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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Landwirtschaft der Zukunft
 
Nachhaltigkeit ein Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit?
 
Nicht so weitermachen wie bisher
 
Wie funktioniert grundwasserschutzorientierter Ackerbau?
 
Projekt Amaspot
Zwischenüberschrift:
Ist die Landwirtschaft mit Umwelt-, Klima- und Artenschutz vereinbar? Alles hängt zusammenhängt
 
Interview mit Filiz Polat (Die Grünen)
 
Interview mit André Berghegger (CDU)
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Strukturwandel, Digitalisierung, moralische Verpflichtungen: Landwirte versuchen ihren Weg zu finden. Bei der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie Landwirtschaft mit Umwelt-, Klima- und Artenschutz vereinbar ist, stellt sich zwangsläufig eine andere: Ist nur die ökologische Landwirtschaft in Zukunft akzeptabel?

Man hört von der sinkenden Zahl an Bauernhöfen, liest über das schwindende Vertrauen der Verbraucher in die Produktionsmethoden der konventionellen Landwirtschaft und kennt die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen für landwirtschaftliche Betriebe aufgrund zu niedriger Erzeugerpreise in den Läden.

Daher steckt die Landwirtschaft in mehreren Krisen: ökonomische Krise, Akzeptanzkrise, Umweltkrise, Klimakrise, Artenkrise usw. Man hat den Eindruck, dass eine Krise auf die nächste folgt. Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus?

In der Bevölkerung hat das Umdenken längst begonnen: Immer mehr Menschen ernähren sich mit biologisch angebauten Produkten, essen vegetarisch oder sogar vegan.

Wenn wir aber so weitermachen wie bisher, wird sich nichts ändern, oder? Statt alle Krisen getrennt zu betrachten, sollten wir uns klarmachen: Am Ende sind sie alle Teil eines einzigen großen Problems. Ökologische Kreisläufe sind in Gefahr, die meisten bedingen einander. Wasserkreislauf, Nährstoffkreislauf, Kohlenstoffkreislauf, Stickstoffkreislauf usw. Wer anfängt zu handeln, hilft bei der Lösung.

Aber wie soll die Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Um eine standortangepasste Bewirtschaftung zu erreichen, muss nach der gesetzlich geregelten guten landwirtschaftlichen Praxis″ nicht nur der Tier- und Umweltschutz eingehalten werden. Der ökologische Landbau verzichtet zudem auf Mineraldünger und chemisch-synthetische Pestizide und orientiert sich durch geschlossenen Stoffkreisläufe an den natürlichen Kreisläufen. Aber kann Biolandbau die Menschheit ernähren? Ist es möglich, die komplette Landwirtschaft weltweit auf Öko-Anbau umzustellen? Ja, errechnen Forscher des schweizerischen Research Institute of Organic Agriculture (FiBL). Dafür müssten wir allerdings unsere Ernährung umstellen. So müssten die Menschen zum Beispiel weniger Fleisch essen und weniger Lebensmittel verschwenden. Daher gilt diese Möglichkeit als Utopie. Professor Verreet von der Universität Kiel hält eine hundertprozentige Umstellung auf biologische Landwirtschaft unter heutigen Bedingungen langfristig für nicht möglich.

Er geht davon aus, dass die Weltbevölkerung bis 2050 stark wachsen wird und die Landwirtschaft dann ungefähr fünfzig Prozent mehr Erträge bringen muss. Deshalb sei anzunehmen, dass schon unter konventionellen Bedingungen Anbauflächen stark ausgeweitet werden müssen. Unter ökologischen Bedingungen wäre dieser Effekt sogar noch stärker, weil die Erträge beim Biolandbau niedriger sind.

Bilstext:
Was muss die Landwirtschaft leisten, und wie nachhaltig muss sie dabei agieren?
Foto:
BBS Haste

Osnabrück Vorurteile gegen konventionelle Betriebe sind nicht ihre Sache, umweltschonende Bewirtschaftung und artgerechte Tierhaltung schon. Filiz Polat, Grünen-Politikerin und Mitglied des Deutschen Bundestages, plädiert für konsequente ökologische Standards, ohne die Existenz der Bauern und ihrer Familien zu gefährden. Wir können das durchaus beeinflussen, weil in Brüssel 50 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, wir das stärkste Agrarland sind und wir uns für einen sinnvollen Einsatz der Agrarfördermittel einsetzen müssen.″

Wie stehen Sie zur konventionellen und ökologischen Landwirtschaft um die künftige Ausrichtung der Erzeugung von Lebensmitteln? Die Landwirtschaft muss eine Wende hinlegen, um in Zukunft klimafreundlicher und ökologisch vertretbar wirtschaften zu können.

Hierzu müssen sich jedoch nicht nur die Hofstrukturen, sondern auch das Kaufverhalten der Bürger* innen, die Bürokratie für kleine und mittelständische Betriebe sowie staatliche Anreize und Förderungen ändern. Auch die regionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten und eine stärkere Unabhängigkeit von großen Lebensmittelketten sind hierbei von Bedeutung. Um diesen Zielen in den nächsten Jahren näher zu kommen, sind Subventionen und gezielte finanzielle Anreize für kleine und mittelständische Betriebe notwendig.

Welche gravierenden Defizite der Landwirtschaft sehen Sie? Die Landwirtschaft hat sich zu einem modernen, effizienten Hochleistungssystem entwickelt. Aber die Intensivierung der Produktion hat negative Folgen für Böden, Gewässer und die Artenvielfalt. Hinzu kommen die globalen Probleme wie Klimawandel, die wir durch unsere Produktion auslösen. Wir haben zu viel Nitrat in Flüssen, Seen und im Grundwasser, wir haben zu wenig Rückzugsräume für Tiere, und in der Tierhaltung werden die Tiere an die Haltung angepasst statt umgekehrt.

Brauchen wir konkrete Vorgaben? Vorgaben nicht, aber ich fände es hilfreich, wenn die Politik mal beschreiben würde, wie die Agrarstruktur in Zukunft aussehen soll. Wie wenig Bauern wollen wir uns leisten? Wie viele Tiere verträgt unser Land? Und daraus könnte sich dann eine Debatte über die richtigen Maßnahmen entwickeln. Daher bleiben Förderungen ein wichtiges Handlungsinstrument. So ist z. B. die Förderung von neuen Techniken wie sensorgesteuertem Pflanzenschutz oder neuer Züchtungsmethoden auszubauen, um nachhaltiger zu wirtschaften. Allerdings immer so, dass sie auch für kleine und mittelständische Betriebe finanziell attraktiv sind.

Bildtext:
Filiz Polat
Foto:
BBS Haste

Osnabrück André Berghegger (CDU) stellte sich am Donnerstag, dem 28. Februar 2019, in einem Interview den durchaus kritischen Fragen von Schülerinnen und Schülern der FOS12.

MdB André Berghegger erhofft sich einen Wissens- und Vernetzungsschub zur Digitalisierung der Landwirtschaft durch den Ausbau des Glasfasernetzes im Osnabrücker Land. Der ländliche Raum soll nicht hinter urbanen Räumen anstehen. Digitalisierung ist mehr als 5G″, sagte der Bundestagsabgeordnete. Dennoch brauche es zweifellos schnelles und schnellstes Internet″ für die Anbindung aller Haushalte im ländlichen Raum und für die Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft. Für Berghegger ist die Digitalisierung der Hebel, um notwendige Kostenersparnisse für die Landwirtschaft zu erreichen und den Ressourcenschutz zu verbessern.

Herr Berghegger erörterte, dass die Landwirtschaft schon lange ein bedeutender Wirtschaftszweig in Niedersachsen ist. Um die natürlichen Grundlagen, die wir zum Leben brauchen, noch lange nutzen zu können, ist eine nachhaltige Landbewirtschaftung essenziell für die Sicherung der Ernährung zukünftiger Generationen. Dann verriet der promovierte Jurist, dass die Landwirtschaft in Berlin nicht sein Kerngeschäft sei, er aber trotzdem aufgeschlossen und interessiert für die Belange sei. Im Gespräch wurde deutlich, dass die Hauptbelastungen für Boden und Wasser insbesondere auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln zurückzuführen sind und ein der guten fachlichen Praxis entsprechender Umgang gewährleistet sein muss.

Diese Thematik sei womöglich mit dem Klimaschutz die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre, stellte der Bundestagsabgeordnete heraus und betonte zugleich die vorhandene Komplexität: Wir können auf keinen Fall so weitermachen wie bisher. In diesem Bereich sind aber sehr viele Zusammenhänge zu beachten. Deutschland hat dabei eine Vorbildfunktion, allerdings können wir es nicht alleine schaffen.

Nur auf diese Weise könne man die Problematik effektiv angehen. Auf die Frage, ob die industrialisierte, hochtechnisierte deutsche Landwirtschaft noch die richtige sei, führte der Politiker die Vielfältigkeit der deutschen Landwirtschaft an.

Wichtig für die Agrarstruktur und die ländlichen Regionen ist es, flächendeckend landwirtschaftliche Betriebe zu haben. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die ländlichen Regionen attraktiv und lebenswert zu halten, weil Landwirtschaft auch Landschaftspflege ist. Man muss vor allem auch von der Landwirtschaft leben können, sonst wird es keine Hofnachfolger mehr geben.

Bildtext:
A. Berghegger
Foto:
BBS Haste

Osnabrück Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Agrarwirtschaft und der Fachoberschule Agrarwirtschaft der Berufsbildenden Schulen Haste des Landkreises Osnabrück informierten sich über die Ziele des Gewässerschutzes am Beispiel des Zwischenfruchtanbaus im landwirtschaftlichen Betrieb von Martin Kaumkötter am Aubach in Hilter-Allendorf.

Viele Grundwasserkörper in Niedersachsen befinden sich aufgrund von Nitratbelastungen, u. a. aus der Landwirtschaft, in einem schlechten Zustand. In Grundwassermessstellen dieser Grundwasserkörper wurden Nitratwerte oberhalb des in der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) festgelegten Grenzwertes von 50 mg Nitrat l-1 gemessen. In den betroffenen Regionen bietet das Land Niedersachsen seit 2010 spezielle Agrarumweltmaßnahmen zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung und eine Gewässerschutzberatung an. So auch in Hilter-Allendorf″, so stellten die Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Ingo Kalthoff und Tobias Klasen die Problematik vor.

Im Weiteren wurden anhand des landwirtschaftlichen Modellbetriebs von Martin Kaumkötter in Hilter-Allendorf die Ziele und Möglichkeiten des Zwischenfruchtanbaus im Gewässerschutz diskutiert.

Anschließend bonitierten die Schülerinnen und Schüler die Pflanzenbestände hinsichtlich der unterschiedlichen Zwischenfruchtpflanzenarten und Sortenmischungen in Abhängigkeit der Stickstoff-Düngestufe 0 kg, 30 kg und 60 kg N ha-1. Zudem wurden die Nmin-Bodenprobenahme mittels Pürkhauer sowie die Bodendichtemessung mittels Bodensonde von den Mitarbeitern der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer erläutert.

Die Erkenntnis, dass Grundwasser von guter Qualität eine endliche und gefährdete Ressource darstellt, ist gerade in jüngster Zeit vermehrt u. a. durch den Nitratbericht der EU in den Vordergrund gerückt. Ein wichtiger Schritt zum nachhaltigen Grundwasserschutz ist, das Bewusstsein aller Beteiligten für den Grundwasserschutz zu verstärken und den Grundwasserschutz im Alltag zu integrieren″, hoben die Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hervor.

Dazu liefern Feldversuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nicht nur Erkenntnisse, welche Maßnahmen zum Grundwasserschutz ergriffen werden können und was bei deren Umsetzung zu bedenken ist.

Bildtext:
Praxisnaher Grundwasserschutz.
Foto:
BBS Haste

Osnabrück In der heutigen Zeit ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sehr kritisch in Beurteilung. Die Firma Amazone verspricht sich, mit der Entwicklung von Amaspot einen Beitrag zum Schutz der Umwelt und zur nachhaltigen Landwirtschaft leisten zu können. Mit Amaspot hat die Firma Amazone ein neues Ausbringesystem für Feldspritzen entwickelt. Dieses System arbeitet mit Infrarot-Sensorik, welche innerhalb von Sekunden das Blattgrün der Pflanzen erkennt und vom Stoppelacker unterscheidet. Wird nun ein Unkraut erkannt, aktiviert sich die passende Düse und behandelt gezielt diese Pflanze. Die Technik ermöglicht es, eine punktuelle Behandlung der Unkräuter vorzunehmen.

Das System soll zur Behandlung auf dem Stoppelacker zum Einsatz kommen, was z. B. in der Direktsaat sehr nützlich sein kann. Mit Amaspot ist es möglich, punktuell oder wie gewohnt ganzflächig Pflanzenschutzmittel auszubringen. Dadurch, dass nur die Grünpflanzen behandelt werden, kann zum Teil deutlich weniger Spritzmittel verwendet werden (je nach Bewuchs).

Unseren Versuch konnten wir in Zusammenarbeit mit der Firma Amazone (Vertreter Stefan Kiefer) durchführen.

Die Amaspot-Spritze wurde zuvor bei dem Landwirt Burkard Fromme angeliefert. Herr Fromme stellte uns am 4. 10. 2018 eine 3 ha große Versuchsfläche zur Verfügung. Die Fläche war aufgrund des langen und trockenen Sommers mit relativ vielen, aber kleinen Pflanzen bewachsen. Vor Beginn des Versuches wurden von uns 5 Parzellen von je ca. 1 m2 für die spätere Auswertung abgesteckt.

In dem Versuch wurden zwei Einstellungen als Gegenüberstellung gefahren. Zuerst fuhren wir mit 150 mm und anschließend mit 50mm, das heißt, dass bei der Erkennung von Unkraut die Düse zuerst bei 150 mm vor und bei 150 mm nach dem erkannten Unkraut eingeschaltet bzw. ausgeschaltet wurde. Im zweiten Schritt wurde die Düse bei 50 mm vor und bei 50 mm nach dem erkannten Unkraut eingeschaltet bzw. ausgeschaltet. Weiterhin wurde eine Parzelle unbehandelt gelassen, um einen Vergleich sichtbar zu machen. Nach dem Versuch fiel auf, dass ein Teil des eigentlich benötigten Spritzmittelbedarfes eingespart werden konnte (ca.10%- 15%).

Das Projekt

An dem Projekt Umwelt macht Schule″ nehmen Schülerinnen und Schüler aus 30 weiterführenden Schulen und zehn Tageszeitungen in ganz Deutschland teil. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich unter pädagogischer Anleitung mit aktuellen Umweltthemen auseinander. Als Ergebnis des Projekts finden Sie die von den Schülerinnen und Schülern selbst recherchierten und verfassten Artikel in Ihrer regionalen Partnerzeitung. Umgesetzt wird das Projekt unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze durch das IZOP-Institut in Aachen.
Autor:
Patrick Schäfke, Philipp Fruchtmann, Merle Mix, Ulrike Abing, Luis Börger, Marleen Drexhage, Kai Groß, Maren Johannsmann, Lena Marie Thiesing, Laura Walczyk, Sabrina Leistner, Johanna Ortmeyer, Florian Meyer zu Dielingdorf


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