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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Tod kam in derGefängniszelle
Zwischenüberschrift:
Eduard Kalka wurde Opfer der Nationalsozialisten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Weshalb musste Eduard Kalka sterben? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Im Mai 1940 lag er tot in einer Zelle die Ursache wurde nicht ermittelt. Daran war den Nationalsozialisten offensichtlich nicht gelegen. Sie hatten den Arbeiter ins Gefängnis gebracht. Jetzt erinnert ein Stolperstein an dieses Opfer der Hitler-Diktatur.

Mehrere seiner Enkel und Urenkel kamen zur Stolpersteinverlegung. Doch wissen sie nicht, weshalb Eduard Kalka in die Fänge der Nationalisten geraten ist. Wie in sovielen Familien wurde dieses schmerzhafte Geschehen nach dem Zweiten Weltkriegwahrscheinlich ausgeblendet zumindest nicht an die Kinder weitergegeben. Die Fragen bleiben, und die Antworten werden vermisst.
Eduard Kalka kam 1909 in Wanne-Eickel zur Welt. Er heiratete Berta Hopphan, mit der er drei Söhne hatte der älteste hieß ebenfalls Eduard, es folgten Bernhard und schließlich Manfred Kalka.
Die Familie lebte an der Bremer Straße 142, und Eduard Kalka arbeitete ganz in der Nähe, etwas bergab beiden Kupfer- und Drahtwerken (OKD). In einem Schreiben bestätigte sein Arbeitgeber, dass er im März 1940 aus dem Betrieb ausschied. Im selben Monat wurde er verhaftet und wieder freigelassen.
Im April verhafteten ihn die Nationalsozialisten erneut. Von da an befand er sich in Untersuchungshaft vermutlich hinter dem Landgericht am Kollegienwall. Der Vorwurf gegen ihn lautete zwar offiziell Spionage und Landesverrat. Doch Anschuldigungen wie diese waren oft wenig konkret und dientenauch als Vorwand, um Kritiker zu verhaften.

Zellen häufig überfüllt

Bekannt ist, dass die Zellen im Gefängnis am Kollegienwall damals regelmäßig überfüllt waren und viele Häftlinge auf dem kalten Betonboden schlafen mussten. Dass sie krank wurden, nahmen die Nationalsozialisten billigend in Kauf.
Im Fall von Eduard Kalka gibt es weder einen Hinweis auf eine Verhandlung oder ein Urteil, noch existiert ein Eintrag im Strafregister. Auch was mit ihm während der Haft geschah, bleibt im Dunkeln. Auf dem Totenschein steht lediglich, er sei tot aufgefunden″ worden.

Bildtexte:
Weshalb Eduard Kalka sterben musste, ist nicht bekannt. Bevor die Nationalsozialisten ihn 1940 verhafteten, lebte er mit seiner Familie an der Bremer Straße 142. Jetzt erinnert ein Stolperstein an ihn. Niemand weiß, was mit Eduard Kalka im Gefängnis geschah. Es gibt auch keinerlei Hinweis auf einen Prozess oder ein Urteil. Im Strafregister findet sich auch kein Eintrag.
Fotos:
Klaus Lindemann

Stolpersteine
Messingtafeln in den Gehwegen erinnern an Opfer des Nationalsozialismus jeweils vor den Wohn-oder Wirkungsstätten der Juden, Sinti, Deserteure, Menschen, die aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung verfolgt und ermordet wurden. Der Kölner Künstler Gunter Demnig ist Initiator des Projekts Stolpersteine, demsich bisher etwa 600 Kommunen angeschlossen haben: außer in Deutschlandweitere in Ländern wie Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, den Niederlanden und in der Ukraine. Schüler vom Berufsschulzentrum am Westerberg haen den Gedenkstein für Eduard Kalka verlegt: Pascal Aistermann, Simon Bartsch, Jannik Hollenborg, Maurice Hüpel, Sebastian Kemme und Francesco Russello. Patin dieses Stolpersteins ist die evangelisch-lutherische Timotheus-Gemeinde. Für künftige Verlegungen nimmt das Büro für Friedenskulturgern Hinweise von Zeitzeugen über das Schicksal von Opfern des NS-Regimes entgegen. Die Telefonnummer lautet 05 41/ 3 23 22 87.
Autor:
Jann Weber


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