2000 Bussen des regionalen und lokalen ÖPNV gewählt.

Die Funktion eines ZOB und eben nicht die eines zentralen städtischen Platzes steht somit offensichtlich im Vordergrund der bisherigen Planungen. Von daher ist es an der Zeit, die Planungen für den Neumarkt noch einmal komplett auf den Prüfstand zu stellen [...].

Dazu gehört auch die angesichts apodiktischer Postulate der Stadtwerke Osnabrück, dass nur der Neumarkt als Standort für den ZOB infrage komme schon fast mutige Frage, ob nicht doch eine Verlegung des ZOB in unmittelbare Nachbarschaft [...] möglich ist. [...] Für die Zeit des geplanten Umbaus haben die Stadtwerke [...] ja auch eine ähnliche Interimslösung vorgesehen [...]. Somit scheint eine derartige Lösung grundsätzlich möglich zu sein. [...]″

Reimer Thiessen
Belm
Autor:
Ernst Siebrecht, Dr. sc. agr. Wolfgang Schaefer, Marion Naber, Reimer Thiessen


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