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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Peter Pietschmann und der bedrohte Eisvogel
 
Ein Leben ohne Bienen? Unvorstellbar!
 
Tierpelz – Muss wirklich alles immer echt sein?
 
Wie werden die Tiere im Zoo gehalten?
 
Damit Kröten auf ihrer langen Wanderung überleben
Zwischenüberschrift:
Warum die seltene Art ihren Lebensraum an der Hase wieder verlassen hat
 
71 von 100 Pflanzenarten würden nicht mehr bestäubt werden
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Ein bunter Vogel fliegt schnell über die Wasseroberfläche der Hase Richtung Niströhre. Auf den ersten Blick sieht er so aus wie ein herkömmliches Rotkehlchen, doch für ein Rotkehlchen ist er eindeutig zu bunt. Es ist ein Eisvogel.

Im Jahr 1999 sichtete ein Schüler der Ursulaschule einen Eisvogel an der Hase, so berichtet der Lehrer und Ornithologe Peter Pietschmann. Diesem Schüler war nicht klar, dass es sich bei dem Vogel um einen seltenen Eisvogel handelte. Doch als der Schüler zu seinem Biologie-Lehrer Peter Pietschmann ging und ihm von diesem Ereignis berichtete, weiß Peter Pietschmann dank der ausführlichen Beschreibung sofort, dass es sich um einen Eisvogel handeln musste.

Da dieser Vogel einen Fisch im Schnabel trug, war klar: Der hat gefüttert!″, berichtet Peter Pietschmann. Wenig später fand Pietschmann die Niströhre des Eisvogels, welche ein altes Abflussrohr unter dem Parkplatz hinter der Herrenteichsbrücke war. Zu dieser Zeit war es eine Sensation, dass der Eisvogel mitten in der Stadt brütete″, erzählt der Biologie- und Chemielehrer Peter Pietschmann. Die Niströhre befand sich an der Hase am heutigen Haseuferweg, ein aus der Sicht des Eisvogels nicht optimaler Nistplatz.

Ein Eisvogel, der 2009 Vogel des Jahres war, benötigt nämlich drei Dinge: ein klares Fließgewässer mit vielen Fischen, eine Steilwand, um darin zu brüten, und einen Ansitz, da der Eisvogel nicht direkt aus der Luft in das Wasser hechtet. An der Hase sind immerhin zwei der drei Kriterien erfüllt. Es gibt fließendes, fischreiches Wasser und einen Ansitz für den Vogel.

Ab dem Zeitpunkt der Sichtung im Jahr 1999 startete eine kleine Erfolgsgeschichte″, so der Ornithologe. Von 1999 bis 2006 brütete der Eisvogel insgesamt zwölfmal erfolgreich in Osnabrück. Nach diesem Zeitpunkt war er bis heute verschwunden″, erzählt Peter Pietschmann etwas bedrückt. Peter Pietschmann erklärt das Verschwinden des Eisvogels damit, dass sein Jagdplatz jetzt zu überlaufen ist. Dort führt heute der besagte Haseuferweg entlang und zieht viele Menschen an.

Der Eivogel ist mit 4500 Brutpaaren eine von vielen bedrohten Vogelarten in Deutschland. Bedroht heißt im Fall der Vögel nicht nur, dass die absolute Zahl gering ist, sondern der Bestand drastisch abnimmt. Der Eisvogel wurde in den vergangenen Jahren gelegentlich an der Nette und im Osnabrücker Land gesehen.

Peter Pietschmann schließt eine Rückkehr des Eisvogels an die Hase in der Innenstadt nicht vollkommen aus, aber wirklich daran glauben tut auch nicht mehr. Heute ist Peter Pietschmann immer noch Lehrer für Biologie und Chemie an der Ursulaschule und erinnert sich gerne an seine Zeit mit dem Eisvogel zurück.

Bildtext:
Der Eisvogel bietet einen prächtigen Anblick.
Zeichnung:
Arthur Schmidt-Rhaesa

Bohmte/ Dissen Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen″ ein Zitat von Albert Einstein.

Schon als wir den mit Kies belegten Weg, der zum Haus der Rauschs führt, mit dem Rad entlangfuhren, hörten wir fröhliches Vogelgezwitscher und das Summen der Bienen, die von Blüte zu Blüte flogen, um Nektar einzusammeln.

Viele von Ihnen kennen es sicher, wenn man im Sommer auf der Terrasse oder auf dem Balkon sitzt und dem Summen der Insekten lauscht. Doch was wäre, wenn dieser wunderbare Lärm auf einmal erlischt?

Wenn es keine Bienen mehr gäbe, würde nicht nur das Honigbrot wegfallen, sondern es würden auch von 100 Pflanzenarten 71 nicht mehr bestäubt werden. Zudem wären Menschen und Tiere anfälliger für Krankheiten aufgrund Vitaminmangels. Dieser erfolgt, wenn Bienen wichtige Pflanzen nicht mehr bestäuben.

Generell ist die Honigbiene nicht so stark vom Aussterben betroffen″, sagt Gerd-Udo Rausch, ein Imker aus Bohmte, der seit 1972 mit Leidenschaft imkert und mittlerweile zwölf Bienenvölker besitzt. Bedrohter ist die Wildbiene.

Das Erlebnis, mit der Natur zu leben ist wunderschön″, beschreibt er seinen Alltag als Imker. Außerdem findet er es faszinierend, wie die Bienen untereinander kommunizieren. Die Honigbiene hat einen Imker, der für ihr Überleben sorgt. Wildbienen, Hummeln, Wespen, Schmetterlinge und viele andere Insekten haben leider eine nicht so starke Fürsprache″, erklärt Herr Rausch.

Josef Gebbe, der unter anderem als Umweltpädagoge am Lernstandort Noller Schlucht in Dissen tätig ist und sich für den Bienenschutz einsetzt, bestätigt diese Aussage. Das Aussterben von Wild- und Honigbienen muss man unbedingt trennen!

Gründe für das Aussterben der Wildbienen sind verschiedenen Faktoren. Unter anderem der Klimawandel, aufgrund der extremen Wetterbedingungen von heiß zu kalt. Doch auch die Industrie oder der Verkehr sind ausschlaggebende Faktoren, da durch die Luftverschmutzung und den zunehmenden Autoverkehr Bienen sterben. Entscheidende Punkte sind außerdem der große Flächenverbrauch und die Landwirtschaft, da häufig Pestizide zum Einsatz kommen und Bienen dadurch getötet werden.

Jeder kann dem Bienensterben entgegenwirken, indem er Steingärten durch bienenfreundliche Gärten mit viel Fläche und Blumen ersetzt. Optimale Lebensräume für unsere Insekten zu erschaffen muss für uns selbstverständlich sein″, so Herr Rausch.

,, Wie ein Spielplatz für Bienen″, so beschreibt der Imker seinen eigenen Garten, der durch die blühenden Blumen, Pflanzen und schönen Bäume nur so leuchtet. Wenn noch mehr Menschen ihren Garten so gestalten würden wie die Rauschs, dann könnte man das Bienensterben aufhalten. So denkt auch Josef Gebbe. Ich gehe fest davon aus, dass wir das Bienensterben in den Griff bekommen″, sagt er überzeugt und mit einem Lächeln im Gesicht.

Bildtext:
Waben dienen den Bienen under anderem als Produktionsstätte und Lagerplatz für Honig und Pollen.
Kästen für die Honigbiene, die weniger gefährdet ist als ihre wilden Verwandten.
Fotos:
Charlotte Franke, Ida Goedejohann

Osnabrück Viele Marderhunde, Katzen, Füchse und Kojoten müssen aufgrund ihres Pelzes für Pelzkragen an Kapuzen, Pelzmänteln und Pelzhandschuhen sterben. Um den Pelz nicht zu beschädigen, werden die sechs bis acht Monate alten Tiere mit Knüppeln totgeschlagen, vergast, oder man lässt sie verbluten. 60 bis 180 Sekunden dauert es, bis die Betäubung einsetzt, wenn Nerze mit Kohlenmonoxid vergast werden. Füchse müssen sieben Sekunden unter Strom gestellt werden, damit sie sterben. Oft werden sie aber auch lebend gehäutet. So zumindest die Vorwürfe von Tierschützern.

Außerdem verbringen die Tiere ihr kurzes Leben in sehr kleinen, nicht artgerechten Gitterkäfigen. Die letzte Pelzfarm im ostwestfälischen Rhaden soll geschlossen werden, hieß es im April 2019. Referentin Johanna Fuoß von Peta, der weltweit größten Tierschutzorganisation, meint dazu: Obwohl die letzte Pelzfarm Deutschlands vor wenigen Tagen verkündet hat, dass dort keine Tiere mehr gezüchtet werden, ist der Betrieb von Pelzfarmen theoretisch weiterhin möglich. Zudem ist es sehr wichtig, den Handel und somit den Import von Pelzen zu verbieten, damit auch aus dem Ausland keine Pelze aus tierquälerischen Haltungsbedingungen mehr verkauft werden können.″

Bislang hätten nur Österreich, Großbritannien, Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Japan die Pelztierhaltung vollständig verboten. In weiteren Staaten wurden entsprechende Gesetze verabschiedet. Trotzdem darf aber in den meisten Ländern weiter mit Pelz gehandelt werden.

Es gibt Alternativen. Eine Studie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg bestätigt, dass immer mehr Leute Kunstpelz dem Echtpelz vorziehen, meist aus Tierschutzgründen. Viele Leute sind sich nicht einmal der Tatsache bewusst, dass sie Echtpelz statt Kunstpelz tragen, da es meist nur unter anderen Begriffen gekennzeichnet ist, z.B. Finnraccoon (Marderhundfelle). Um herauszufinden, ob Leute Echtpelz tragen oder nicht, zieht die Pelz-Polizei″ von Peta durch die Straßen, spricht Menschen an und prüft nach. Die Pelz-Polizei″ war 2019 auch schon in Osnabrück unterwegs.

Osnabrück In der Landwirtschaft wird das Thema Tierwohl heftig diskutiert. Wir haben den Tierschutzverband Peta befragt, was man dort von der Haltung von Tieren in Zoos hält. Yvonne Würz von Peta meint, dass ein Zoo für Tiere nichts anderes als ein Gefängnis sei und dass sowohl der Transport zwischen den Zoos als auch eine Trennung von Familienmitgliedern sehr belastend und stressig für die Tiere seien. Zudem sei es nicht möglich, die Tiere im Zoo zu halten, ohne dass sie ihre natürlichen Instinkte und Verhaltensweisen verlören, da sie diese in ihren kleinen Gehegen nicht ausleben könnten. Tiere in Gefangenschaft dürften nicht zur Unterhaltung von Menschen dienen.

Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator des Zoos Osnabrück, hingegen teilte uns mit, dass die Tiere auch in Gefangenschaft bei richtiger Pflege ihre natürlichen Instinkte nicht verlieren, abgesehen von Jagdinstinkten, da in den Zoos lebendes Futter verboten ist. Die Tiere würden teilweise sogar noch älter als in ihrem natürlichen Lebensraum. Bei der Verlegung von Tieren zwischen den Zoos werde sehr genau darauf geachtet, dass die bisherigen Haltungsbedingungen auch in den neuen Gehegen gewährleistet werden könnten. Zoos seien nicht ausschließlich zur Unterhaltung von Besuchern da. Vielmehr hätten sie auch die Aufgabe, im Fall des Aussterbens einer Tierart in freier Wildbahn gesunde Exemplare für Auswilderungen bereitzustellen und so das Verschwinden einer Art zu verhindern.

Osnabrück An den Rändern der Straßen sieht man grüne, sehr niedrige Zäune. Ein weiterer Blick lässt erkennen, dass es sich um Krötenzäune handelt. Alle paar Meter ist ein Eimer in die Erde gelassen, welcher dazu da ist, die Kröten, vor allem Erdkröten, und auch Amphibien aufzufangen, wenn sie am Zaun entlanggehen, um auf die andere Seite der Straße und an ihr Laichgewässer zu gelangen.

Wenn der Winter vorbei ist, die nächtliche Temperatur über 5 Grad bleibt und die Kröten aus ihrer Winterstarre erwachen, machen sie sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer, wo sie aufgewachsen sind. Dort wollen sie sich paaren. Während dieser Wanderung müssen die Amphibien viele Straßen, Wiesen und Felder überqueren. Durchschnittlich wandern sie 1, 5 Kilometer.

Das Hauptproblem bei der Krötenwanderung sind die Straßen, wo viele Kröten überfahren werden und nur 20 Prozent das Ziel erreichen. Damit sie nicht einfach über die Straße laufen und überfahren werden, stehen solche Krötenzäune am Rand vieler Straßen. Aber nicht nur die Veränderung von Wiese zu Straße ist ein großes Problem, sondern auch die Trockenlegung von Laichgewässern für Landwirtschaft oder Müllentsorgung.

Zur Hilfe der Amphibien gibt es viele Aktionen, wie die in den Eimer gefallenen Kröten herauszunehmen und auf die andere Straßenseite zu bringen. Dabei werden sie auch direkt nach ihrem Geschlecht und Art registriert, weshalb auch Schilder an den Zäunen hängen, die darauf hinweisen, die Amphibien nicht aus den Eimern zu nehmen, um die Statistik nicht durcheinanderzubringen.

Solche Aktionen bietet beispielsweise in Osnabrück der Nabu an. Der Diplom-Biologe und erste Vorsitzende des Naturschutzbundes, Andreas Peters, welcher schon in seiner Jugend begeisterter Naturschützer war und selbst an vielen Aktionen teilgenommen hat, bietet zusätzliche Aktionen für Schulen und Kindergärten an. Die Zahl der Nabu-Mitglieder beträgt deutschlandweit 700 000 und in Osnabrück 1000, welche ehrenamtlich helfen und mit verschiedenen Landkreisen oder Städten kooperieren. Von diesen bekommen sie auch finanzielle Unterstützung für die Organisation und das Equipment.

Andreas Peters erklärt, warum Amphibien überhaupt von ihren Laichgewässern wegwandern, um dann wieder zurückzukommen. Das liegt daran, dass es sonst zu Futtermangel und Konkurrenzverhalten kommen würde, wenn alle an ihrem Gewässer bleiben würden. Sie müssen also eine ziemlich lange Strecke zurücklegen, wobei sie auf verschiedene Weisen in Gefahr geraten. Wenn also nicht geholfen werden würde, würden die Amphibien an manchen Stellen aussterben, allerdings nicht überall.

Auch wenn Sie sich jetzt denken, dass das nicht schlimm ist, weil Kröten ja nur″ Kröten sind, sind die dennoch ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems, denn wenn ein Tier in unserem System fehlt, haben manche Tiere kein Futter mehr oder werden nicht gefressen, was dazu führt, dass manche Tiere überbesiedelt sein würden, so zum Beispiel Schadinsekten, Würmer und Schnecken, denn diese werden von Kröten gefressen. Damit das nicht passiert, appelliert Andreas Peters: Leute, passt auf, wenn Ihr mit dem Auto unterwegs seid.″

Bildtext:
Schilder am Straßenrand sensibilisieren Autofahrer.
Foto:
Elisa Rosensk, Stina Weber

Das Projekt

An dem Projekt Umwelt macht Schule″ nehmen Schülerinnen und Schüler aus 30 weiterführenden Schulen und zehn Tageszeitungen in ganz Deutschland teil. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich unter pädagogischer Anleitung mit aktuellen Umweltthemen auseinander. Als Ergebnis des Projekts finden Sie die von den Schülerinnen und Schülern selbst recherchierten und verfassten Artikel in ihrer regionalen Partnerzeitung. Umgesetzt wird das Projekt unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze durch das IZOP-Institut in Aachen.
Autor:
Bennett Wiese, Theo Jäkel, Charlotte Franke, Ida Goedejohann, Isabell Jarmer, Hannes Boving, Konrad Schulte-Nölke, Elisa Rosensk, Stina Weber


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