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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Info-Veranstaltungen sind reine Werbekampagnen
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Amprion geht auf Info-Tour″ (Ausgabe vom 12. Juni) und Amprion-Pläne erhitzen die Gemüter (Ausgabe vom 21. Juni).

Diese Informationsveranstaltungen, die Amprion speziell den betroffenen Anliegern anbietet, sind reine Werbekampagnen, die von Kommunikationswissenschaftlern erarbeitet wurden, um die Akzeptanz bei Anliegern zu steigern. Das Thema sollte nicht nur Anlieger, sondern alle Bürger interessieren. Es geht schließlich um umlegbare und im Sinne der Bürger möglichst vermeidbare Kosten und eine nach Meinung der meisten Wissenschaftler erforderliche dezentrale Energieversorgung zum Gelingen der Energiewende.

Daraus resultiert die mittlerweile weit verbreitete Forderung, alle geplanten Leitungen auf die aktuelle Notwendigkeit zu überprüfen. Dort, wo das geschehen ist, hat man festgestellt, dass der Leitungsausbau technisch überdimensioniert und nicht erforderlich ist.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass auf Informationsveranstaltungen Fragen nach der zukünftigen Auslastung der Leitungen nicht beantwortet werden, vielleicht auch nicht können, weil nicht klar ist oder bewusst verschwiegen werden soll, in welchem Ausmaß Strom aus Kohle- und Atomkraft durchfließen wird. Darum frage ich mal öffentlich: Zu wie viel Prozent werden die vorhandenen 220-kV-Leitungen ausgelastet, aufgeschlüsselt nach Atom- und Kohlekraft, durchschnittlicher Windkraft, und wie viel Prozent bleiben dann noch für die Absicherung bei extrem hohen Windverhältnissen? Das scheint ja wohl zurzeit auszureichen, wenn dann noch Atom- und Kohlestrom entfallen.

Eine schlüssige Erklärung, warum vorhandene Leitungen nicht ausreichen sollten, wenn relativ leicht regulierbare Windkraft- und Ersatzkraftwerke auf Gasbasis zusätzlich zur Kompensation installiert werden und man endlich die Speicherung fördern würde, fehlt, und die gibt es bei keiner Info- Veranstaltung.″

Gerd Hündorf
Bissendorf

Mein Gemüt erhitzt sich, wenn ich sehe, wie bereitwillig die angebliche Notwendigkeit der Übertragungsleitung( en) von Bürgern und Politik akzeptiert wird. Das EnLAG als Grundlage für den Netzausbau trat 2009 in Kraft. Ein Kohleausstieg wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht ernsthaft diskutiert, allerdings eine Laufzeitverlängerung der AKW beschlossen (nach Fuku-shima zurückgenommen) und die erste von vielen EEG-Reformen durchgewinkt, die zu einer Drosselung des Ausbaus der erneuerbaren Energien führten.

Heute verschleppt die Regierung den Kohleausstieg, die ersten Rufe nach einer Laufzeitverlängerung für AKW werden wieder laut, einen Ausbauplan für Ökostromanlagen, die nötigen Speicher und das Verteilnetz hat man trotz technischer Möglichkeiten immer noch nicht der Übertragungsnetzausbau allerdings wird weiter beschleunigt. Wer den Ausbauplan in seiner jetzigen Form grundsätzlich akzeptiert (es gibt Alternativen!), unterstützt also nicht den Klimaschutz, sondern subventioniert den Handel mit konventionellem Strom!

Sabine Driehaus
Bissendorf

Bildtext:
Die Notwendigkeit eines Ausbaus der Leitungskapazitäten stellen zwei Leser infrage.
Foto:
David Ebener
Autor:
Gerd Hündorf, Sabine Driehaus


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